Hoof, Jef van

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Hoof, Jef van

Symfonie nr. 4 in H, First print (extra large size)

38,00 

Jef van Hoof

Symphony no. 4 in B major
(1950)

(Antwerp, 8 May 1886 – 24 April 1959)

 

Im Aufbau verschiedener mehrteiliger Werke von Jef van Hoof lässt sich eine zunehmende Tendenz zur sogenannten Monothematik feststellen. Dieser musikalische Fachausdruck bedeutet, dass ein spezifisches Thema vorherrscht, das weiterhin auch in (fast) allen Sätzen eine wichtige Rolle spielt, dies aber den wechselnden Stimmungen gemäß. Nirgendwo tritt diese Technik so deutlich zu Tage wie in der Vierten Sinfonie in H-Dur, die übrigens genau wie alle übrigen die klassischen vier Sätze umfasst. Das Werk wurde am 18. Dezember 1950 vollendet im ‚Spokenhof‘ (Spukhof), dem schönen historischen Wohnsitz des Komponisten in Boechout.

Dieses Hauptthema, im wahrsten Sinn des Wortes, steht dem fesselnden und echten sinfonischem Diskurs absolut nicht im Weg. Nach einer sehr kurzen, langsamen Introduktion von drei Takten (Lento), erklingt ein Oboensolo, das den Hauptsatz des ersten Teils (Moderato) einleitet. Das Thema blüht auf, nacheinander in der Klarinette und den Celli, und erobert schließlich das ganze Orchester. Der sanfte, wiegende Charakter (Grazioso, 6/8) geht allmählich über in einen kräftigeren Ausdruck. In dem recht melancholischen langsamen Satz (Adagio – Molto espressivo, doloroso) in g-Moll treten vor allem die Streicher und das Holz hervor.

Sehr typisch ist das feurige, obsessive und humoristische Scherzo (in es-Moll). Es steht im 5/4-Takt, wie so oft bei Jef van Hoof. Dem Blech und vornehmlich auch der umfangreichen Schlagwerkgruppe werden eindrucksvolle Passagen zugeteilt. Das Thema jedoch steht hier gleichsam im Schatten der eindrucksvollen Rhythmik. Im letzten Satz (Vivo, 2/4), aufs Neue in H-Dur, gibt sich das Thema fröhlich und triumphal.

Die Vierte Sinfonie wurde fast ein Jahr nach ihrer Vollendung in Studio 4 des damaligen Rundfunkgebäudes am Flageyplatz in Elsene-Brüssel uraufgeführt, nämlich am Sonntag, den 4. November 1951. Der Anlass war ein Konzert zur Feier des 65. Geburtstags des Komponisten. Das Sinfonieorchester des N.I.R. (Nationales Institut für den Rundfunk) stand in der Direktsendung unter der Leitung von Daniel Sternefeld. Es wurde ein ungewöhnlicher Erfolg, auch in der Presse. Bald danach folgten zwei Aufführungen im Holland, am 17. und 18. Januar 1952 in Alkmaar und Haarlem, mit dem Haarlemmer Orchesterverein unter der Leitung von Marinus Adam.

Diese Sinfonie wurde vom BRTN Filharmonisch Orkest, Brüssel, auf dem Label Phaedra auf CD eingespielt. Die Aufnahme fand 1986 statt, am selben Ort, wo das Werk seinerzeit uraufgeführt worden war. Das Orchester leitete Fernand Terby. Die CD erschien als Vol. 13 der Reihe ‚In Flanders‘ Fields‘, Phaedra ADD 92013 (Aufführungsdauer 31‘54“).

Das Autograph befindet sich im Letterenhuis in Antwerpen (Signatur 154.087).

Luc Leytens
(Übersetzung: Michael Scheck)

Diese Partitur wurde herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum für Flämische Musik (Studiecentrum voor Vlaamse Muziek – www.svm.be). Für das Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an die Bibliothek des ‚Koninklijk Conservatorium’ in Antwerpen.

 

 

 

 

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