Massenet, Jules

La Navarraise (Vocal score with German libretto)

Art.-Nr.: 2025b Kategorien: ,

22,00 

Massenet, Jules

La Navarraise (Vocal score with German libretto)

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Massenet war ein produktiver Komponist, der zu Lebzeiten großen Erfolg hatte, unter anderem wegen seiner Leistungen als Professor für Komposition am Pariser Conservatoire (1878) und seiner Auszeichnung durch die Légion d‘honneur (1876). Im Jahrhundert nach seinem Tod liess diese Wertschätzung jedoch nach. Außer seinen drei Repertoirestücken Manon (1884), Werther (Uraufführung 1892) und Thaïs (1894) wurden seine Werke (darunter mehr als 20 Opern) selten aufgeführt und das Notenmaterial war schwer zugänglich. Die Partitur von La Navarraise ist ein Juwel für Opernforscher, die sich für melodramatische Werke interessieren, für kurze Opernpartituren in der Länge von Cavalleria Rusticana (1890) oder die Massenets weniger bekannte Kompositionen zu erforschen wünschen.

Massenet wird oft mit Gounod verglichen und in Anerkennung seiner stilistischen Leistung sogar als Sohn Gounods bezeichnet. Debussy äusserte sich über ihn in sehr schmeichelhafter Weise, insbesondere bemerkt er, dass Massenet weiß, dass „Musik bescheiden versuchen solle, zu gefallen“ (in Caballero, 2001, 143), was wahrscheinlich eine Anspielung auf die Menge seiner massentauglichen Werke ist. Wie der französische Musikwissenschaftler Martin Cooper feststellt, war Massenet für das Jahrzehnt nach George Bizets Tod der bedeutendste französische Opernkomponist, obwohl von der Vielzahl seiner Werke nur einige wenige wirklichen Erfolg hatten und Repertoirestücke wurden (Cooper, 1952, 99) – wie etwa Werther (1892), der als Vorläufer von Debussys Pelléas et Mélisande angesehen wird (Longyear, 1988, 127). Diese Anerkennung stellt Massenet in die grosse Tradition französischer Opern und dramatischer Musik, was offenbar der Diskussion seines Werkes durch zeitgenössische französische Komponisten zu verdanken ist. Für Fauré war Massenets Ernsthaftigkeit wichtig (Caballero, 2001, 95). Massenets Aufmerksamkeit auf die Handlung einer Oper und deren zentrale Charaktere erlaubt ihm, eine detailierte Personenzeichnung anzubieten. Und Fauré fügte hinzu, dass Massenet „nie damit aufhörte, sich selbst in seinen Opern zu offenbaren“ (Ibid.) Ein komplexer Gedanke, denn Massenet nutzte eine Vielzahl von Herangehensweisen, bediente sich etwa bei Komponisten wie Wagner und dessen dramatischem Einsatz des Leitmotivs bis hin zum französischen Drame lyrique. Dahlhaus behauptete, dass eine seiner wesentlichen Fähigkeiten diejenige gewesen sei, Techniken anderer Komponisten zu integrieren und dabei trotzdem seine eigene Sprache zu bewahren.

Massenets Neigung zu lyrischen und sinnlichen Phrasen, melodie-bestimmter Musik, Fantasie und Erzählungen, die den Charakteren bis in ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft folgen, kennzeichnen ihn als einen der führenden Komponisten der lyrischen Oper des 19. Jahrhunderts. Obwohl er bis ins 20. Jahrhundert hinein komponierte, kam es in seinen Werken zu keiner Annäherung an die junge Generation, sondern sie blieben ausdrücklich im vorherigen Jahrhundert verhaftet. Die „Pastelltöne“ und „säuselnden Melodien“ (Debussy, übers. von Sutcliff, 2000, 348) wurden zu Manierismen seiner Opern und melodramatischen Musik. Darauf abzielend, populäre Werke mit Sogwirkung zu schreiben, fügt Massenet Beschreibungen hinzu, die einfach zu verstehen und für die zeitgenössische Gesellschaft relevant waren, obwohl man sich fragen sollte, welcher Teil der Gesellschaft gemeint war. Wie erreichbar waren die Opern für das Publikum? Viele Wissenschaftler wiesen auf seine Darstellung der Mittelschicht hin, jener Schicht, die sich Opernkarten leisten und reisen konnte, aber auch auf jene Teile des Publikums, die über einiges Verständnis von ökonomischen Entwicklungen, gesellschaftlichem Druck und dem politischen Apparat verfügten. …

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Partitur Nr.

2025b

Edition

Opera Explorer

Genre

Oper

Format

210 x 297 mm

Anmerkungen

Klavierauszug mit deutschem Libretto

Druck

Reprint

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