Kauffmann, Leo Justinus

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Kauffmann, Leo Justinus

Concertino für Kontrabass und Kammerorchester

Art.-Nr.: 4407 Kategorie:

20,00 

Leo Justinus Kauffmann – Concertino für Kontrabass und Kammerorchester

(geb. Dannemarie/Oberelsass 20. September 1901 – gest. Straßburg 25. September 1944)

Vorwort
Kauffmann befand sich auf dem Zenit seines Schaffens, als er kurz nach seinem 43. Geburtstag durch einen alliierten Luftangriff in den Trümmern des Straßburger Konservatoriums auf tragische Weise den Tod fand. Zwei Opern, Die Geschichte vom schönen Annerl und Das Perlenhemd waren kurz hintereinander erfolgreich in Straßburg uraufgeführt und an etlichen deutschen Theatern und in den Niederlanden nachgespielt worden, zwei weitere waren in Arbeit und für Uraufführungen in Dresden geplant. Kauffmann hat als ein äußerst produktiver Komponist vom Kunstlied über die Kammermusik in den unterschiedlichsten Besetzungen bis hin zu Orchestermusik, Ballett oder Oper alle gängigen Genres berücksichtigt. Nach einer kurzen Orientierung in jungen Jahren an deutschen Spätromantikern – insbesondere am Liedschaffen Hugo Wolfs – oder am französischen Impressionismus, entwickelte Kauffmann schon sehr früh einen eigenen Stil, indem er, darin etlichen seiner zeitgenössischen Kollegen folgend, Elemente der Unterhaltungsmusik verarbeitete. So finden sich bereits in ersten Klavierstücken des Sechzehnjährigen Einflüsse der modernen Tanzmusik („Two-Step“, „Tango“). In seiner brillanten Motorik erinnert Kauffmanns Musik oft an den Esprit der Group des Six, an Milhaud und Poulenc etwa, oder an die Kammermusik des frühen Hindemith, Musik, die man mit den Begriffen „Neoklassizismus“ oder „Neobarock“ etikettiert hat. Mit den Genannten hat Kauffmann auch die erweiterte Dur-Moll-Tonalität, den sehr oft heiteren und burlesken Ton und die Vorliebe für knappe Formen gemeinsam; Titel, wie „Stück“, „Divertimento“, „Bagatelle“, „Suite“, werden gegenüber komplexeren Formkonzepten wie „Sonate“ oder „Sinfonie“ bevorzugt.

Von dem umtriebigen nationalsozialistischen Komponisten Richard Trunk bereits vor der Machtübernahme durch die Nazis aus seiner Position als Klavierlehrer an der Rheinischen Musikschule in Köln gedrängt, lebte Kauffmann lange Jahre hauptsächlich von seiner Tätigkeit als Leiter mehrerer Chöre im Kölner Umland – für die er zahlreiche geistliche und weltliche Werke schuf – und von Auftragsarbeiten für den Reichssender Köln. Ohne Berührungsängste mit der „leichten Muse“ komponierte Kauffmann Funkoperetten, Hörspielmusiken, Chansons, Schlager und unterhaltsame Instrumentalmusik. Der immer wieder mit nationalsozialistischen Kulturtechnokraten in Schwierigkeiten geratene Elsässer hatte eine Nische für sich gefunden. Doch wahrscheinlich war nicht nur materielle Notwendigkeit, sondern auch die Freude an den neuen kreativen Möglichkeiten des Rundfunks bei dieser Entscheidung im Spiel. Die leichten und brillant-beweglichen, knappen und nie überladenen Stücke für den Sender kamen seinem künstlerischen Credo sicher entgegen und spiegeln sich auch in Werken außerhalb der Rundfunkarbeiten. Ein stilistischer und transkultureller Grenzgänger ist der Elsässer Komponist immer geblieben. …

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