Clementi, Muzio

Sinfonia in Re Op. 18, no. 2

Art.-Nr.: 1847 Kategorie:

19,00 

Muzio Clementi

Sinfonia in Re, Op. 18, no. 2

(geb. Rom, 24. Januar1752– gest. Evesham, Worchester, 10. März 1832)

 

Vorwort
Muzio Clementi wurde in Rom geboren und begann seine musikalischen Studien bereits in jungen Jahren. Ab dem Alter von 13 Jahren betreute er die Stelle des Organisten an der St. Lorenzo in Damaso – Kirche in Rom. Seine Fähigkeiten erregten bald die Aufmerksamkeit von Peter Beckford (1740–1811), einem Engländer, der sich auf seiner Kavalliersreise befand, der obligatorischen Bildungsreise des Adels. Beckford schloss mit Clementis Vater einen Vertrag, der besagte, dass der junge Mann bis zu seinem 21. Geburtstag für die musikalische Unterhaltung auf seinem ländlichen Anwesen Stepleton Iwerne in Dorset zuständig sein solle. Um 1774 zog Clementi nach London, wo er als Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent, Musikverleger wie auch als Eigentümer und Manager einer Klavierfabrik und eines Handelsunternehmens tätig war. Obwohl er für seine Klavierwerke am bekanntesten war, verbrachte Clementi viele Jahre damit, in London und zahlreichen anderen europäischen Städten Symphonien zu komponieren und aufzuführen. Von seinen geschätzten 20 Symphonien sind die meisten verschollen, und die hier veröffentlichte Sinfonia in Re, Op. 18, no. 2 ist eine von nur zweien, die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden.

Im Jahre 1786 begann Clementi, als Symphoniker öffentlich in Erscheinung zu treten; er präsentierte seine Symphonien in mehr als der Hälfte der Konzerte der Hanover Square Grand Professional Concert – Reihe, deren Hauptkomponist und geförderter Musiker er in diesem Jahr war. Der Morning Herald schrieb am 23. Februar 1786: „ Der hochgebildete Clementi produzierte eine brillante Ouvertüre voller genialer Modulationen.“ Zumindest ein Musikwissenschaftler nimmt an, dass sich die Kritik auf die hier vorliegende Symphonie bezieht. Dieses Werk präsentiert stellvertretend ein Gefühl der Hoffnung, mit dem man das 18. Jahrhundert identifiziert. Obwohl auch dunklere Spannungen vorkommen, lösen sich diese doch immer in eine lebhafte und freudige Helligkeit auf. Celementis Biograph Leon Plantanga vermerkt einen Wandel im Kompositionsstil des Komponisten in den frühen 1870er Jahren, weg vom Virtuosentum zu einem melodischen und prächtigen Stil. Diese Veränderung durchdringt auch die vorliegende Symphonie. Die Partitur verlangt nach einer relativ kleinen Gruppe an Musikern und ist nicht besonders virtuos gehalten, wodurch sie auch für Amateurmusiker in privaten Zirkeln geeignet ist. Amateuraufführungen waren in jener Zeit allgemeine Sitte, was möglicherweise Clementi dazu bewogen haben mag, dieses Werk zu veröffentlichen. Das mag auch der Grund dafür sein, dass das Werk bis in die heutigen Tage überliefert wurde.

Die leichtfüssige und verspielte Symphonie ist der galanten Ästhetik klarer Melodien und sauberer Linien verpflichtet, geführt von den Streichern, koloriert durch die Bläser, die auch das thematische Material wiederholen. Das Stück ist viersätzig aufgebaut, wie es damals bereits auf europäischen Festland üblich war, für englische Komponisten jedoch eine Neuheit darstellte. Der erste Satz beginnt mit einer langsamen Grave – Einleitung, die sich in ein würdevolles Allegro hin-einbewegt, das in seinen Figuren jedoch lebhaft legato und staccato kombiniert. Der Andante – Satz wird beherrscht von den Streichern und setzt im Ausdruck die leichteren Partien des ersten Satzes fort. Der dritte Satz ist ein kühnes Menuett, während das Finale, mit Allegro Assai der schnellste der vier Sätze, das Werk zu einem treibenden und überschwänglichen Abschluss bringt.

Clementins Opp. 18, no. 1 und 2 wurden in London von Longman and Broderip veröffentlicht und erklangen in der Stationer’s Hall am 23. April 1787 als “No. 1 & 2, Symphonie á Grand Orchestre composée par Muzio Clementi.” Leider sind die Manuskripte der Symphonie nicht erhalten.

Joyce Asber, 2016

Aufführungsmaterial ist von Ricordi, Mailand, zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.

 

 

 

Partitur Nr.

1847

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

60

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