Gernsheim, Friedrich

Fantasiestück Op. 33 for violin and orchestra

Art.-Nr.: 4032 Kategorie:

17,00 

Friedrich Gernsheim
(geb. Worms, 17. Juli 1839 — gest. Berlin, 11. September 1916)

Fantasiestück für Violine Op. 33

Vorwort
Der Komponist, Pianist, Dirigent und Lehrer Friedrich Gernsheim war Teil einer Generation von Musikern, welche die klassisch-romantische Tradition vererbt bekam. Einerseits könnte er als konservativer Traditionalist bezeichnet werden, der mit dem Brahms’schen Zirkel verbunden war und eine Vorliebe für klassische Formen, klangvolle Melodien und wohlgeformte Harmonien hegte. Andererseits war seine Musik ein Beleg für die Trends der erweiterten Tonalität und die immer unschärfer werdenden Konturen von absoluter Form und programmatischem Inhalt. Gernsheim wurde in Worms geboren, eine der ältesten jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Teil von Europa, die auf das 11. Jahrhundert zurückdatiert werden kann. Seine Familie lebte sehr angepasst und schätzte, obwohl sie vom letzten Judenbischof von Worms abstammte, eine weltliche Erziehung. Gernsheims Vater Abraham war ein erfolgreicher Physiker, und seine Mutter Josephine, geb. Kaula von Augsburg, hatte Erfahrungen am Klavier und gab dem jungen Fritz seine ersten Klavierstunden.1 Gernsheims erste Lehrer waren Louis Liebe und Ernst Pauer, Direktor der Musikgesellschaften in Worms und Mainz. 1850 schrieb er sich als Student in Frankfurt am Main ein, wo er bei Eduard Rosenhain (Klavier), Johann Christian Hauff (Theorie) sowie bei Eduard Eliason und Heinrich Wolff (Violine) studierte. Sein erstes Konzert schloss Werke für Violine mit Klavierbegleitung und eine Ouvertüre ein, die der Junge für Orchester geschrieben hatte, und wurde vom deutschen Auslandskorrespondenten der Pariser Zeitchrift Le Nouvelliste enthusiastisch besprochen: „Die Frühreife der Musik dieses Kindes gemahnt an Mozart“.2 Laut seinem Biographen Karl Holl war Gernsheim mit dreizehn Jahren der jüngste am Leipziger Konservatorium aufgenommene Student. Dort war er einem berühmten und einflussreichen Zirkel namhafter Musiker und Schreiber dieser Zeit ausgesetzt: Ignaz Moscheles und Louis Plaidy (Klavier), Ferdinand David und Raimund Dreyschock (Violine), Moritz Hauptmann und Ernst Friedrich Richter (Kontrapunkt und Fuge), Julius Rietz (Komposition) und Franz Brendel (Musikgeschichte).3

Die Liste von Gernsheims Lehrern in Leipzig weist auf eine reiche und vielseitige Musikerziehung hin, die auf die großen Meister der klassischen Epoche zurückverweist, verbunden mit wöchentlichen Vorlesungen über Ästhetik von Brendel, der (nicht ohne Kontroversen und Ablehnung) radikalere Ideen ins Konservatorium einbrachte. Moscheles, David und Hauptmann wurden von Mendelssohn für die Zeit nach seinem Ausscheiden als Haupt-Lehrer angestellt. Ihre Anstellung galt auf Lebenszeit, was zu einem allumfassenden Konservatismus der Musikkultur in Leipzig im 19. Jahrhundert führte. Diese Ausrichtung war gepaart einem weiteren Schwerpunkt des Konservatoriums: die Institution zog eine bunt gemischte Studentenschaft aus Europa, Britannien, Amerika und Australien an. Obgleich Gernsheim Deutscher war, kann seine Person als angepasster Jude als Teil dieses Trends gesehen werden. Von Mendelssohn über Moscheles, David und andere hatte das Konservatorium immer eine Fakultät und Studentenschaft mit zahlreichen Mitgliedern jüdischer Herkunft. Und Gernsheim war ein Teil dieser vielfältigen internationalen Gemeinschaft. …

 

 

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Partitur Nr.

4032

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Violine & Orchester

Format

210 x 297 mm

Klavierauszug

vorhanden

Druck

Reprint

Seiten

44

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