van Wassenaer, Unico Willem /Pergolesi, Giovanni Battista

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van Wassenaer, Unico Willem /Pergolesi, Giovanni Battista

Sei Concerti Armonici for four violins, viola violoncello and thorough bass (formerly misattributed to Pergolesi)

Art.-Nr.: 4362 Kategorie:

38,00 

Unico Willem van Wassanaer – Sei Concerti Armonici

(geb. Delden, Provinz Overijsel, 2. November 1692 – gest. Den Haag, 6. November 1766)

(früher fälschlicherweise Ricciotti und Pergolesi zugeschrieben)

Konzert in G-Dur: Grave – Allegro – Grave – Allegro
Konzert in B-Dur: Largo, Andante – Da capella – Adagio affettuoso – Allegro
Konzert in A-Dur: Grave assai – Da capella – Largo, Andante – Vivace
Konzert in G-Dur: Largo – Da capella – Largo affettuoso – Allegro
Konzert in f-Moll: Adagio – Da capella – A tempo commodo – A tempo giusto
Konzert in Es-Dur: Affetuoso – Presto – Largo – Vivace

Vorwort
Das Ballett Pulcinella von Strawinsky beruht offiziell weitgehend auf Themen von Pergolesi. Seit der Entstehung dieses neoklassizistischen Werkes hat sich jedoch herausgestellt, dass fast alle diese Themen zu Unrecht Pergolesi zugeschrieben werden. Eines dieser falsch zugeschriebenen Themen stammt in Wirklichkeit aus den Sei Concerti Armonici des Adligen Unico Willem van Wassenaer, Botschafter, Diplomat und Gelegenheitskomponist.

Die Konzerte entstanden zwischen 1725 und 1740 und wurden in Den Haag vom Collegium musicum aufgeführt, dem auch der Geiger Carlo Ricciotti (168-1756) angehörte. Ricciotti fertigte eine Kopie der Musik an, ließ sie stechen und veröffentlichen. Der Komponist wünschte ausdrücklich, anonym zu bleiben. Spätere Veröffentlichungen gaben dann Ricciotti als Komponisten an, bis schließlich eine Ausgabe diesen Fehler “korrigierte“, um das Werk Pergolesi (1910-1936) zuzuschreiben. Dieser Irrtum blieb allgegenwärtig und steht der korrekten Zuordnung von Aufführungen weiterhin im Wege, obwohl er in Neuausgaben und Aufnahmen meist korrigiert wird.

Der niederländische Musikwissenschaftler Albert Dunning (1936-2005) deckte 1979 eine Fülle von Informationen über Wassanaer auf. Als wohlhabende und politisch wichtige Persönlichkeit gibt es eine Fülle von Informationen über Wassanaers Leben: darunter Porträts des mit einer Perücke bekleideten Komponisten und Tagebucheinträge. Dunning veröffentlichte speziell zu diesen Konzerten ein Buch, in dem er ihre Urheberschaft nachweist und das Faksimile-Manuskript einbezieht, später folgte ein Artikel in der Revue de Musicologie über Wassanaer vor dem Hintergrund seines historischem Kontextes.

Die sechs Konzerte sind für 4 Violinstimmen, Viola und Basso continuo gesetzt. Harmonisch erinnern sie vage an Corelli. Obwohl Wassanaer selbst seine Werke als Schöpfungen eines Amateurs sah, sind sie wunderschön gearbeitet, mit reizvollem Kontrapunkt und überraschenden harmonischen Entwicklungen. Die erste Violine trägt die Melodie mehr als die anderen Instrumente, aber nur wenig – die Stimmen sind im Allgemeinen gut ausbalanciert, und die musikalischen Ideen sind gleichmäßig auf die Stimmen verteilt.
Irma Servatius 2020

Für Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an Bärenreiter, Kassel.

Partitur Nr.

4362

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Streichorchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

170

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