Bach, Johann Christoph Friedrich

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Bach, Johann Christoph Friedrich

Die Kindheit Jesu (The Childhood of Jesus) / Die Auferweckung Lazarus (The Raising of Lazarus) (Oratorios)

Art.-Nr.: 1318 Kategorie:

29,00 

Johann Christoph Friedrich Bach – Die Kindheit Jesu / Die Auferweckung Lazarus

(b. Leipzig, 21 June 1732 – d. Bückeburg, 26 January 1795)

Johann Christoph Friedrich Bach, bekannt als der “Bückeburger Bach” wegen seiner lebenslanger Anstellung am dortigen Hof, die er kurz nach seines Vaters Tod antrat, entstammt der zweiten Ehe von Johann Sebastian Bach mit Anna Magdalena Bach. Obwohl er keine zentrale Rolle bei Bewahrung und Verbreitung der Musik seines Vaters spielte, berichtet Johann Nikolaus Forkel, der Biograph des Vaters, dass Johann nach Aussagen seines Bruders Wilhelm Friedmann Bach “der fähigste ausführende Musiker aller Brüder war und derjenige, der die Klavierkompositionen des Vaters in vollendetster Manier zu spielen wusste.” Musikalisch durch seinen Vater ausgebildet, studierte er wahrscheinlich vor seiner Bückeburger Anstellung als Cembalist (auf Empfehlung seines neuen Gönners Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe) kurzzeitig Jura in Leipzig. Zu jener Zeit wurde der Hof von italienischen Musikern dominiert, ein Ausdruck der allgegenwärtigen Abhängigkeit der weltlichen deutschen Musik vom italienischen Stil, aber bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges verliessen aus unerfindlichen Gründen der Konzertmeister Angelo Colonna und der Hofkomponist Giovanni Battista Serini (1715?-1765?) Bückeburg. Bach (der 1755 die Tochter des Hoforganisten geheiratet hatte) war unmittelbarer Zeuge der Umbrüche, die der Bückeburger Hof durch den Krieg erleben musste, und bewarb sich während der kurzen Abtrennung des Hofes von Pinneberg zwischen 1757 und 1758 für eine Organistenstelle in einer deutschen Kirche im dänisch regierten Altona, bevor er wieder als Konzertmeister der Bückeburger Hofkapelle zurückberufen wurde, eine Anstellung, die ihm mehr Geld einbringen sollte. So wurde ab 1765 das höfische Leben wieder zu seinem Alltag (obwohl er sich 1767 nochmals auf eine andere Stelle bewarb, nämlich die des Telemann – Nachfolgers in Hamburg. Diese Anstellung wurde schliesslich seinem berühmtem Halbbruder Carl Philipp Emmanuel zugesprochen). Die 15 – köpfige Hofkapelle gab zweimal in der Woche Konzerte, in denen sie gelegentlich von auswärtigen Musikern unterstützt wurde, darunter auch einige Mitglieder von Militärkapellen. Bach komponierte oder besorgte die Werke für die Aufführungen und leitete die Proben, ganz nach dem Geschmack seines Gönners Graf Wilhelm, der weltliche Vokalmusik aus Italien bevorzugte und selbst Tasteninstrumente und möglicherweise auch Flöte spielte.

In den 1760er Jahren schrieb Bach neben seiner bedeutenden Kantate Cassandra Orchesterwerke und Kammermusik sowie Stücke für Gesang nach italienischen Texten (insbesondere Metastasio). In der Folge der Hochzeit Graf Wilhelms mit der neuen Gräfin Marie Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld (aus der Linie von George I. von England, der Hannoveraner Linie) gab es ab 1765 die Gelegenheit, protestantische Kirchenmusik zu hören, eine Praxis, zu der die neue Herrscherin ermutigte. Dieser Anstoss führte zur Komposition der Oratorien Die Kindheit Jesu (auf der Titelseite als „biblisches Gemälde“ ausgewiesen) und Die Auferweckung Lazarus. Sie entstammten Bachs reger Zusammenarbeit mit keinem anderen als Johann Gottfried Herder (1744-1803), einem der gelehrtesten und bekanntesten Autoren der deutschen Aufklärung und frühen Romantik, der 1771 zum Hofprediger und pastoralen Superintendenten an den Bückeburger Hof berufen worden war, bevor er 1776 nach Weimar aufbrach. Kurz nach Herders Fortgang starb auch Bachs Gönner, und Graf Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe-Allverdissen wurde sein neuer Arbeitgeber. Der Bückeburger Hof öffnete sich neuen Besuchern und veranstaltete öffentliche Konzerte, die die Hofkapelle (nach Forkel) zu einem der Höhepunkte der deutschen Kultur erblühen liess. Ein weiterer kultureller Wandel wurde durch eine einflussreiche weibliche Gönnerin bewirkt, Graf Phillips neue, zweite Frau Prinzessin Juliane zu Hessen-Philippsthal, die ganz den schönen Künsten hingegeben war. Irgendwann zwischen März und November 1778 besuchte Bach seinen Bruder Johann Christian (den „englischen Bach“) in London gemeinsam mit seinem Sohn Friedrich Wilhelm Ernst, den er dort bei seinem Bruder zur weiteren musikalischen Ausbildung beliess und der als Komponist bis in 19. Jahrhundert hinein lebte. Einige vermuten, dass er einige Jahre später nochmals nach London reiste. Bachs Streichquartette und Konzerte für Tasteninstrumente, die aus dieser kurzen Besuchszeit stammten, zeugen von einer schnellen Assimilation der kosmopolitischen Stile, die London als die europäische Musikhauptstadt des späten 18. Jahrhunderts auszeichneten, und er kehrte mit einem englischen Pianoforte im Schleppseil nach Bückeburg zurück. Mit der Zunahme berühmter Schüler für Tasteninstrumente ab den späten 1770er Jahren verwundert es nicht, dass einige von Bach Tastenwerken klaren didaktischen Charakter haben, wie zum Beispiel Sechs leichte Clavier-Sonaten (1784), die seiner Schülerin Prinzessin Juliane gewidmet waren. …

 

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Edition

Repertoire Explorer

Genre

Chor/Stimme & Orchestra

Seiten

118

Format

210 x 297 mm

Druck

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