Elgar, Edward

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Elgar, Edward

Salut d’Amour for orchestra

12,00 

Edward William Elgar

(geb. Lower Broadheath, Worcester, 2. Juni 1857 – gest. Worcester, 23. Februar 1934)

Salut d’Amour
(Liebesgruss)

Vorwort
Um die Sommerzeit des Jahres 1888 durfte sich Edgar über einige kleinere Erfolge freuen. So hatte man seine orchestrale Sevillaña (MPH score 1540) bereits 1884 im Crystal Palace aufgeführt, und zwei seiner Three Characteristic Pieces (MPH score 682) konnte man in Birmingham im März 1888 hören. Einige Stücke für Violine und Piano waren zur Veröffentlichung angenommen worden, unter anderem von Schott & Söhne in Mainz. Aber es deutete nichts darauf hin, was sich im Herbst des gleichen Jahres ereignen sollte.

Elgar verdiente seinen Lebensunterhalt als Musiklehrer, und im Herbst 1886 hatte sich eine neue Schülerin zum Unterricht der Begleitung am Klavier bei ihm vorgestellt. Sie hiess Caroline Alice Roberts und war 38 oder 39 Jahre alt (es herrscht Uneinigkeit über ihr tatsächliches Geburtsjahr); Elgar selbst war 29. Sie war die Tochter des Generalmajors Sir Henry Gee Roberts, in letzter Position bei der indischen Armee, und war selbst in Indien geboren. Nach den „Regeln“ des mittleren viktorianischen Britanniens war an zwei Dingen nicht zu rütteln: Sie befand sich nun jenseits des Heiratsalters und durfte sich eines Lebens als alternde Jungfer im Dienste ihrer Nichten und Neffen gewiss sein. Und zweifellos war sie von höherem sozialen Rang als der junge Musiklehrer, bei dem sie sich eingeschrieben hatte.

Dennoch erblühe eine Romanze, und im Spätsommer des Jahres 1888 war sich Alice (unter diesem Namen kannte man sie) bewusst, dass sie den Mann fürs Leben gefunden hatte. Am 16. August schrieb sie ein Gedicht, “Love’s Grace”, dass sie Edward überreichte. Dieser schrieb im Gegenzug ein Violinstück mit Klavierbegleitung (wahrscheinlich etwas, das die beiden zusammen spielen konnten) und nannte es „Liebesgruss“ (Love’s Greeting). In seiner Widmung kreierte Elgar einen neuen Namen – Carice – aus Caroline Alice, ein frühes Beispiel von Elgars Vorliebe für Wortspiele. Als schliesslich ihr einziges Kind geboren wurde, gaben die Eltern ihr den Namen Carice.

Elgar bot das Stück Schott an, die es in Fassungen für Violine und Piano, Piano solo und für Orchester akzeptierten, jedoch nur gegen eine einmalige Abfindung von 2 Guineen. Auf ihre Veranlassung hin wurde der Titel in Salut d’Amour geändert, in der Hoffnung, dass sich das Werk in Frankreich besser verkaufe. Ursprünglich veröffentlichten sie es auch unter dem Komponistennamen „Ed. Elgar“ und ließen die Nationalität des Komponisten ungewiss, befürchteten sie doch, dass alles, was englisch klang, schlecht verkauft würde! Im Jahre 1899 bot der Verlag Elgar noch weitere 10 Guineen, damit er mehr Arrangements liefere. 1905 schliesslich gab es Salut d’Amour in 26 verschiedenen Sprachen zu kaufen, darunter zahlreiche Fassungen als Lied!

Bei der vorliegenden Partitur handelt es sich um die Originalfassung für Orchester, die Elgar im Jahre 1889 schrieb. Sie erklang zum ersten Male am 11. November 1889 im Crystal Palace, August Manns dirigierte.

Dieses Werk, dass zu Beginn seiner Beziehung mit Alice entstand, war der Startschuss zu Elgars erfolgreichen Jahren. Alle seine grossen Werke stammen aus dieser Zeit, das letzte war das Cello Concerto, geschrieben 1919, als Alice krank war. Sie starb in Edwards Armen im April 1920, und der Komponist – immer etwas unsicher und zu Depressionen neigend – sollte sich von diesem Verlust nicht mehr erholen.

Phillip Brookes, 2016

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München,zu beziehen.

Partitur Nr.

1881

Sonderedition

The Phillip Brookes Collection

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Aufführungsmaterial

vorhanden

Druck

Neudruck

Seiten

16