Berger, Wilhelm

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Berger, Wilhelm

Symphony in B-flat Major Op. 71

Art.-Nr.: 1936 Kategorie:

42,00 

Wilhelm Berger

(geb. Boston, 9. August 1861 – gest. Jena, 16. Januar 1911)

Symphonie in B-Dur, Op.71

Vorwort
»[Des jungen Berliner Componisten] Wilhelm Berger’s vortrefflich gearbeitete, wohllautende und in ihrem kecken letzten Satz einen Aufschwung zu moderner Art nehmende Esdur-Symphonie [sic!] konnte im Allgemeinen […] als ganz besonders geeignetes Beispiel für den hohen Grad technischen Könnens dienen, den die […] modernen Anhänger der mit Berliner Hochschul-Luft, mit Wiener Hanslick-Ideen und mit echt sächsischer Gemüthlichkeit durchschwängerten vorwiegend formalistischen Compositionsrichtung sich zumeist anzueignen vermocht haben.»1

So sehr sich der 1861 in Boston geborene Wahlberliner Wilhelm Berger über die durchweg positive Kritik seiner Ersten Sinfonie im »Musikalischen Wochenblatt» gefreut haben dürfte, so sehr waren dem Kritiker Arthur Smolian dabei die Fakten durcheinandergeraten. Denn ganz davon abgesehen, dass das Werk keineswegs in Es-Dur steht – der Rezensent der »Signale» glaubte gar, eine G-Dur-Sinfonie vernommen zu haben2 – konnte man den bei der Uraufführung 1898 schon am Ende des 37. Altersjahres stehenden Komponisten kaum guten Gewissens als »jung» apostrophieren. Umso zutreffender scheint hingegen der zweite Teilsatz der Kritik Smolians, der Berger in gerade jenen konservativen Kreis der »Berliner Akademiker» einordnet, unter den ihn heutige Nachschlagewerke noch immer zu subsumieren pflegen. So berechtigt diese Klassifizierung ist, so sehr lädt ein genauerer Blick in die B-Dur-Sinfonie allerdings auch zu einer Differenzierung ein.

Es ist unbekannt, was Berger – der sich zuvor mit von so illustren Gestalten wie Anton Rubinstein, Edvard Grieg, Joseph Joachim oder Hans von Bülow gelobten Liedern, Chorwerken und Kammermusik einen Namen gemacht hatte – zur Komposition einer Sinfonie bewegt hatte. Sie war erst das dritte vollendete Orchesterwerk des Komponisten, und das erste von nur dreien, das einen Verleger finden sollte. Vorangegangen waren ihm eine »Dramatische Ouvertüre» op. 33 sowie ein Konzertstück für Klavier und Orchester op. 43, die beide ungedruckt geblieben waren. Der Vollendung der ersten schlossen sich die Komposition einer zweiten Sinfonie3 direkt sowie, im Abstand von neun Jahren, die Variationen und Fuge über ein eigenes Thema op. 97 an.

Nur fünf Orchesterwerke also unter 106 Opera! Und dennoch kam Georg Riemenschneider angesichts der B-Dur-Sinfonie nicht umhin, Berger einen »geborenen Symphoniker» zu heißen,4 und nannte sein Biograph Gustav Ernest das Werk als erstes, das es verdiente, »wieder ans Licht gezogen zu werden».5 Wer nur den Chor- oder Kammermusiker Berger kennt – den zu kennen heute dank einiger CD-Einspielungen immerhin in Ansätzen wieder möglich ist6 – dem müssten solche Sätze den Mund wässrig machen. Dennoch sind die Orchestervariationen zwar eingespielt, aber längst vergriffen;7 dennoch harren die Sinfonien weiter einer Wiederentdeckung. Die Zweite Sinfonie immerhin wurde in den 1980er-Jahren durch Klaus Bernbacher und das Radio Bremen auf Initiative Klaus Reinhardts zwar wieder aufgeführt,8 befindet sich seither aber erneut im selben Dornröschenschlaf, aus dem die Erste Sinfonie wohl schon seit Ende des 1. Weltkriegs nicht wieder wachgeküsst wurde.

 

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Partitur Nr.

1936

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

208