Westerlinck, Wilfried

Christmas Burlesques for violin and piano (score and part)

22,00 

Wilfried Westerlinck – Kerstburlesken (Weihnachtsburlesken) (2015-2016)

(Löwen, 3. Oktober 1945)

Für Hugo Sledsens
In Freundschaft

Wilfried Westerlinck studierte an den Königlichen Konservatorien von Brüssel und Antwerpen bei Komponisten wie Victor Legley, Jan Louël und August Verbesselt sowie bei dem Komponisten und Dirigenten Daniël Sternefeld. In Monte-Carlo qualifizierte er sich bei Igor Markevitch im Orchesterdirigieren weiter. Zwischen 1971 und 1983 unterrichtete er Musikanalyse am Königlichen Flämischen Konservatorium von Antwerpen, baute aber seine Karriere als Produzent des klassischen Radiosenders des Flämischen Rundfunks und Fernsehens weiter aus. Als Komponist machte er sich einen Namen mit dem Orchesterwerk Metamorfose (1971), seiner Reihe Landschappen (1977-2020) für verschiedene Besetzungen, drei Streichquartetten (1978-1994), drei Klaviersonaten (1983-1986) und verschiedenen Solowerken für Blasinstrumente, wie dem oft gespielten Kijk, een basklarinet in mijn tuin! (‚Schaut her, eine Bassklarinette in meinem Garten!‘1985) für Bassklarinette, Talisman (2001) für Klarinette und Meeting a Mockingbird in Texas (2009) für Piccoloflöte. In den Jahren 2015 und 2018 erschienen die CDs Mockingbird und Talisman mit neueren Werken wie Quattro pezzi für Klarinette und Harfe (2007-2015), Three collages ‚Hommage to E.L.T. Mesens‘ für Flöte und Harfe (2013-2014) und der Suite de Montsouris für Violine und Gitarre (2014).
Westerlinck bearbeitet seine Kompositionen gerne für verschiedene Besetzungen und hält seine Werke so von allen Seiten gegen das Licht. Sein Idiom bezieht er aus der Moderne der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, wobei er großen Wert auf Farbigkeit, Klangfarbe und eine klare musikalische Erzählung legt.

In Kerstburlesken arrangiert Westerlinck vier beliebte flämische Weihnachtslieder im Original: Er is een kindeke geboren op aard’, Maria die soude naar Betlehem gaan, Een kindeke is ons geboren und Sint-Jozef op z’n ezelken (Op enen Kerstnacht, als Sint-Jozef lag te rusten). Über die Struktur dieser Suite hat er selbst geschrieben:

„In der Weihnachtszeit von 2015 habe ich einige Weihnachtslieder gehört, und was mir dabei auffiel, war, dass sie so traurig schleppend und langsam gesungen werden, als ginge es um ein tränenreiches und tristes Drama. Aber das ist es ja gerade nicht. Weihnachten ist ein fröhliches Fest mit der Geburt des Erlösers als Thema, zu dem eigentlich ausgelassen getanzt werden sollte. Ich will es also durch eine fröhliche und burleske Brille betrachten.
Jedes Kind, das geboren wird, bringt Freude in die Familie, und das ist ein Grund zum Feiern, zum Tanzen, auch wenn es im 5/8-Takt ist. Ich möchte gern eine Zwölftonreihe verwenden, die mir auch in meiner Metamorphose für Orchester von Nutzen war, als Maria nach Bethlehem ging, oder ein sanft wiegendes Motiv. Und was kann falsch sein an einem kurzen jazzigen Touch, den ein Eselskopf bei Sankt Joseph auslöst? Der Esel scheint in den Schlusstakten auch für einen Moment stocksteif stehenzubleiben und den Kopf abzuwenden, um danach die Komposition purzelnd abzuschließen.
Das Werk strotzt von heimlichem Vergnügen, und ich wollte die alten Modi mächtig auf den Kopf stellen, indem ich ihnen ein eigensinniges und spritziges harmonisches Gewand anzog.
Die Tatsache, dass ich das meiste davon in der sonnigen Sommerzeit des Jahres 2016 zu Papier gebracht habe, wird auch dazu beigetragen haben, dass es eine burleske Suite geworden ist, die diese flämischen Weihnachtslieder keinesfalls ins Banale ziehen will.“

Dieses Werk wurde am 23. Dezember 2016 im Rahmen der Antwerpener Nachmittagskonzerte von dem Geiger Nicolas Dupont und der Pianistin Olga Kirpicheva uraufgeführt.

Jan Dewilde
(Übersetzung: Eva-Maria Kintzel)

Diese Partitur wurde in Zusammenarbeit mit dem Studiecentrum voor Vlaamse Muziek veröffentlicht (www.svm.be).

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Partitur Nr.

2588

Sonderedition

The Flemish Music Collection

Genre

Kammermusik

Format

225 x 320 mm

Anmerkungen

Set Partitur und Solostimme

Druck

Reprint

Seiten

40

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