Tinel, Jef

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Tinel, Jef

Suite voor strijkorkest (first print)

Art.-Nr.: 2616 Kategorien: ,

18,00 

Jef Tinel – Suite für Streichorchester

(11. Mai 1885 in Lessen – 25. Mai 1972 in Gent)

(1952)

Jef Tinel wuchs in einer musikalischen Familie auf: Sein Vater Oscar Tinel (1852-1913) war Organist und sein Onkel war der international bekannte Komponist Edgar Tinel (1854-1912). Es liegt also auf der Hand, dass er seinen Musikunterricht sowohl zu Hause als auch auf der Orgelbank zunächst von seinem eigenen Vater und später am Institut für Kirchenmusik in Mechelen (dem heutigen Lemmens-Institut in Leuven) erhielt, das seit 1881 von seinem berühmten Onkel geleitet wurde. Nach seiner Ausbildung bei Aloïs Desmet (1867-1917) und seinem Onkel wurde er 1907 Preisträger in den Fächern Orgel, Harmonielehre, Kontrapunkt und Fuge. Später nahm er in Gent Unterricht bei dem Komponisten, Musikpädagogen und Instrumentenbauer Leo Moeremans (1861-1937).

Ab 1908 verdiente Jef Tinel seinen Lebensunterhalt als Organist, Lehrer und Musikhändler. Im Jahr 1936 wurde er Direktor der Musikschule in Maldegem. Inzwischen leitete er bereits mehrere Chöre und Blasorchester.Tinel war auch in der flämischen Musikbewegung sehr aktiv und dirigierte bei flämisch-nationalen Veranstaltungen wie der IJzerbedevaart, einer jährlichen westflämischen Wallfahrt, und dem Flämischen Nationalen Liederfest.

Tinel schrieb Wander- und Heimatlieder, die in der flämischen Bewegung viel und gerne gesungen wurden, aber die Popularität dieser eher volkstümlichen Lieder lässt oft vergessen, dass er auch Kunstlieder, profane und liturgische Chormusik, dramatische Werke, Klavier- und Orgelwerke sowie Kompositionen für Kammerorchester, Sinfonieorchester, Blasorchester und Fanfare geschaffen hat. Tinel bediente sich eines spätromantischen Idioms und wählte häufig klassische Formen.

Die Suite voor strijkorkest (Suite für Streichorchester) stammt aus dem Anfang der 1950er Jahre, einer Periode, in der er mehr Kompositionen für Streichorchester schrieb, die für die Aufführung durch das Snarenensemble Jef Dispa bestimmt waren. Dieses Streichorchester war in Aalst ansässig, wo Jef Dispa (1927-1977) als Musiklehrer tätig war. In dieser Suite voor Strijkorkest überarbeitet Tinel früheres Material. So hat er im ersten Satz sein Klavierwerk Landelijke dans (Ländlicher Tanz, 1929), im zweiten Satz Op de elvenheuvel (Auf dem Elfenhügel) aus der Suite voor orkest (1934), im dritten Satz das Orgelwerk Lentelied (Frühlingslied, 1933) und im letzten Satz Scherts, den Eröffnungssatz aus seiner Suite voor orkest (1942), verarbeitet.

Tinel vollendete dieses Werk am 20. Juli 1952, und die Uraufführung durch das Streichorchester Dispa fand am 13. September 1952 in Gent statt. Dasselbe Ensemble spielte das Werk auch am 8. Oktober 1955 im Genter Konservatorium bei einem Jubiläumskonzert anlässlich des siebzigsten Geburtstages des Komponisten. Die vermutlich letzte Aufführung fand am 7. November 2014 durch das Oost-Vlaams Kamerorkest unter der Leitung von Bruno De Schaepdrijver statt.

Jan Dewilde (mit Dank an Peter Leys)
(Übersetzung: Eva-Maria Kintzel)

Diese Partitur wurde von Peter Leys (in Zusammenarbeit mit Hannah Aelvoet) herausgegeben und wird in Zusammenarbeit mit dem Studiecentum voor Vlaamse muziek (www.svm.be) veröffentlicht. Die Orchesterstimmen können über das Studiecentrum voor Vlaamse Muziek bezogen werden.

 

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Partitur Nr.

2616

Sonderedition

The Flemish Music Collection

Genre

Streichorchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Erstdruck

Seiten

40

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