Franckenstein, Clemens von

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Franckenstein, Clemens von

Rhapsodie Op. 47

Art.-Nr.: 4164 Kategorien: ,

20,00 

Clemens Erwein Heinrich Karl Bonaventura, Freiherr von und zu Franckenstein

Rhapsodie, op. 47

(geb. Wiesentheid, Kitzingen, 14 Juli 1875 – gest. Hechendorf am Pilsensee, 19. August 1942)

Vorwort
Obwohl in Bayern geboren, wuchs Baron Franckenstein in Wien auf – später sollte sein jüngerer Bruder Georg der österreichische Botschafter in London werden -, zog aber nach München, um dort seine musikalischen Interessen zu verfolgen. Hier studierte er bei Ludwig Thuille, bevor er sich am Hoch- Konservatorium in Frankfurt einschrieb, wo Iwan Knorr sein Lehrer war. In Frankfurt lernte er seinen Kommilitonen Hans Pfitzner kennen und wurde eine Art Ehrenmitglied der „Frankfurter Gruppe“ um Percy Grainger, Cyril Scott, Henry Balfour Gardiner, Roger Quilter und Norman O’Neill – so sang er zum Beispiel im Mai 1903 in einem Londoner Privatkonzert Graingers Chorwerke, die der Komponist selbst dirigierte.

In seiner Wiener Zeit gewährte man Franckenstein Zugang zum Kreis um den Dichter Stephan George, und er traf Hugo von Hofmannsthal, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. (Franckenstein vertonte zahlreiche Gedichte des Freundes in seinen Liedern Opus 14 und 35). Seine musikalische Laufbahn jedoch begann er als Operndirigent in Amerika (1900-1901), England (1902-1907, mit der Moody-Manners Opera), am Wiesbadener Hoftheater und der Königlich Preussischen Oper in Berlin – dort auf Einladung von Richard Strauss. 1912 wurde er der letzte Hofintendant an der Münchener Oper, wo er Bruno Walter als Generalmusikdirektor einführte und die Opernpremieren von Klenau, Korngold, Braunfels, Courvoisier, Graener und Pfitzner ausrichtete. Während der Räterepublik ohne Anstellung, berief man ihn im Jahre 1924 zum Bayerischer Staatsintendanten. Er hasste den Aufstieg Hitlers und der Nazis und hielt sich mit seiner Ablehnung auch öffentlich nicht zurück (so besuchte ihn Hitler in seinem bayerischen Heim, begleitet von Richard Strauss, dem Präsidenten der Reichsmusikkammer. Nach dem Besuch ging Franckenstein um das ganze Haus und öffnete alle Fenster, um frische Luft herein zu lassen – was keinem der Anwesenden entging). Wegen solcher Vorfälle wurde er im Jahre 1934 gezwungen, von seinen Posten zurückzutreten.

Franckensteins Musik ist grösstenteils post-romantisch, insbesondere post-wagnerianisch. Seine vier Opern Griseldis (1896–7), Fortunatus (1901–3), Rahab (Budapest, 1909) und Des Kaisers Dichter Li-Tai-Pe (Hamburg, 1920) entstammen der gleichen Welt wie die Musik Zemlinskys und Schönbergs. Seine Lieder und Klavierstücke sind lyrisch und angedeutet modal. Ausserdem wären da noch eine Reihe von kurzen Orchesterwerken aus den 1920er-und 30er Jahren mit ihrer starken Verbindung zum Neoklassizismus.

Die Rhapsodie stammt aus der Mitte der 1920er Jahre. Die Uraufführung fand 1926 anlässlich eines Konzertes der Royal Philharmonic Society in London statt. Ein Bericht über das Konzert notiert, dass Franckensteins Rhapsodie „einen Musiker ehrt, der einst Grosses für die englische Musik vollbrachte. Das war zwischen 1902 und 1907, da er als junger Mann nach London kam, und – klein anfangend – als Dirigent mit der Moody-Manners Opera Company die Provinz bereiste und später die Musik für Sir John Martin-Harvey Schauspiele komponierte und dirigierte.“

Übersetzung: Peter Dietz

Wegen Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an Universal Edition, Wien. Nachdruck eines Exemplars aus der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.

Partitur Nr.

4164

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

60