Burgmüller, Norbert

Alle

Burgmüller, Norbert

Symphony No. 1 in C minor Op. 2

Art.-Nr.: 125 Kategorie:

40,00 

Norbert Burgmüller – Symphonie Nr. 1 c-moll op. 2 (1830-33)

(geb. Düsseldorf, 8. Februar 1810 – gest. Aachen, 7. Mai 1836)

I Andante grave – Allegro moderato p. 3
II Adagio p. 90
III Scherzo. Allegro di molto p. 123
IV Finale. Allegro molto e con brio p. 148

Vorwort
August Joseph Norbert Burgmüller wurde als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Der Vater August Burgmüller (1766-1824) war Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf und begründete die Niederrheinischen Musikfeste. Seine Ehefrau Therese, geb. von Zandt (1771-1857), war eine begabte Sängerin und gesuchte Klavierlehrerin. Norberts älterer Bruder Friedrich (1806-1874), mit dem er meistens verwechselt wird, ließ sich in Paris nieder und kam durch leichte bis seichte Klavierwerke über beliebte Motive der Zeit zu Popularität und Vermögen. Bekannt machten ihn ferner das Ballett La Péri und seine bis heute benutzten Klavieretüden. Norbert Burgmüller wurde vom Vater musikalisch unterwiesen, nach dessen Tod ihm Graf Nesselrode-Ehreshoven ab 1826 in Kassel bei Louis Spohr (1784-1859) und Moritz Hauptmann (1792-1868) weitere Ausbildung ermöglichte. Nach deren Abschluß blieb Burgmüller in Kassel, erteilte Musikunterricht und trat als Pianist und Komponist an die Öffentlichkeit. 1830 kehrte er nach Düsseldorf zurück und wohnte bei seiner Mutter. Er verkehrte in einem Kreis aus Malern, Dichtern und Musikern. Wichtige Anregungen gab ihm Felix Mendelssohn, der 1833 als Musikdirektor nach Düsseldorf kam. 1835 schloß Burgmüller Freundschaft mit dem Dichter Christian Dietrich Grabbe (1801-36), die ihm im 19. Jahrhundert zu einiger Bekanntheit verhalf. Burgmüller, der an Epilepsie litt, starb unter ungeklärten Umständen während einer Kur in Aachen im Bade. Zur Beisetzung komponierte Mendelssohn den Trauermarsch op.103.
Burgmüllers Werk umfaßt 2 Sinfonien, ein Klavierkonzert, eine Ouvertüre, 4 Entr‘Actes für Orchester, 4 Streichquartette, eine Klaviersonate, 23 Lieder und einige Klavierstücke. Bekannt ist heute sein Duo für Klarinette und Klavier, während ein Opernfragment Dionys und alle Chorwerke verschollen sind. Einige, meist kleinere Stücke ließ der Verlag Hofmeister zwischen 1838 und 1844 im Druck erscheinen, aber erst von 1863 bis 1865 publizierte Friedrich Kistner in Leipzig weitere Kompositionen, darunter die erhaltenen Orchesterwerke. Dank des journalistischen Einsatzes von Robert Schumann und gelegentlicher Aufführungen gerieten Burgmüllers Werke in Kennerkreisen nie ganz in Vergessenheit. Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte der umfangreichen Homepage www.burgmueller.com.
Die 1. Sinfonie in c-moll op.2 entstand von 1830 bis 1833 und erlebte ihre erste Aufführung am 13. November 1834 in Düsseldorf. In einer Rezension heißt es dazu: »Die tiefdurchdachte Originalität und überraschende Neuheit dieser Symphonie, ihre Verständlichkeit neben einer ungewohnten Kühnheit und Fülle der Harmonie, ihr Charakter, auf das Angenehmste an den Verfasser erinnernd, überdies ihre vielen Glanzpuncte, die einfach und ungesucht einen desto grösseren Effect machen, charakterisieren und unterscheiden dieselbe so vortheilhaft von vielen ähnlichen Werken der neuesten Zeit, daß sie schon an und für sich das größte Interesse der Musikfreunde in Anspruch nimmt. Möchte daher Burgmüller einen guten Verleger zu diesem Unternehmen finden, da ja beide, der Verfasser wie der Verleger, zweifelsohne dabei nur gewinnen werden.« Schon Schumann hielt das Werk, nach einer Aufführung unter Mendelssohn im Leipziger Gewandhaus 1838, für »…das bedeutendste, nobelste Werk im Sinfonieenfach, das die jüngere Zeit hervorgebracht.« Die c-moll-Sinfonie verwandelt Einflüsse von Beethoven und Spohr mit erstaunlicher Selbständigkeit im Sinne einer sehr persönlichen, düster gefärbten Sturm-und-Drang-Philosophie. In den besten Momenten der monothematisch anmutenden Ecksätze, wie im heftigen Marsch des Scherzo und im traumverlorenen Adagio weist sie in mancher Hinsicht über Schumann hinaus in die Zukunft: zu Brahms und Bruckner. Anlässlich einer Aufführung in Rostock 1882 vermerkte die Kritik: »Man rühmt der quasi-Novität hohen musikalischen Werth nach und meint, daß sich das Werk noch heute neben den besten Symphonien von Schumann sehen lassen dürfe, ja diesen theilweise an eigentlicher Orchestererfindung über sei.«
Klaus Zehnder-Tischendorf

Partitur Nr.

125

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Seiten

240

Format

160 x 240 mm

Druck

Reprint

Go to Top