Prokofiev, Sergei

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Prokofiev, Sergei

Summer Night Op. 123, Suite from the Opera ‘Betrothal in a Monastery’

Art.-Nr.: 4845 Kategorie: Schlüsselwort:

30,00 

Sergej Prokofjew – Sommernacht, Op. 123

(geb. Sonzowka, 27. April 1891 – d. Moskau, 5. März 1953)

 

Suite aus der Oper
Verlobung in einem Kloster

 

Vorwort
Prokofjew pflegte regelmässig Material aus seinen Opern und Balletten in Werken für den Konzertsaal zu verarbeiten. In zwei Fällen entstanden daraus Sinfonien: Die Dritte Sinfonie basiert auf der Oper Der feurige Engel, die Vierte Sinfonie auf dem Ballett Der verlorene Sohn. Meistens jedoch schuf er Orchestersuiten, und so entstand auch die Suite Sommernacht, die auf die Oper Verlobung im Kloster zurückgeht.

Diese Oper basiert auf Die Duenna, dem Opernlibretto des englischen Dramatikers Richard Sheridan (1751-1816). Im Jahr 1775 brannte Sheridan mit Elizabeth, der Tochter von Thomas Linley, durch und heiratete sie anschließend. Bald darauf versöhnte er sich mit seinem Schwiegervater. Im selben Jahr begann Sheridans literarische Karriere mit The Rivals, was ein großer Erfolg wurde. Danach begann er Die Duenna zu schreiben, die Musik dazu sollte von Linley geliefert werden, der seinen Sohn Tom in den Schaffensprozess einbezog. Eine Duenna ist eine spanische Gouvernante oder Anstandsdame. Die Geschichte der Oper, die in Sevilla spielt, ist ziemlich verworren: Louisa ist in Antonio verliebt, aber ihr Vater, Don Jerome, ist gegen die Heirat, weil Antonio arm ist. Der Vater möchte, dass Louisa Isaac heiratet, einen reichen Fischhändler. Louisa und ihre Duenna tauschen ihre Identitäten, damit Louisa durchbrennen kann, während Isaac mit der Duenna verheiratet wird. Ein weiterer Handlungsstrang betrifft Louisas Bruder Ferdinand und seine Liebe zu Clara, die von zu Hause weggelaufen ist und sich in einem Kloster verstecken will. Auf dem Weg dorthin geschehen allerlei Wirren wie Verkleidungen, Streiche, betrunkene Mönche, es wird eine allgemeine Stimmung von ausgelassener Unordnung beschrieben. Zahlreiche Schwierigkeiten sind zu überwinden, aber schließlich endet die Geschichte glücklich mit drei Hochzeiten. Die Handlung enthält weder soziale Kommentare noch kritische Andeutungen.
In ihrer ursprünglichen Form war Die Duenna eine Balladenoper, d.h. die Handlung spielte an einen zeitgenössischen Schauplatz, es gab gesprochene Dialoge und kurze Lieder, die oft auf vorhandenen Melodien basierten, im Gegensatz zur Opera seria, die klassische Mythen und Legenden beschrieb und Rezitative und lange Arien verwendete. Prokofjew übernahm die Handlung von Die Duenna, nicht aber deren Musik. Das Libretto entwarf er in Zusammenarbeit mit Mira Mendelsohn, für die er seine Frau verlassen hatte und die er 1948 heiratete. Das Werk nannten sie Die Verlobung im Kloster, mit dem Untertitel Die Duenna. Die Musik ist ein moderne Entsprechung der italienischen Opera buffa, die vor allem aus Mozarts da-Ponte-Opern bekannt ist.

Die Oper wurde 1948 zum ersten Mal aufgeführt, allerdings in New York in englischer Sprache. Die erste russische Aufführung fand erst im Jahre 1963 statt. Obwohl das Werk nicht zum gängigen Repertoire gehört, wird es gelegentlich aufgeführt.

Basierend auf der Oper Die Verlobung im Kloster schuf Prokofjew im Jahre 1950 die Suite Sommernacht. Sie besteht aus fünf Sätzen:

Einleitung, die Ouvertüre zur Oper. Sie beginnt mit einer charakteristischen, eigenwilligen Melodie, die zunächst von der Trompete gespielt wird, bevor die Streicher sie aufgreifen. Ein zweites Thema taucht auf und schwebt, bevor es zügig zur Einleitung zurückkehrt.

Serenade, basierend auf der Liebesmelodie für Antonio und Louisa. Über einem gleichmäßigen Puls taucht ein sich dahinziehendes Thema in den Streichern auf, das später von den Bläsern einzeln wieder aufgenommen wird. Die Stimmung ist ruhig und geheimnisvoll.

Menuett, dieser Satz persifliert Don Jerome. Die Musik plätschert auf eine törichte, leicht absurde Weise dahin. Veränderungen in der Melodieführung sorgen für Abwechslung.

Träume, basierend auf der Liebesmusik von Ferdinand und Clara und der längste Satz der Suite. Es ist ein Stück lyrischer Komposition in Prokofjews elegantester Manier.

Der Tanz, er beginnt ruhig, gewinnt aber allmählich an Dynamik und Energie, um in einem freudigen Finale zu enden.

Deutlich dominiert die lyrische Musik über die lebhaften und energiegeladenen Abschnitte, was möglicherweise die Umstände ihrer Entstehung widerspiegelt. Die Suite ist eine attraktive, von der Oper unabhängige Komposition, die es wert ist, als solche aufgeführt zu werden.

Stephen Barber, 2023

Für Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an Schirmer, New York.

 

 

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Partitur Nr.
Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Seiten

104

Format

Druck

Reprint

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