Kersters, Willem

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Kersters, Willem

Symphony No. 4 Gezellesinfonie opus 71 (with verses by Guido Gezelle set for alto solo & orchestra, incl. piano score of the songs)

36,00 

Willem Kersters – Symfonie nr. 4 “Gezellesinfonie“ opus 71

(Antwerp, February 9, 1929 – December 29, 1998)

(1979)

Moderato
Allegro vivo
Lento
Allegro marcato

Die Entstehungsgeschichte von Willem Kersters’ Vierter Sinfonie verlief nicht geradlinig. Schon 1968 hatte Kersters eine neue, vierte Sinfonie Apokalypse komponiert. Diese Apokalypsesinfonie war als ‚Begleitmusik’ zu noch zu entwerfenden Reihe von Zeichnungen von Robert Vandereyken gedacht. Zum ersten Mal verband Kersters hier eine abstrakte musikalische Gattung mit einem programmatischen Konzept, in diesem Fall einem biblischen Inhalt. Dieser Sinfonie, in der der Komponist mit seriellen Techniken experimentierte, war jedoch kein langes Leben gegönnt. Obwohl das Werk im Februar 1969 mit dem Visser-Neerlandiaprijs ausgezeichnet wurde, beschloss Kersters doch seine Apokalypsesinfonie zurückzuziehen. Der Komponist befand sich 1969 in einer ‚schöpferischen Krise’, als Folge seiner Entschei-dung, die serielle Technik aufzugeben. Um dem musikalischen Druck die Stirn zu bieten, begann Kersters eine Reihe Gedichte zu schreiben, die unter dem Titel Want ik ben Johannes niet [Denn ich bin Johannes nicht] 1971 veröffentlicht wurde. Deren religiöse Thematik, die biblischen Bezüge, die religiöse Bildsprache, aber vor allem die Themen Hoffnung und Erlösung deuten unzweifelhaft auf eine inhaltliche Verwandtschaft zu Kersters’ Apokalypsesinfonie hin.

Es sollte noch bis 1979 dauern, bis Kersters eine ‚neue’ Vierte Sinfonie schrieb. Genauso wie ihre Vorgängerin mit der gleichen Nummer wurde diese Sinfonie ein Werk, in dem Kersters aussermusikalische Elemente in eine abstrakte Gattung einfliessen liess: Im dritten und vierten Satz legt Kersters einer Altstimme drei Abendlieder des Priester-Dichters Guido Gezelle in den Mund (‘k Hore tuitend’ hoornen, ’t Is stille und De navond komt zo stil [Ich höre Horngeschall, Still ist’s und Der Abend kommt so still]). Dennoch hegte Kersters keine illustrativen oder bildnerischen Absichten, wenn wir dem Kritiker und Komponisten Willem Pelemans glauben dürfen. Er bemerkte nach der Uraufführung, dass der Komponist nicht danach gestrebt habe, eine instrumentale Umsetzung der Poesie von Gezelle zu bewerkstelligen. Er schrieb ein rein sinfonisch aufgebautes, viersätziges Werk in seinem farbenreichen expressionistischen Stil. (…) Aus dem Werk von Gezelle wählte er drei Abendstimmungen aus, und er verarbeitete diese im Andante und im Finale zu einer friedlichen, tröstenden, impressionistischen, ungekünstelt singenden Herzensergiessung.’(1) Pelemans vermutet, dass Kersters’ Komposition mehr ist als allein ein kontrastreiches musikalisches Essay. Es ging für Kersters in der Tat nicht um ‚die Umsetzung einer bestimmten Poesie in Klänge’, sondern um den Symbol-gehalt von Gezelles Texten. Im Rahmen der theologisch unbestimmten, da von repetitiven, nicht erzählenden musikalischen Parametern bestimmten Schreibart Kersters’, bekommen die ausgewählten Verse von Gezelle nämlich die Ladung eines metaphorischen ‚Jenseits’, weshalb es zulässig erscheint diese Sinfonie als einen verinnerlichten, poetischen ,Fussabdruck’ ihrer Vorgängerin zu verstehen, der verworfenen Apokalypsesinfonie. …

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Sonderedition

The Flemish Music Collection

Genre

Chor/Stimme & Orchestra

Seiten

204

Format

160 x 240 mm

Druck

Reprint

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