Undine. Magic opera in three acts (full oper score, 2 volume, German libretto)
Hoffmann, E.T.A.
76,00 €
Hoffmann, E.T.A. – Undine
Zauberoper in drei Akten (1813-16)
nach einem Libretto von Friedrich de la Motte Fouqué
Vorwort
In einer berühmten Stelle aus seinen Grundlagen der Musikgeschichte (1977) benutzt der große Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus die Oper Undine als Beispiel für die Art und Weise, wie die Musikhistoriker ein Stück narrativer Musikgeschichte konstruieren: „Werden etwa in einer Musikgeschichte des
19. Jahrhunderts die Fakten, daß die Dekorationen zu E. T. A. Hoffmanns ‚Undine’ dem Brand des alten Berliner Schauspielhauses 1817 zum Opfer fielen und dass vier Jahre später Webers ‚Freischütz’ zu den Eröffnungsvorstellungen des neuen Schauspielhauses gehörte, kommentarlos nebeneinandergerückt, so soll ein musikgeschichtlicher Zusammenhang suggeriert werden, den Zerstörung und Wiederaufbau des Schauspielhauses symbolisieren: ‚Undine’, deren Wirkungsgeschichte durch die Katastrophe ruiniert wurde, gilt in der Entwicklung der deutschen romantischen Oper als ‚Vorstufe’ zum ‚Freischütz’, als tastender Versuch, dessen ästhetisch-geschichtliche Substanz im späteren, vollendeten Werk gleichsam ‚aufgehoben’ ist. […] Die
äußere Korrespondenz der Ereignisse [wird] musikgeschichtlich erzählbar, weil sie eine innere allegorisiert.“2
Ob allegorisch oder nicht, stellt diese hypothetisch aufgefasste Geschichtserzählung eine treffende Zusammenfassung des Schicksals dar, das der Undine, dem musiktheatralischen Hauptwerk Hoffmanns, tatsächlich widerfuhr:
Der vielseitig begabte Erzähler, Musiker, Komponist, Kritiker, Kunstzeichner und seines Zeichens Kammergerichtsrat Ernst Theodor Amadeus Hoffmann hatte sich bereits einen großen musiktheatralischen Erfahrungsschatz angeeignet, bis er seiner wahren Berufung als Schöpfer der vielen Erzählungen nachgab, die ihn seitdem zu einem unangefochtenen Ehrenplatz in der Geschichte der literarischen Phantasie erhoben haben. Er hatte nämlich bereits als musikalischer Leiter des Bamberger Theaters (1808) und der Seconda’schen Operntruppe (1813/14) gedient und selber mindestens elf Opern komponiert, darunter ein Singspiel Scherz, List und Rache nach Goethe (1801) sowie eine „große romantische Oper“ Aurora, die allerdings zu Lebzeiten des Komponisten nie zur Aufführung gelangte (erst 1990 fand die Uraufführung statt). Erst nach seiner Begegnung mit der maßgebend romantischen Märchenerzählung „Undine“ seines Freundes Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) stieß er auf ein Opernsujet, das mit seinen künstlerischen Ansprüchen und Hauptinteressen voll im Einklang stand. Die 1811 erschienene Novelle Fouqués, die wiederum auf einer mittelalterlichen Verserzählung von Egenolf von Stauffenberg aus dem Jahr 1320 fußte, entdeckte Hoffmann 1812, woraufhin er den Autor stracks um die Erstellung eines passenden Opernlibrettos zur gleichen Handlungsgeschichte bat. Fouqué kam der Bitte seines Freundes nach: Bereits im November 1813 lag das fertige Libretto vor, obwohl sich Hoffmann mit seinem sicheren Gespür für Theaterwirksamkeit genötigt sah, den Schluss radikal umzugestalten. (Bei Fouqué wird Huldbrand durch das Zeichen des Wahren Kreuzes gerettet, bei Hoffmann hingegen schwindet er im Unterwasserpalast Kühleborns entseelt dahin.) …
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| Partitur Nummer | 2040 |
|---|---|
| Edition | Opera Explorer |
| Genre | Oper |
| Seiten | 512 |
| Format | 210 x 297 mm |
