Hahn, Reynaldo

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Hahn, Reynaldo

Le Bal de Beatrice d’Este, Suite for Orchestra

Art.-Nr.: 4495 Kategorie:

20,00 

Hahn, Reynaldo – Le Bal de Beatrice d’Este, Suite for Orchestra

(geb. Caracas , 9. August 1874 – gest. Paris, 28. Januar 1947)

Entrée pour Ludovic le More p.1– Lesquercade p.9 – Romanesque – p.17
Ibérienne p.24 – Léda et l‘ Oiseau (Intermède Léonardesque) p.34 –
Courante p.38 – Salut final au Duc de Milan p.49

Vorwort
Reynaldo Hahn das zwölfte Kind eines deutsch-jüdischen Ingenieurs und Erfinders und seiner spanisch-baskischen Frau. Er wurde in Venezuela geboren, wuchs aber bereits ab dem Alter von drei Jahren in Paris auf. Zweifellos ein Wunderkind, war er vielleicht am bekanntesten für seine Lieder – er begleitete sich oft selbst beim Singen im Konzert, und er nahm mehrere Lieder auf diese Weise auf. Aber sein Gesamtwerk war umfangreicher, dort finden sich 17 Opern, 8 Ballette, 25 Bühnenmusiken und 2 Kompositionen für den Film. Allesamt belegen sie seine lebenslange Beschäftigung mit dem Theater, was nicht weiter überrascht, war sein Hauptlehrer doch Jules Massenet, wenngleich auch Gabriel Fauré einflussreich war.

Obwohl er ein enger Freund von Marcel Proust war, nahm Hahn die französische Staatsbürgerschaft erst 1908 an. Dennoch war er in der französischen Gesellschaft immer sehr beliebt. Sehr gut aussehend, wahrscheinlich homosexuell, zeigten sich viele ältere Mesdames mit ihm als fast “sicheren“ Gefährten an, obwohl er mehrere Beziehungen mit Damen der Gesellschaft unterhalten hatte. Seine Haupteinnahmequelle war das Dirigieren an Oper und Theater, vor allem in Cannes, aber auch bei so prestigeträchtigen Veranstaltungen wie den Salzburger Festspielen. Tatsächlich war er ein bekannter Spezialist für die Musik Mozarts. Ebenso arbeitete er viele Jahre lang als Musikkritiker für Le Figaro.

Hahn schrieb 1905 Le Bal de Béatrice d‘Este. Das Werk gehört zu einer langen Reihe von Stücken, die in Anlehnung an die Tanzsuiten der Renaissance entstanden. Griegs Holberg-Suite, Delibes‘ Tänze aus Le Roi‘ s‘Amuse und Parry‘s Lady Radnor‘s Suite waren zeitgenössische Beispiele, und Werke wie Richard Strauss‘ Musik für Le Bourgeois Gentilhomme, Peter Warlocks Capriol-Suite und Strawinskys Pulcinella sollten folgen. Hahns Suite ist Saint-Saëns gewidmet, der ihn am Pariser Konservatorium unterrichtet hatte, und den Hahn immer bewunderte. Die sieben Sätze beschwören die Atmosphäre am Hof des Herzogtums Este in Mailand herauf. Die Herzogin von Mailand war Beatrice (1475-1497), die mit ihrem Mann ein Mäzen der Kunst und der Künstler war, darunter Leonardo da Vinci, der für den Herzog Das letzte Abendmahl schuf.

Hahn umrahmt seine Suite mit fanfarenartiger Musik, um die Gäste anzukündigen, und präsentiert drei Tänze – eine Lesquercade, eine Romanesque und eine Courante. Ein Porträt der Isabella von Spanien (Beatrices Schwester) gibt einen lebhaften rhythmischen Kontrast in der Ibérienne, während Léda et l‘ Oiseau (Intermède Léonardesque) eine musikalische Darstellung von da Vincis Gemälde Leda und der Schwan ist – obwohl Beatrice wahrscheinlich schon lange vor Leonardo gestorben war, der es malte.

Die Besetzung (Orchesterbläser, Klavier und zwei Harfen) ist ungewöhnlich. Blasmusik war damals in Paris sehr populär, und Hahn hatte bereits 1903 bei Konzerten der Societé Moderne d‘Instruments á Vent assistiert. Sie waren es auch, die am 28. März 1905 in ihrem Konzert zum 10-jährigen Jubiläum die Erstaufführung des Werks gaben. Reynaldo Hahn dirigierte es im April 1935 für eine HMV-Aufnahme (HMV I.990-991).

Phillip Brookes, 2020

Aufführungsmaterial ist von Heugel, Paris, zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars aus der Sammlung Gustav Pilsl, Nantwich, Cheshire. 


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