Faust (with German, English, French libretto, 2 vol.)

Gounod, Charles
76,00 €
Charles Gounod – Faust
(geb. Paris, 17. Juni 1818 – gest. Saint-Cloud, 18. Oktober 1893)
Oper in fünf Aufzügen (1856/58)
Libretto von Jules Barbier und Michel Carré nach Goethe
Vorwort
Was allein die Anzahl ihrer Aufführungen angeht, ist Faust mit Abstand die beliebteste Oper, die je aus Frankreich kam. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Werk in insgesamt 45 Ländern und 24 Sprachen gegeben. Bevor das Palais Garnier als Heimstätte der Pariser Opéra der Bastille weichen musste, ging Faust dort fast 3.000mal über seine Bretter und wurde dabei zum unschlagbar meistaufgeführten Werk in der Geschichte dieses sagenumwobenen Musentempels. Ferner hat Faust über Jahrzehnte hinweg jährlich die New Yorker Opernsaison eröffnet – ein Phänomen, das auch im zeitlosen Portrait der amerikanischen Gesellschaft des Golden Age, Edith Whartons Roman Zeit der Unschuld, einen literarischen Niederschlag fand. Den meisten Musikliebhabern ist der Name Gounod – wenn nicht mit dem Ave Maria nach Bach oder dem von Alfred Hitchcock so geliebten Trauermarsch einer Marionette – dann mit der Oper Faust identisch: Keine seiner Opern, trotz ihrer zum Teil überlegenen Qualitäten, konnte auch nur annähernd die Allgegenwart des Faust im Weltrepertoire der Oper erreichen, und Faust hat die sakralen Oratorien, in die der ältere Gounod so viele Hoffungen und Bemühungen steckte, vollends in den Schatten gestellt. Der Platz, den Gounod in der Musikgeschichte einnimmt, steht oder fällt – ob man will oder nicht – mit Faust.
Wie viele Opern der Romantik, die sich einer so grossen Beliebtheit erfreuen (siehe etwa die Werke Puccinis oder Tschaikowskys), wird auch Faust in wissenschaftlichen Kreisen oft mit Skepsis betrachtet. Vor allem von deutschen Kommentatoren und Historikern wird seine Verfälschung, um nicht zu sagen Verblödung der literarischen Vorlage Goethes beklagt, so dass seit der Dresdner Inszenierung von 1861 das Werk im deutschsprachigen Raum nur noch als Margarethe bezeichnet wird, um schöngeistige Gemüter nicht zu erhitzen. In der Tat ist diese deutsche Gepflogenheit nicht ganz ohne Berechtigung, denn bei der Oper Faust werden keinerlei Anstalten gemacht, die Abgründe des Menschseins zu erschließen oder über den Sinn des Lebens und das Wesen des Bösen zu sinnieren: Es handelt sich schlicht und einfach um eine Liebesgeschichte, bei der Marguerite (Gretchen) die Hauptprotagonistin darstellt und Faust die Rolle einnimmt, die sonst von solch schändlichen Herzensbrechern wie Alfredo oder Linkerton verkörpert wird. Anders als etwa Berlioz, Liszt, Schumann, Mahler oder andere musikalische Deuter des Faust-Stoffes zeigte Gounod für die seelische Rettung Fausts oder für seinen erschütternden moralischen Lebenswandel keinerlei Interesse. Es war die Geschichte Gretchens, die ihn vom ersten Augenblick an ergriff. …
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| Edition | Opera Explorer |
|---|---|
| Genre | Oper |
| Seiten | 464 |
| Druck | Reprint |