Bantock, Granville

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Bantock, Granville

The Frogs for orchestra

Art.-Nr.: 1971 Kategorie:

21,00 

Granville Bantock

(geb. London, 7. August 1868 – gest. London, 16. Oktober 1946)

The Frogs

Vorwort
Granville Bantock ist einer der wichtigsten britischen Komponisten des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts, wenn auch so gut wie voll­stän­dig unbekannt und durchaus auch fast fünf­zig Jahre nach seinem Tod nicht mit einer umfassenden Monographie gewürdigt. Hauptsächlich war Bantock ein Komponist von Vo­kal­werken – seine unbegleiteten Chorsinfonien Atalanta in Caly­don, 1911, und The Vanity of Vanities, 1913, gehören zu den ersten kontrapunktisch kom­ple­xe­ren Chor­wer­ken seit mehr als zweihundert Jahren, sein Oratorium Omar Khayyam, 1906, zeigt ihn als Meister orientalistischen Stils, an­de­re, geistliche Oratorien weisen auf Liszt, Gounod, Stan­ford, Parry, Dvorák und an­dere Kom­ponisten des 19. Jahrhunderts zurück. Als Schü­ler Frederick Corders waren Wagner und vor allem Liszt auf ihn von starkem Einfluß, wie be­sonders seine Tondichtungen (The Witch of At­las, 1902, Fifine at the Fair, 1901), aber auch seine Pro­grammsinfonien zeigen. Gerade dies war von nicht ge­ringer Beliebtheit in der britischen Musiklandschaft Anfang des Jahrhun­derts. Der Welt­krieg brachte wie für manch anderen Komponisten auch für Bantock einen Bruch seiner Popularität, die in den zwanziger Jahren vollständig weg­zu­bröckeln be­gann.

Bantock galt als guter Dirigent, auch wenn nur wenige Tonträgeraufnahmen von ihm er­halten zu sein scheinen. Zeitgenosse Elgars, dem er das Oratorium Christus (1901) widmete, wird er von Percy Young, stilistisch durchaus nachvollziehbar, mit Frederick Delius und Ethel Smyth noch der Gruppe der “old era” zuge­rech­net. Er war Freund von Havergal Brian, Josef Holbrooke und anderen, setzte sich un­er­müd­lich für die Werke anderer ein (darunter Boughton, Vaughan Williams, Harty und Bax).

Bantock studierte erst am Trinity College of Music in London bei Gordon Saun­ders (nach seinem Abschied von Birmingham blieb er dort Professor bis kurz vor sei­nem Tode) und dann bei Henry Lazarus (Klarinette), Reginald Steggall (Vio­li­ne, Viola und Orgel), Frederick Corder und Alexander Campbell Mackenzie an der Royal Academy of Music, wo er (hier wie dort) schon früh Dozent wurde. 1893 wurde er Editionsleiter des Quarterly Musical Review. Von 1897 bis 1901 hielt er den Po­sten des musikalischen Di­rek­tors des Towers in New Brighton. Dann nahm er den Ruf zum Principal der School of Music in the Birmingham Midland Institute (heute Bir­ming­ham Conservatoire) an und wurde 1908 Elgars Nachfolger als Musik­pro­fes­sor an der Universität Bir­mingham. 1930 wurde er in den Adelsstand erhoben.

Die Ouvertüre The Frogs wurde am 27. August 1935 vollendet, ist somit seinem Spätwerk zuzuordnen. Interessanterweise greift er mit diesem wie einigen anderen Ouvertüren seit 1929 einen Topos auf, der in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich in den Hintergrund gerückt war – die Theaterstücke der griechischen Antike (hier die berühmte Komödie Βάτραχοι von Aristophanes); so schuf z.B. auch Walter Leigh (1905–1942) eine ganze Schauspielmusik zum selben Stück für eine Aufführung an der Universität Cambridge 1936.

Zeitlebens von der griechischen Antike wie von fremden und fernen Kulturen fasziniert, kann man das kurze Werk vielleicht als Nebenprodukt zu seiner Sinfonie The Cyprian Goddess (vollendet im Januar 1939) sehen. Sehr häufig war für Bantock (und dies wird ihm bis heute vorgeworfen) eine literarische oder kulturhistorische Vorlage Ausgangspunkt für seine Orchesterkompositionen, doch ohne dass diese schlussendlich ein dezidiertes narratives Programm enthielten. Die Ouvertüre The Frogs, deren Uraufführung Bantock am 9. September 1936 in einem Queen’s Hall Promenade Concert aus der Taufe hob, ist sozusagen die Essenz von Aristophanes‘ Drama, sowohl von der dramatisch-surrealen Grundstimmung als auch der humoristischen Komponente her (dem berühmten Froschchor „Koax koax brekekekex“); im November 1945 spielte er die Ouvertüre für das Label Paxton auf Schallplatte ein. Nach seinem Tod wurde die Ouvertüre für Blechbläser eingerichtet und war seither häufig auf englischen Blechbläserwettbewerben zu hören.

Jürgen Schaarwächter, 2017

Aufführungsmaterial ist von Schott, Mainz, zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.

Partitur Nr.

1971

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

68