Einem, Gottfried von

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Einem, Gottfried von

Hunyady László, Op. 59, FOR THE GOTTFRIED VON EINEM CENTENNARY

Art.-Nr.: 3067 Kategorie:

28,00 

Gottfried von Einem – Hunyady László op. 59, 3 Gaben für Orchester (1980-81)

(geb. Bern, 24. Januar 1918 – gest. Maissau bei Hollabrunn [Niederösterreich], 12. Juli 1996)

I ‚Wie klagt der weiße Schwan’. Moderato (p. 3) – Andante (p. 8) – (attacca)
II ‚Das Lied der Wojewodin Lupul’. Moderato (p. 17) – Allegro (p. 21) – (attacca)
III ‚Wie hat mich gestern des Grafen Tod betrübt’. Andante (p. 43) – Adagio (p. 46) –
Moderato (p. 55) – Accelerando al fine (p. 59)

Vorwort
Gottfried von Einem feierte nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Opern ’Dantons Tod’ nach Georg Büchner, ’Der Prozess’ nach Franz Kafka, ’Der Zerrissene’ nach Johann Nestroy, ’Kabale und Liebe’ nach Friedrich Schiller und ’Der Besuch der alten Dame’ nach Friedrich Dürrenmatt überwältigende Bühnenerfolge und ging in die Geschichte als einer der bedeutendsten Opernkomponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein (seine späteren Opern ‚Jesu Hochzeit’, ‚Tulifant‘ und ‘Lucifers Lächeln‘, sämtlich auf Libretti seiner zweiten Frau Lotte Ingrisch basierend, sind nicht weniger bemerkenswert, doch konnte er damit nicht an die vorhergehenden Erfolge anknüpfen). Darüber wurde zunehmend übersehen, dass er auch auf dem Gebiet der Orchester- und Kammermusik sowie des Lieds zu den überragenden Meistern seiner Generation mit einer in ihrer kapriziösen Unvorhersehbarkeit und vielgestaltig wandlungsfähigen Lyrik unverwechselbaren Tonsprache gehört. Dass seine Musik stets auch in den entferntesten und plötzlichsten Wendungen tonal bezogen ist, wurde in Zeiten der Herrschaft dogmatischen Avantgardedenkens zu seinem Nachteil ausgelegt. Einems harmonische Sprache ist ungeachtet des Wohlklangprimats von hoher Finesse und Komplexität, in fortwährender Bewegung begriffen, die ein sehr feines Ohr und intensives Studium der frei sich verästelnden Faktur erfordert. Die Musik stellt zudem stets virtuose Anforderungen an die Ausführenden, ihr Netzwerk zusammenhangstiftender Bezüge ist bei aller vordergründigen Vertrautheit der tonsprachlichen Mittel oft nicht leicht zu entziffern. Gegen Ende seines Lebens fand er auch in seiner Instrumentalmusik zu einer abgeklärten, gelegentlich aphoristischen „Einfachheit“, freilich durchtränkt von feinnerviger Subtilität.
Einem wuchs in Schleswig-Holstein in der Nähe von Plön auf. 1938-43 wirkte er als Korrepetitor am Preußischen Staatstheater in Berlin unter Heinz Tietjen. 1941-43 studierte er privat Komposition bei Boris Blacher, der ihn sowohl musikalisch-handwerklich als auch mental-ethisch entscheidend prägte. Einem pflegte Kontakte zum Berliner Widerstand im Nationalsozialismus und rettete dem jüdischen Musiker Konrad Latte mittels eines hochriskanten Urkundenbetrugs das Leben, wofür er postum zum ‚Gerechten unter den Völkern’ in Yad Vashem ernannt wurde. 1943 hatte er mit der Uraufführung seines ‚Capriccio’ op. 2 durch die Berliner Philharmoniker unter Leo Borchard seinen Durchbruch als Komponist und wurde von GMD Karl Elmendorff an die Dresdner Semperoper engagiert.
Nach Kriegsende wurde Einem offizieller Berater des Direktoriums der Salzburger Festspiele. Als er Bertolt Brecht nach Salzburg holen wollte und ihm die österreichische Staatsbürgerschaft verschaffte, holte auch Einem die Kommunistenhatz ein, und er wurde gefeuert. Daraufhin erwählte er sich Wien als Zentrum seiner Aktivität.

Christoph Schlüren

 

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