Martin, Frank

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Martin, Frank

La Danse de la peur pour deux pianos et petit orchestre (from the ballet score Die blaue Blume)

Art.-Nr.: 1859 Kategorie:

22,00 

Frank Martin

La Danse de la peur
pour deux pianos et petit orchestre (1936) aus der Musik zum Ballett ‚Die blaue Blume’ (1935-36)

(geb. Eaux-Vives [Genf], 15. September 1890 – gest. Naarden [Niederlande], 21. November 1974)

Adagio (p. 1) – Allegro con fuoco (p. 18) – Lento (p. 19) – Allegro (p. 29) –
Poco più mosso (p. 42) – Adagio (p. 75)

 

Vorwort
Anfang der 1930er Jahre kam Frank Martin, mutmaßlich durch seinen großen Förderer Ernest Ansermet (1883-1969), auf der Suche nach einem eigenen Stil in Überwindung der Tradition in Kontakt mit Arnold Schönbergs Methode der Komposition mit zwölf Tönen. Als erstes Stück unter dem Einfluss dieser damals noch jungen Methode entstanden 1933 die ‚Quatre pièces brèves’ für Gitarre, von denen er im Folgenden eine Fassung für Klavier und 1934 eine für großes Orchester, betitelt ‚Guitare’, erstellte, die am 21. November 1934 in Genf unter Ansermet uraufgeführt wurde. Unmittelbar anschließend entstand 1933-34 sein Erstes Klavierkonzert, das Walter Gieseking (1895-1956) mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter Ansermet am 22. Januar 1936 in Genf aus der Taufe hob. 1935 schrieb Martin nicht nur seine zunächst sehr umstrittene Rhapsodie für Streichquintett (2 Violinen, 2 Bratschen und Violoncello), die erstmals am 30. März 1936 in Genf erklang, sondern auch das Particell zu einem über 100minütigen Ballett in 29 Nummern, das er nie instrumentiert hat, das jedoch in seiner Handschrift erhalten geblieben ist: ‚Die blaue Blume’, auf ein Ballettszenario des slowenischen Ballettmeisters Pino Mlakar (1907-2006), das als Sujet für einen Kompositionswettbewerb des Zürcher Opernhauses ausgewählt worden war. Martin berichtete, er sei dafür zwar mit einem Preis ausgezeichnet worden, jedoch sei das Projekt nicht zur Ausführung gekommen, da Mlakar die Musik für „zu schwierig“ befunden habe. Also verzichtete er auf die Ausarbeitung des Werkes in Partitur. Frank Martins dritte Ehefrau Maria Martin ergänzte später, dass Mlakar die Musik „zu modern“ fand, was durch die Bemerkung Frank Martins in einem Brief an den Dirigenten Edmond Appia (1894-1961) vom 19. November 1939 bekräftigt wird, wo er über seinen Umgang mit der Dodekaphonie unter Bezugnahme auf eine „musique de ballet“ resümierte, es handelte sich um eine Annäherung, „bei der es im Anfang nicht ohne recht große harmonische Härten abgeht“ – was sich ebenso auf das im selben Jahr (1935) komponierte Streichquintett wie auch auf seine daraufhin 1936-37 entstandene einzige ‚Symphonie pour grand orchestre’ bezieht. Die einzige Ballettmusik, die Martin in jenen Jahren schrieb, war ‚Die blaue Blume. Ein Sommernachts-Ballett. Scenario de P. Mlakar. Musique de Frank Martin’, in welcher neben dem Orchester fast durchweg als Vokalisen eine Alt-Solistin, ein Männer- und ein Frauenchor mitwirken sollten. Als erstes Datum ist im Particell der 15. Oktober 1935 eingetragen, als Abschlussdatum der 9. Januar 1936.

Es erweckt einen absolut unzutreffenden Eindruck, wenn die Rede davon ist, dass Martin Schönbergs Methode der Komposition mit zwölf Tönen übernommen habe. Er hat sie von vornherein sehr frei angewandt, stets unter hörendem Mitvollzug der tonalen Beziehungen der Intervalle, und so hat er später (in den ‚Entretiens avec Jean-Claude Piguet’) zwar zunächst von den Vorzügen des Verfahrens gesprochen: „Ich habe die Reihentechnik sehr oft verwendet. Sie hat in meiner musikalischen Entwicklung eine große Rolle gespielt, denn sie hat mich gezwungen, Wege zu suchen, die ich niemals von mir selbst aus gefunden hätte. Ich verwende sie immer noch oft als eine Art Verpflichtung. Wie ich einmal in einem Artikel gesagt habe: ‚Ich liebe die Hürden sehr, denn sie lehren einen, höher zu springen’.“

 

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Score No.

1859

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Tasteninstrument & Orchester

Size

160 x 240 mm

Printing

Reprint

Pages

84