Goldmark, Carl

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Goldmark, Carl

Merlin, overture

Art.-Nr.: 3055 Kategorie:

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Carl Goldmark – Vorspiel zur Oper Merlin (1886)

(geb. Keszthely, 18. Mai 1830 – gest. Wien 2. Januar 1915)

Heute ist Goldmark beinahe vergessen, nur sein Violinkonzert und die Symphonie „Ländliche Hochzeit“ tauchen hin und wieder in Konzertprogrammen auf. Und doch war er eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten Wiens zwischen 1860 und 1900 und damit ein Komponist von Weltruf. Goldmark wurde in seinem letzten Lebensabschnitt mit Auszeichnungen geradezu überhäuft: 1896 erhielt er das Ritterkreuz des Leopoldordens, 1910 ernannte ihn die Universität Budapest zum Ehrendoktor, und 1914 wurde er zusammen mit Richard Strauss Ehrenmitglied der Accademia Santa Cecilia in Rom. Bereits 1866 erhob die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde ihn ebenfalls zum Ehrenmitglied. Diese Erfolge lassen nicht vermuten, wie beschwerlich die Karriere von Goldmark zunächst verlief.
Er wurde am 18. Mai 1830 in Keszthely geboren. Goldmarks Name ist reinste Ironie, stammte er doch aus ärmlichen Verhältnissen. Seine ungarisch-jüdischen Eltern (sein Vater war Kantor) hatten über 20 Kinder zur Welt gebracht, über die genaue Anzahl findet man unterschiedliche Angaben. Bei so vielen Kindern blieb nicht genug Geld für eine sorgfältige Schulbildung. An Instrumentalunterricht war dabei überhaupt nicht zu denken. Im Alter von vier Jahren zog Carl mit seinen Eltern nach Ödenburg (dem heutigen Sopron im Westen Ungarns). Hier bekam er auch im Alter von elf Jahren sein erstes Musikinstrument, eine Violine. Er machte auf der Violine so erstaunliche Fortschritte, dass er 1844 vorübergehend Unterricht in Wien erhielt, doch bereits nach anderthalb Jahren war den Goldmarks das Geld ausgegangen, und er musste zurück. Er bereitete sich selbstständig auf sein Schulexamen vor und lernte autodidaktisch auf der Violine weiter. Nachdem er diese Widrigkeiten überstanden hatte, begann er am Wiener Konservatorium zu studieren. Doch bereits kurze Zeit später, es war das Jahr 1848, wurde das Konservatorium wegen der Revolution geschlossen. Man hielt ihn sogar fälschlicherweise für einen Rebellen. Diesen Irrtum hätte Goldmark beinahe mit seinem Leben zahlen müssen. Auf der Violine hatte er es aber bereits so weit gebracht, dass er für das Orchester des Ödenburger Theaters engagiert wurde. Später ging er als Orchestermusiker nach Wien. Hier begann er auch, sich das Klavierspielen selber beizubringen. Seinen Unterhalt verdiente er sich neben der Tätigkeit als Orchestermusiker mit dem Unterrichten auf dem Klavier. Trotzdem fand er Zeit zu ersten Kompositionen.
Mit seinem Streichquartett op.8 feierte er bereits einen Erfolg. 1862 erhielt er ein Staatsstipendium und konnte sich mehr dem Komponieren widmen. Der erste Erfolg mit einem Orchesterwerk gelang ihm 1865 mit seiner „Sakuntala“ Ouvertüre op.13, die auch bei der Kritik auf große Zustimmung stiess. Seinen größten Triumph feierte er aber mit seiner Oper „Die Königin von Saba“, die an der Wiener Hofoper 1875 uraufgeführt wurde. Sie trug ihm internationale Anerkennung ein. Im Wiener Musikleben war er eine feste Größe. Auch sein 1877 komponiertes Violinkonzert und die im gleichen Jahr entstandene Symphonie „Ländliche Hochzeit“ hatten seinen Ruhm gefestigt.
Goldmark komponierte sechs Opern. Da er sich mit antiken Stoffen beschäftigte, nannte der berühmte Wiener Kritiker Eduard Hanslick ihn einen „Poeten des tragischen Untergangs“. Neben der „Königin von Saba“ komponierte er noch die Opern „Merlin“ (1886), „Das Heimchen am Herd“ (1896), „Die Kriegsgefangene“ (1899), „Götz von Berlichingen“ (1903) und „Ein Wintermärchen“ (1907). Goldmark stirbt im Alter von 84 Jahren in Wien.

Goldmark war ein leidenschaftlicher Anhänger der Musik Richard Wagners und engagierte sich seit den 1860er Jahren sehr für ihn. Wagners Einfluss wird vor allem in Goldmarks acht Konzertouvertüren deutlich. Er nahm jedoch eine Reihe verschiedenster Einflüsse auf: So ist seine erfolgreichste Oper: „Die Königin von Saba“ (1875) ein exotisches Stück im damals beliebten französischen Stil.
Nach dem großen Erfolg seiner Oper „Die Königin von Saba“ machte sich Goldmark erst elf Jahre später erneut an die Komposition einer Oper. Diesmal lag ihr die Arthus Legende zugrunde: „Merlin“. Die Uraufführung im November 1886 an der Wiener Hofoper war ein großer Erfolg. Im folgendem Jahr wurde „Merlin“ auch an der Metropolitan Opera in New York inszeniert. In der Zeit nach Richard Wagner waren solche Stoffe äußerst populär. Der Inhalt ist kurz erzählt: Merlin schützt durch seine magischen Kräfte König Arthus. Viviane wird durch einen Dämon verleitet, Merlin zu verführen. Daraufhin verliert Merlin seine Kräfte und kann diese nur zurückgewinnen, wenn er seine Seele dem Dämon weiht. Viviane rettet Merlin, indem sie Selbstmord begeht und damit den Fluch aufhebt. Doch ein dauerhafter Erfolg war der Oper nicht beschieden, daran änderten auch zwei Überarbeitungen nichts mehr. Das Vorspiel zum 1. Akt stellt die Themen der Oper vor und gibt eine Kurzfassung des Inhalts wieder.

Spieldauer ca. 12 Minuten.

Marcus Prieser, 2017

Aufführungsmaterial ist von Musikverlag J. Schuberth, Frankfurt / Main, zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars aus der Sammlung Markus Prieser, Wittmund.

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