Butterworth, George

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Butterworth, George

Love Blows as the Wind Blows for voice & string quartet, including 2 versions: 1912 orig. version / 1914 version arr. by Phillip Brookes (new print, first print)

30,00 

George Sainton Kaye Butterworth – Love Blows as the Wind Blows für Gesang und Streichquartett

(geb. London, 12. Juli 1885; gest. Pozières, 5. August 1916)

Originalfassung (1911-1912) für Gesang und Streichquartett, und
Revidierte Fassung (1914), arrangiert von Phillip Brookes für Gesang und Streichquartett

 

Vorwort

Dieser originäre Liederzyklus ist so etwas wie ein Mysterium, denn wir wissen nichts über seine Entstehung. Sicher ist, dass er als ein Werk für Gesang und Streichquartett begann. Es scheint, dass Ralph Vaughan Williams das Klavierarrangement für die Erstveröffentlichung von 1922 erstellte, aber Butterworth überarbeitete den Zyklus 1914 auch für Gesang und kleines Orchester, wobei er die Anzahl der Lieder auf drei reduzierte. In dieser Form war es sein letztes vollendetes Werk.

Butterworth bewunderte den Liederzyklus On Wenlock Edge für Gesang, Klavier und Streichquartett seines älteren Freundes Vaughan Williams sehr (der aus dem Jahr 1909 stammte und zu den ersten Kompositionen gehörte, die er nach seinem Studium bei Ravel vollendete). Vielleicht war es dieses Werk, das den jüngeren Mann dazu anregte, einige spätviktorianische Verse von W. E. Henley zu vertonen. Das Autograph der ursprünglichen Fassung für Streichquartett ist auf 1911-12 datiert. Es handelt sich um eines von mehreren Stücken, die Butterworth nach dem Tod seiner Mutter begann, aber es gibt keine Aufzeichnungen über eine Aufführung vor dem 3. Juni 1918 am Royal College of Music, als der Student Frederick Grisewood drei der Lieder mit dem English String Quartet sang (sie ließen Fill a glass with golden wine aus). Grisewood – besser bekannt als „Freddie“ – sollte der berühmteste BBC-Radiomoderator während der Kriege werden und der erste Moderator einer Radioquizshow!

Der Zyklus hat eine verbindende Grundidee, die am Anfang und am Ende sowie in einem weiteren Lied auftaucht. Die Stimme setzt unmittelbar mit einer lyrischen Phrase im Stil einer Konversation ein, der denjenigen von Gerald Finzi (1901-1956) vorwegnimmt. Ein Teil des Reizes liegt in der Zweideutigkeit der Phrasierung des Liedes. Es ist schwer vorstellbar, dass Finzi diesen Zyklus aus den 1920er Jahren nicht kannte – es gab mehrere Aufführungen, u. a. durch ein Quartett, dem Rebecca Clarke und May Muckle angehörten.

Butterworth war ein Komponist, der gerne an seiner Musik herumtüftelte, und die Beispiele, die wir haben, zeigen, dass er ein feines Gespür dafür hatte, was besser funktionieren könnte. Als er den Zyklus 1914 überarbeitete, ließ er Fill A Glass With Golden Wine weg und schrieb Life In Her Creaking Shoes so um, dass es direkt in das letzte Lied überging. Die Figur aus fünf Tönen, mit der On the way to Kew beginnt, schafft eine fast minimalistische Atmosphäre um Dreiklänge in der Grundstellung, die einen hypnotischen Effekt erzeugen, der eindeutig die ständig fließende Themse darstellt. Sie hat ihre Wurzeln in einer Figur, die im Eröffnungslied auftaucht (bei „rich with joy and sorrow, we shall light our lamp and wait“). Dieser Zyklus könnte durchaus eine zutiefst persönliche Seite haben – vor allem in seinem überarbeiteten Format mit drei Liedern. Das erste Gedicht zelebriert Erinnerungen an die Liebe in einer sich verändernden Welt, die über das Leben hinaus Bestand haben wird. Das zweite erkennt die Zerbrechlichkeit der Liebe inmitten der Ungewissheit der sich ständig verändernden Ereignisse an und führt die beiden Bilder eines fließenden Flusses und eines Geistes ein. Und das letzte Lied, vor dem Hintergrund des fließenden Flusses, erzählt von der Begegnung mit einem Geist, dessen Existenz das Herz des Dichters erhellt, weil sie ihm – vermutlich – die Gewissheit gibt, dass er nicht völlig allein ist („not in vain, not in vain shall I look for you again, coming up from Richmond on the way to Kew“). Butterworth hatte sicherlich den Verlust seiner Mutter im Hinterkopf.

Für die Orchesterfassung änderte Butterworth die Gesangslinie stellenweise recht umfangreich; zum Teil musste auch die Begleitung umgeschrieben werden, so dass man das eine nicht einfach durch das andere ersetzen kann. Dies ist schade, da die spätere Fassung im Allgemeinen eine Verbesserung darstellt. Die hier enthaltene Fassung von 1914 basiert auf der Orchesterfassung, wurde aber für die ursprüngliche Besetzung mit Gesang und Streichquartett bearbeitet. Die Originalfassung von 1914 für Gesang und Orchester ist bereits in der MPH-Partitur 623 enthalten, und Aufführungsmaterial dafür ist bereits verfügbar.

Phillip Brookes, 2022

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München, zu beziehen.

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