Gesualdo di Venosa, Carlo

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Gesualdo di Venosa, Carlo

Complete Madrigals (in six volumes in a slip case)

70,00 

Carlo Gesualdo di Venosa

Madrigals

(b. Naples, 8 March 1566 – gest. Gesualdo, 8 September 1613)

Preface

Carlo Gesualdo (c. 1561-1613) boasts one of the most interesting and sordid life stories of any recognized composer. In musical circles, his accomplishments are overshadowed by his contemporary, Claudio Monteverdi. But no composer of his era went further in harmonic experimentation than Gesualdo. As a result, his music is often described as “weird,” “unsettling,” or “unpredictable.” In fact, it is rich with meaning, dense with satisfying chromatic resolution, and overflowing with poetic intensity.

A short biography will frame the variety and expressive range of his madrigals: born into the Neapolitan aristocracy, Gesualdo was part of the culture of inter-marrying and familial intrigue so common in the Renaissance. He married his cousin (by papal consent), only to discover later that she was conducting an affair. Upon surprising the lovers in action, Gesualdo ordered their assassinations, and some reports state that the two were stabbed through with the same sword. Little doubt remains of Gesualdo’s guilt in this crime, but he escaped punishment. He later remarried, but by all accounts it was an unhappy match. His later life is a manic admixture of neurosis, religious fanaticism, and an obsession with musical expressionism and experimentation.

The madrigals contained in these volumes are widely considered Gesualdo’s masterpieces. They were the only music that Gesualdo appears to have intended to publish, and they are exquisite examples of what is known as the seconda pratica, a movement towards a more specific and overt textual expression that was spearheaded by Claudio Monteverdi. In fact, this obsessive specificity to the individual expression of single words is one of the disorienting factors in Gesualdo’s music. He shunned the light, pastoral texts that are featured in most madrigals in favor of melancholic poetry. For this reason, his source material is dense with imagery of death, the agony of love, the brevity of life, and other emotionally weighty topics. For such a sensitive composer, repetition of musical melodies would be unthinkable–if the poetry changes, how can the music remain the same? For this reason, both Gesualdo’s melodic and harmonic language change, often rapidly, and thus the listener is robbed of a memorable tune or refrain.

While the lack of repetitive melodic material may prove disorienting to the casual listener, it pays great dividends to those who are sensitive to the poetry. Incidentally, the same could be said not only of Monteverdi’s vocal music, but also of the exquisite Lieder of Hugo Wolf, the sumptuous mélodies of Debussy and Ravel, and countless other 20th century practitioners–this is music that endears with attention and repetition, but often fails to captivate the general audience at first listening. Close attention to the poetry reveals the motivation behind Gesualdo’s constantly-shifting musical language–his devotion to word-painting is the primary musical characteristic of his entire oeuvre.

The aforementioned experimentation is most exhibited in the latter books of madrigals; the first two volumes adhere quite closely to the predominant style of the time. Again, this draws a parallel between Gesualdo and Monteverdi–the early works find the respective composers feeling their way through the madrigal style, sharpening their wits for later experiments. For Gesualdo, the metamorphosis of his compositional language was aided by contact with the town of Ferrara, then a lively hub of artistic activity. His second wife’s brother was the Duke of Ferrara, and Gesualdo made contacts with several active and experimental composers there. The influence of these new ideas is clear in the last four books of madrigals, which show Gesualdo in the full blossom of his creative powers.

These pieces challenge and delight both performers and listeners alike; their unique form of expression provides a wealth of musical and poetic satisfaction.

Dr. Kyle Ferrill, University of Idaho, USA, 2012

For performance material please contact Musikproduktion Höflich, Munich (www.musikmph.de). Reprint of a copy from the Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.


Carlo Gesualdo di Venosa

(geb. Neapel, 8. März 1566 – gest. Gesualdo, 8. September 1613)

Madrigale

Vorwort

Carlo Gesualdos Lebensgeschichte gehört zu den interessantesten und auch anrüchigsten unter denen der anerkannten Komponisten. In der musikalischen Öffentlichkeit sind seine Leistungen von denen seines Zeitgenossen Claudio Monteverdi überschattet, aber kein Komponist seiner Zeit wagte sich weiter auf harmonisches Neuland vor wie Gesualdo. So wird seine Musik oft als „schräg“, „verstörend“ oder „unvorhersagbar“ beschrieben. Tatsächlich aber ist sie reich an tiefgründiger Bedeutung, voller befriedigender chromatischer Auflösungen und strömt über vor poetischer Intensität.

Eine kurze Biographie wird den Rahmen seiner musikalischen Vielfalt und die expressive Reichweite seiner Madrigale abstecken: Gesualdo wurde in die neapolitanische Aristokratie hineingeboren und war Teil einer Kultur von Zweckehen und familiärer Intrigen, wie sie in der Renaissance üblich waren. Er heiratete mit päpstlicher Zustimmung seine Cousine, um später zu entdecken, dass sie eine aussereheliche Affäre hatte. Als Gesualdo das Paar inflagranti überraschte, befahl er, sie zu ermorden, und es wird berichtet, dass die Liebenden mit dem gleichen Schwert durchbohrt wurden. Über Gesualdos Schuld in der Angelegenheit gibt es wenig Zweifel, aber er entkam der Bestrafung. Später heiratete er ein zweites Mal, jedoch war die Verbindung unglücklich. Sein weiteres Leben liest sich wie eine fiebrige Mischung aus Neurosen, religiösem Fanatismus und einer Obsession für musikalischen Expressionismus und Experiment.

Die in diesen Bänden versammelten Madrigale gelten weithin als Gesualdos Meisterwerke. Es handelt sich offenbar um die einzigen Kompositionen, die Gesualdo zu veröffentlichen beabsichtigte, und sie bieten exquisite Beispiele für die seconda pratica, eine Bewegung, die sich für eine angemessenere und offenere Orientierung des musikalischen Ausdrucks am Text einsetzte und deren wichtigster Repräsentant Claudio Monteverdi war. Tatsächlich ist diese radikale Betonung des individuellen Ausdrucks des einzelnen Wortes einer der verwirrenden Faktoren in Gesualdos Musik. Gesualdo mied das Helle, und in den meisten seiner Madrigale bevorzugte er pastorale Texte voll melancholischer Poesie. So ist seine sprachliche Grundlage durchdrungen von der Bildwelt des Todes, vom Liebesschmerz, der Endlichkeit des Lebens und anderer emotional gewichtiger Themen. Für einen empfindsamen Komponisten wie Gesualdo war es undenkbar, Melodien zu wiederholen – wenn die Poesie sich ändert, wie kann dann die Musik die gleiche bleiben? So wandelt sich die melodische und harmonische Sprache ständig, oft abrupt, und der Zuhörer ist einer greifbaren Orientierung an eine Melodie oder an einen Refrain beraubt.

Während sich der Mangel an melodischer Wiederholung für einen beiläufigen Zuhörer als verstörend erweist, birgt er große Vorzüge für den, der aufmerksam gegenüber der Poesie ist. Übrigens kann man das gleiche nicht nur über Monteverdis Vokalmusik sagen, sondern auch über die exquisiten Lieder von Hugo Wolf, die üppigen Melodien von Debussy und Ravel und die zahllosen Komponisten des 20. Jahrhunderts – dies ist Musik, die sich durch Aufmerksamkeit und wiederholtes Hören erschliesst, die aber scheitert, wenn sie die Gunst des Publikums beim erstmaligen Hören gewinnen will. Erhöhte Aufmerksamkeit auf die Texte enthüllt die Motivation hinter Gesualdos kontinuierlich sich verändernder Sprache – seine Liebe zur Wortmalerei ist das Hauptcharakteristikum seines gesamten Werkes.

Gesualdos Freude am musikalischen Experiment macht sich in seinen späteren Madrigalen am deutlichsten bemerkbar; die ersten zwei Bände passen sich noch eng an den vorherrschenden Stil seiner Zeit an. Auch hierin finden wir eine Parallele zwischen Gesualdo und Monteverdi – deren frühe Werke zeigen die Komponisten auf ihrer Wegsuche durch die Welt der Madrigale, auf der sie ihre Sinne für spätere Experimente schärften. Die Metamorphose von Gesualdos Musiksprache wurde beflügelt durch seinen Kontakt zur Stadt Ferrara, damals ein lebhafter Knotenpunkt künstlerischen Lebens. Der Bruder seiner zweiten Frau war der Herzog von Ferrara, und Gesualdo machte dort die Bekanntschaft vieler aktiver und experimenteller Komponisten. Der Einfluss dieser neuen Ideen ist in den letzten vier Madrigal- Bänden unüberhörbar, die den Komponisten in der vollen Blüte seiner Schaffenskraft zeigen.

Diese Werke erfreuen und fordern Musiker wie auch das Publikum gleichermassen; ihre einzigartige Form des Ausdrucks beschert einen grossen Reichtum an musikalischer und poetischer Befriedigung.

Dr. Kyle Ferrill, University of Idaho, USA, 2012

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich, München (www.musikmph.de) zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München

Inhalt / Content

Volume 1

Baci soavi e cari (Prima Parte) p.13

Quanto ha di dolce Amore (Seconda Parte) p.16

Madonna, io ben vorrei p.20

Come esser può ch’io viva p.24

Gelo ha Madonna il seno p.28

Mentre Madonna il lasso fianco posa (Prima Parte) p.31

Ahi, troppo saggia nell’errar (Seconda Parte) p.34

Se da sì nobil mano p.37

Amor, pace non chero p.40

Sì gioioso mi fanno i dolor miei p.42

O dolce mio martire p.46

Tirsi morir volea (Prima Parte) p.50

Frenò Tirsi il desio (Seconda Parte) p.53

Mentre, mia stella, miri p.57

Non mirar, non mirare p.61

Questi leggiadri odorosetti fiori p.64

Felice primavera (Prima Parte) p.68

Danzan le Ninfe oneste (Seconda Parte) p.70

Son sì belle le rose p.73

Bella Angioletta p.76

Inhalt / Content

Volume 2

Caro, amoroso neo (Prima Parte) p.13

Ma se tale hà costei (Seconda Parte) p.15

Hai rotto e sciolto e spento p.18

Se per lieve ferita(Prima Parte) p.22

Che sentir deve il petto mio (Seconda Parte) p.24

In più leggiadro velo p.27

Se così dolce è il duolo (Prima Parte) p.30

Ma se avverrà ch’io moia (Seconda Parte) p.31

Se taccio, il duol s’avanza p.33

O come è gran martire (Prima Parte) p.35

O mio soave ardore (Seconda Parte) p.36

Sento che nel partire p.37

Non è, questa la mano (Prima Parte) p.41

Nè tien face o saetta (Seconda Parte) p.42

Candida man p.45

Dalle odorate spoglie (Prima Parte) p.48

E quella arpa felice (Seconda Parte) p.49

Non mai non cangerò p.51

Al l’apparir di quelle luci ardenti p.53

Non mi toglia il ben mio p.56

Inhalt / Content

Volume 3

Voi volete ch’io mora (Prima Parte) p.13

Moro o non moro (Seconda Parte) p.15

Ahi, disperata vita p.18

Languisco e moro p.20

Del bel de’bei vostri occhi p.23

Ahi, dispietata e cruda p.26

Dolce spirto d’Amore p.31

Sospirava il mio core (Prima Parte) p.35

O mal nati messaggi (Seconda Parte) p.37

Veggio, sì, dal mio sole p.40

Non t’amo, o voce ingrata p.43

Meraviglia d’Amore (Prima Parte) p.45

Ed ardo e vivo (Seconda Parte) p.48

Crudelissima doglia p.51

Se piange, oimè, la Donna del mio core p.54

Ancidetemi pur, grievi martiri p.58

Se vi miro pietosa p.61

Deh, se già fu crudele p.64

Dolcissimo sospiro p.66

Donna, se m’ancidete p.71

Inhalt / Content

Volume 4

Luci serene e chiare p.13

Tall’or sano desio p.18

Io tacerò, ma nel silenzio mio (Prima Parte) p.21

Invan dunque o crudele (Seconda Parte) p.24

Che fai meco, mio cor p.27

Questa crudele e pia p.30

Or, che in gioia (Perima Parte) p.33

O sempre crudo Amore (Seconda Parte) p.35

Cor mio, deh, non piangete (Prima Parte) p.37

Dunque non m’offendete (Seconda Parte) p.39

Sparge la morte al mio p.42

Moro, e mentre sospiro (Prima Parte) p.46

Quando di lui la sospirata vita (Seconda Parte) p.48

Mentre gira costei p.51

A voi, mentre il mio core p.55

Ecco, morirò dunque (Prima Parte) p.59

Ahi, già mi discoloro (Seconda Parte) p.60

Arde il mio cor p.62

Se chiudete nel core p.65

Il sol, qual or più splende (Prima Parte) p.69

Volgi, mia luce (Seconda Parte) p.71

Inhalt / Content

Volume 5

Gioite voi col canto p.13

S’io non miro non moro p.17

Itene, o miei sospiri p.19

Dolcissima mia vita p.23

O dolorosa gioia p.27

Qual fora, donna p.31

Felicissimo sonno p.33

Se vi duol il mio duolo p.37

Occhi del mio cor vita p.42

Languisce al fin p.45

Mercè grido piangendo p.49

O voi, troppo felici p.51

Correte, amanti, a prova p.54

Asciugate i begli occhi p.57

Tu m’uccidi, o crudele p.60

Deh, coprite il bel seno p.64

Poichè l’avida sete (Prima Parte) p.67

Ma tu, cagion (Seconda Parte) p.69

O tenebroso giorno p.72

Se tu fuggi, io non resto p.76

T’amo, mia vita p.79

Inhalt / Content

Volume 6

Se la mia morte brami p.13

Beltà, poi che t’assenti p.16

Tu piangi, o Filli mia p.19

Resta di darmi noia p.23

Chiaro risplender suole p.25

Io parto e non più dissi p.29

Mille volte il dì moro p.33

O dolce mio tesoro p.37

Deh, come invan sospiro p.40

Io pur respiro in così gran dolore p.44

Alme d’Amor rubelle p.49

Candido e verde fiore p.53

Ardita Zanzaretta p.57

Ardo per te, mio bene p.62

Ancide sol la morte p.66

Quel no crudel che la mia speme ancise p.70

Moro, lasso, al mio duolo p.74

Volan quasi farfalle p.77

Al mio gioir il ciel si fa sereno p.84

Tu segui, o bella Clori p.89

Ancor che per marti p.92

Già piansi nel dolore p.96

Quando ridente e bella p.100

Score No.

1260

Edition

Repertoire Explorer

Genre

A Cappella

Pages

350

Performance materials

available

Printing

Reprint

Size

160 x 240 mm