Kuhlau, Friederich

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Kuhlau, Friederich

William Shakespeare Op. 74, Overture to the incidental music

Art.-Nr.: 1810 Kategorien: ,

19,00 

Friedrich Kuhlau
(geb. Uelzen, 11. September 1786 – gest. Lyngby bei Kopenhagen, 12 March 1832)

Ouverture zu William Shakespeare
op. 74 (1825-26)

Vorwort
Der aus einer deutschen Musikerfamilie stammende und 1786 in Niedersachsen geborene Friedrich Kuhlau zählt heute zu einem der bedeutendsten dänischen Komponisten. Seit seiner Flucht vor den napoleonischen Truppen 1810 aus Hamburg nach Kopenhagen (um einer Rekrutierung in die französische Wehrmacht zu entgehen) lebte Kuhlau in Dänemark, von wo aus er zahlreiche Bildungs- und Konzertreisen nach Deutschland, Österreich und Skandinavien unternahm.

Der 1813 zum königlichen Kammermusikus ernannte (und erst Jahre später dafür entlohnte), bemerkenswert produktive Komponist hielt sich als Klavierlehrer und mit Auftragskompositionen für deutsche und dänische Verläge finanziell über Wasser; als Korrespondent schrieb er auch für die Allgemeine musikalische Zeitung. Wirklichen Publikumserfolg erzielte Kuhlau erst mit seiner ersten Oper Die Räuberburg (Røverborgen); sein zu Lebzeiten beliebtestes Werk schrieb er 1828 mit Der Erlenhügel (Elverhøj), einem für eine königliche Hochzeit komponierten Festspiel, das auch heute noch häufig aufgeführt wird.

Auch die Musik zum Schauspiel William Shakespeare zählt zu den erfolgreichsten Werken des außerhalb Dänemarks eher für seine Klavier- oder Flötenstücke bekannten Komponisten. Das auf einer Legende von Shakespeares Jugendzeit basierende und mit einigen Feenszenen versetzte romantische Schauspiel des Dichters Caspar Johannes Boye (der auch für seine Übersetzungen einiger Dramen Shakespeares ins Dänische bekannt ist) sollte ursprünglich 1826 anlässlich des Geburtstags des Königs uraufgeführt werden und erlebte seine Premiere schließlich zwei Monate später, am 28. März, am Königlichen Theater in Kopenhagen. Abgesehen von der Ouverture enthielt Kuhlaus dramatische Musik u.a. Strophenlieder und Ballettszenen.

William Shakespeare fand beim Publikum großen Anklang und wurde in den folgenden zwanzig Jahren mehr als zwanzigmal aufgeführt; Kuhlau erhielt für seine Komposition ein ausnehmend hohes Honorar. Ignaz Moscheles, der 1829 Kopenhagen besuchte, sei von der Schauspielmusik derart begeistert gewesen, dass er das Stück habe in London aufführen lassen wollen, wozu es aber nie kam, schildert Jørgen Erichsen in seiner 2011 erschienenen Kuhlau-Biographie.

Heute ist von Kuhlaus Musik zu William Shakespeare nur mehr deren große, symphonische C-Dur-Ouverture bekannt und zählt, unabhängig von Theaterstück und Schauspielmusik, zu den meistgespielten Werken des Komponisten. Gorm Busk, dessen Forschungsarbeit wir einen Großteil der biographischen bzw. musikwissenschaftlichen Informationen über Kuhlau und zahlreiche Notendrucke und Auszüge seiner Werke verdanken, beschreibt die Ouverture in einigen ihrer Elemente als Beethovens musikalischem Stil nicht unähnlich.

Er nennt als möglichen Hintergrund Kuhlaus Besuch des berühmten Komponisten 1825 in Baden (Beethovens Konversationshefte, ein Brief desselben und untereinander ausgetauschte Kanons zeugen u.a. von dieser kurzen, als durchaus feuchtfröhlich überlieferten Zusammenkunft). Staccatoläufe, lyrische Horn-Solopassagen und die mehrfach wiederholten Akkordschläge der langsamen Einleitung etwa, so Busk, lassen Parallelen zu Passagen in Beethovens (damals in Kopenhagen eher unbekannten) Symphonien vermuten, was Kuhlaus persönlicher spätklassisch-frühromantischer Musiksprache jedoch keinen Abbruch tut. Seine in den 1820er Jahren entstandenen bühnenmusikalischen Werke sind fraglos als für die dänische Hochromantik richtungsweisend zu betrachten.
Esther Schmeiser, 2016

Aufführungsmaterial ist von Verlag Neue Musik, Berlin zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Musikabteilung der Leipziger Städtischen Bibliotheken, Leipzig.

Partitur Nr.

1810

Edition

Repertoire Explorer

Sonderedition
Genre

Overture

Format

210 x 297 mm

Performance materials
Piano reduction
Anmerkungen
Druck

Reprint

Seiten

62