Berger, Wilhelm

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Berger, Wilhelm

Klavierquintett in F moll Op. 95 (Streicherstimmen)

20,00 

Berger, Wilhelm

Piano Quintet in F minor Op. 95 (String Parts)

Auch wenn schon eine erste Durchsicht der Partitur seines Klavierquintetts f-Moll op. 95 unmittelbar Neugierde auf mehr weckt, ist Wilhelm Berger (1861–1911) heute selbst Musikwissenschaftlern kein Begriff mehr. Bei fast identischen Lebensdaten zu Gustav Mahler taucht er in den Standardmusikgesichten, welche die Zeit des Fin de siècle in Deutschland behandeln, nicht einmal am Rande auf. Ein wahrhaft vergessener Komponist, der lediglich in Statistiken zur Kunstmusik jener Zeit bisweilen Erwähnung findet. Angesichts dessen, was einem an Musik in diesem Klavierquintett begegnet, kann man nur über den Reichtum der seinerzeitigen Musikproduktion staunen, die es offensichtlich leichten Herzens gestattet, im heutigen Konzertleben Musik dieser Qualität zur Gänze zu ignorieren. Man vergleiche nur die anziehende Melancholie der kurzen Streichquartettpartie ab Takt 15 nach Ziffer E des eröffnenden Allegro non troppo ed energico, den zarten Anfang des im viersätzigen Zyklus an zweiter Stelle stehenden lyrischen Poco adagio oder den strahlend-mediterranen Beginn des darauf folgenden Molto vivace, um sich eine Vorstellung davon zu machen, welch verschüttetes Juwel der Klavierquintettgattung man hier vor sich hat. Eine Klasse für sich in jeder Hinsicht, von der melodischen Qualität der Themen bis zur Vielfarbigkeit der stetig changierenden spät-romantischen, aber nie überladenen Harmonik, vom Abwechslungsreichtum des musikalischen Verlaufs bis hin zur Virtuosität des meist licht gehaltenen Satzes, welcher den Spielern ein beachtliches technisches Können und vor allem ein ausdifferenziertes Zusammenspiel abverlangt, um die ständigen Schwerpunktwechsel zwischen Melodie, Begleitung und Tutti adäquat darstellen zu können, von deren Reiz gerade das Molto vivace lebt. Im dauernden und dabei elegant austarierten Wechselspiel von agilen, von Skalen geprägten Partien und lyrischen, von Akkordflächen bestimmten Momenten ist jener dritte Satz das ästhetische Zentrum von Bergers Klavierquintett. Dieser Reigen ist insoweit ähnlich gelagert wie etwa so bewundernswerte schnell Mittelsätze wie das Scherzo – Furiant: Molto vivace aus Antonín Dvořáks Nr. 2 A-Dur op. 81 oder das Allegro vivo aus Gabriel Faurés Klavierquintett Nr. 2 c-Moll op. 115, welche eine ebenso glückliche Verbindung analog ausgestalteter Stimmungskontraste darstellen. Mit der Schwere und überbordenden Kontrapunktik vieler Klavierquintette deutschsprachiger Komponisten des Fin de siècle wie etwa jene von Bergers Meininger Nachfolger Max Reger c-Moll op. posth. (1898) und c-Moll op. 64 (1901) oder von Friedrich Gernsheims d-Moll op. 35 (1876) und h-Moll (1896) hat Bergers op. 95 wenig gemein.

Komplettes Vorwort zur Partitur (English/Deutsch)  > HIER

Partitur Nr.

1058b

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Chamber Music

Format

225 x 320 mm

Anmerkungen

Set of String Parts

Druck

Reprint

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