Browne, W. Denis

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Browne, W. Denis

Dances for Small Orchestra

19,00 

William Charles Denis Browne

(geb. Leamington Spa, 3. November 1888 – gest. Krithia, 4. Jun, 1915)

Dances for Small Orchestra

Zur Aufführung bearbeitet von Robert Weedon

Besetzung: Flöte, Oboe, Klarinette in A, Horn in F, Kornett in Bb, Pauken, Triangel, Harfe (oder Klavier), 1st & 2nd Violinen, Bratsche, Violoncello, Kontrabass

William Denis Browne ist wohl am bekanntesten für das Lied To Gratiana singing and dancing sowie einige weitere Lieder für Solostimme und Klavier. Jedoch enthält sein Oeuvre auch Chorstücke und Kammermusikwerke, darunter die hier veröffentlichten Dances for small orchestra, seine frühesten und am vollständigsten erhaltenen Beiträge für diese Besetzung.
Geboren in Leamington Spa, Warwickshire, mit Eltern irischer Herkunft, zeigte Denis Browne schon als Junge musikalisches Talent. Ab
1903 war er Schüler in der Rugby School, wo er sich mit dem Dichter Rupert Brooke anfreundete; 1907 immatrikulierte er als Orgelschüler am Clare College an der Universität Cambridge. An der Universität entwickelte er sich zum vielleicht bekanntesten studentischen Musiker seiner Generation und wurde von Professor Edward Dent, Tutor und Vertrauensperson, als der „klügste aller Cambridge – Musiker“ bezeichnet, beachtlich angesichts einer Studentenschaft, in der Clive Carey, Arthur Bliss, Cecil Armstrong Gibbs und andere zu finden waren.
Nach seiner Graduierung in Cambridge arbeitete Denis Browne als Lehrer, Kritiker, Künstler (er gab die erste britische Aufführung der Klaviersonate von Alban Berg) und Komponist. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs überredete ihn Brooke, gemeinsam der neugegründeten Royal Naval Division als Offizier beizutreten. Im Februar 1915 segelten sie ins östliche Mittelmeer zu den Dardanellen.
Während dieser Seereise stirbt Brooke an Blutvergiftung. Der stimmungsvolle Bericht Denis Brownes über das Begräbnis des Dichters auf der Insel Skyros hat diese Kriegsepisode zu einem Mythos gemacht. Er gab auch den Anstoss zu Elegy von Frederick Kelly

[Repertoire Explorer, Nr. 1517].
Denis Browne fuhr weiter nach Gallipoli, wo er an der Seite des ANZAC kämpfte. Er wurde im Juni 1915 in der dritten, katastrophalen Kritha-Schlacht getötet; sein Leichnam wurde nie gefunden. In einem auf dem Schlachtfeld geschriebenen Brief erinnert er sich an Brooke: “Nun bin auch ich verloren; es wird nicht zu schlimm, hoffe ich. Ich bin glücklicher als Rupert, weil ich gekämpft habe. Aber es wird mich niemand begraben, wie ich ihn begrub; auf lange Sicht mag er besser weggekommen sein als ich.“
In einem anderen Brief, kurz vor seinem Tod abgesandt, wies Brown seinen Musiknachlassverwalter Dent an, jedes Werk zu zerstören, das nicht „Denis Browne in Höchstform“ repräsentiere. So hinterliess er ein kleines Oeuvre von höchster Qualität, heute im Archiv des Clare College zu finden.
Die Entstehungsgeschichte der zwei Dances for Small Orchestra ist kompliziert. Eine Fassung des ersten Tanzes in A – Dur erlebte ihre Uraufführung im März 1912 am Clare College, obwohl Hugh Taylor, der Biograph des Komponisten, vermutet, dass der dort gespielte zweite Tanz ein gänzlich anderes Stück als jenes in D – Dur war, das hier veröffentlicht ist. Der Komponist bearbeitete den zweiten Tanz auch als Intermezzo für Streichquartett oder Solo-Klavier. Ebenso existiert der erste Tanz in A in mehreren Fassungen: Browne begann, ihn für eine grössere Besetzung als Miniature Suite for Full Orchestra zu bearbeiten, aber diese Fassung blieb bis nach Buchstabe D der vorliegenden Partitur unvollendet, und wir wissen nichts über irgendeinen weiteren geplanten Satz. Dieser Tanz bildet auch Teil seines einaktigen Ballett von 1914, The Comic Spirit. Leider ist es ebenfalls unvollendet wegen eines fehlenden Stimmbuchs.
Die vorliegende Ausgabe basiert auf den originalen Partituren und Stimmen. Die einzige Änderung, die wir vorgenommen haben, ist die Transposition der Kornettstimmen von A nach Bb –- während auch um die Jahrhundertwende das Kornett in vielen verschiedenen Stimmungen wegen eines austauschbaren Stimmbogens verfügbar war, ist heute für eine zufriedenstellende Aufführung nur das B-Kornett angemessen. Der Komponist vertonte sein späteres Werk The Comic Spirit für Kornett in Bb.
Diese Aufführungsfassung wurde ursprünglich für ein Projekt zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg hergestellt, das von den
Cambridgeshire Libraries & Archives veranstaltet wurde. Sie wurde zum erstenmal in einer Sendung des BBC Radio 3 vom 24. Juni
2014 gespielt; Paul Daniel dirigierte das BBC Philharmonic Orchestra.
Ich danke Mr Robert Athol, Edgar Bowring Archivar des Clare-Colleges, und der Familie von W. Denis Browne, für ihre Hilfe bei der
Vorbereitung dieser Ausgabe.

R.A. Weedon, London, June 2014

übersetzt aus dem Englischen von John Wagstatt

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München, zu beziehen.

Partitur Nr.

1552

Sonderedition

The Phillip Brookes Collection

Genre

Orchester

Seiten

52

Aufführungsmaterial

vorhanden

Druck

Neudruck

Format

210 x 297 mm