Massenet, Jules

Le Portrait de Manon (opera in one act with French libretto)

Art.-Nr.: 2091 Kategorie:

39,00 

Jules Massenet

(geb. Montaud, 12. Mai 1842 – gest. Paris, 13. August 1912)

Le Portrait de Manon

(Das Bildnis der Manon)

Vorwort

Die Geschichte über den Adligen Chevalier Des Grieux und seine unsterbliche Leidenschaft für die geheimnisvolle und nicht standesgemäße Manon Lescaut wurde 1731 vom Abbé Prévost geschrieben. Sie hatte alle Merkmale, um eine er- folgreiche Oper zu werden: eine zeitlose Erzählung von Liebe, Leidenschaft und Verrat, eine starke weibliche Protagonis- tin, die einen mysteriösen éternel féminin verkörpert, eine Serie spektakulärer und dramatischer Szenen, die uns von Paris nach New Orleans führen, und die endgültige Tragödie von Manons frühem Tod. Doch erst in der Mitte des 19. Jahrhun- derts entstanden bedeutende Opernfassung dieser Geschichte. Der Roman von Abbé Prévost wurde zum Gegenstand von nicht weniger als drei Opern in kurzer Folge: Aubers Manon Lescaut (1856), Massenets Manon (1884) und schliesslich Puccinis populäre Manon Lescaut (1893).

Massenets Manon beherrschte jahrzehntelang das nationale und internationale Opernrepertoire. Weniger bekannt ist, dass er zehn Jahre später mit Le Portrait de Manon eine einaktige Fortsetzung dieser Oper komponierte, die am 8. Mai 1894 an der Opéra-Comique in Paris ihre Premiere erlebte. Die Leitung hatte Jules Danbé, der auch Manon uraufgeführt hatte, mit Lucien Fugère als Des Grieux, Suzanne Elven als Jean, Jeanne Laisné als Aurore und Pierre Grivot, der Guillot in Manon gespielt hatte und jetzt als Tiberge auftrat. Der Librettist des Werks war Georges Boyer (1850-1931), ein Dichter, Dramatiker und Journalist. Massenet hatte bereits mehrere seiner Gedichte vertont, darunter Si tu veux Mignonne (1876) und Les Enfants (1881) sowie eine Kantate, Biblis (1887).

Im Jahr 1894 – Massenet hatte gerade Thaïs vollendet und wollte sich vor seinem nächsten großen Projekt entspannen – , begann er mit der Musik zu seinem „Epilog“ von Manon, wie Le Portrait de Manon damals in der Presse genannt wurde. Massenet schien seine neue Oper sehr zu lieben und bezeichnete sie als „exquisite Ablenkung“ und „charmantes Stück“ mit einem älteren Chevalier Des Grieux und einer „sehr poetischen Erinnerung an Manon, die längst tot ist“ (Mes Souve- nirs, 1912: 203-204).

Le Portrait de Manon ist ein augenzwinkernder Pastiche von Manon, der die Hauptfiguren und Themen erneut aufgreift, einige Jahrzehnte nach dem Hauptdrama spielt und ein berührendes Mise-en-abyme der tragischen Liebesgeschichte des Chevalier des Grieux bietet, das die unbeschwerte, jugendliche Liebe von Jean und Aurore einrahmt. So sehr das Schick- sal von Manon beunruhigend und tragisch war, ist Aurores Schicksal, die sich als Manons Nichte herausstellt, herrlich einfach und glücklich. Während Des Grieux seine eigene Liebe zu Manon als „verflucht“ bezeichnet, ist die Liebe von Jean und Aurore „gesegnet“. In diesem Zusammenhang erscheint Des Grieux‘ Trauer um Manons frühen Tod umso er- greifender, und sein Elend konzentriert sich in einem Porträt von Manon, das er in einer Schachtel aufbewahrt. Indem er schliesslich die Vereinigung von Jean und Aurore segnet, versöhnt er sich mit Manons Tod und kann in die Zukunft blicken.

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Partitur Nr.

2091

Edition

Opera Explorer

Genre

Oper

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

178

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