Sgambati, Giovanni

All

Sgambati, Giovanni

String Quartet in C-sharp minor Op. 17 (Full Score)

17,00 

Giovanni Sgambati

Streichquartett in cis – Moll, op. 17 (parts)

(b. Rome, 28 May 1841 – d. Rome, 14 December 1914)

Vorwort
Obwohl Giovanni Sgambati heutzutage nicht mehr so bekannt sein mag, war er ein wichtiger italienischer Komponist für Instrumenalmusik zu einer Zeit, als Italien noch hauptsächlich für seine Opern berühmt war. 1950 fügte der Geiger und Musikologe Arnaldo Bonaventura ein Kapitel über seinen langjährigen Freund Sgambati seinen Ricordi e ritratti (fra quelli che ho conosciuto) (Erinnerungen und Portraits über jene, die ich kannte) hinzu. In diesem Buch erschien Sgambati in der erlesenen Gesellschaft von Puccini, Verdi and Mascagni, von denen jeder natürlich für seine Bühnenwerke bekannt war. Bonaventuras Bericht ist sehr nützlich, ist er doch weniger eine trockene, lexikonartige Rezitation biographischer Fakten als vielmehr ein Blick in die private Welt seines Freundes, und enthält sogar ein Photo des Komponisten, aufgenommen 1911. Bonaventura liefert eine lebendige Beschreibung seines Freundes, den er erstmals im Jahre 1879 in Luccas traf und mit dem ihn eine “herzliche und aufrichtige Freundschaft” verband, die bis zu Sgambatis Tod 35 Jahre später dauern sollte. Er entsinnt sich unter anderem daran, dass der Komponist in seinem Verhalten und seinen Gesten an einen Engländer erinnerte, wie auch an seine Angewohnheit, langsam zu sprechen. Wenn man bedenkt, dass seine Muter, Tochter eines Bildhauers, selbst Engländerin war, mag das nicht weiter verwundern. Angesichts der Tatsache, dass Sgambatis Vater, ein Anwalt, bereits starb, als der Junge erst acht Jahre alt war, hatte die Mutter sicherlich einen starken Einfluss auf den Jungen. Folglich zogen Mutter und Sohn gemeinsam von Rom nach Trevi in Umbrien.

Die frühe musikalische Erziehung des jungen Sgambati bestand aus Gesangs – und vor allem Klavierunterricht. Sein erster Klavierlehrer war Amerigo Barbieri, später studierte er bei C. Natalucci. Seine Talente waren ausreichend, um ihm zu erlauben, 1860 nach Rom zurückzukehren und die Laufbahn eines Konzertpianisten einzuschlagen. Auch hier kann Bonaventura einige interessante persönliche Details beisteuern, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Sgambati, wenn er äusserlich auch an einen Engländer erinnerte, seine italienische Herkunft doch nicht verleugnen konnte, sobald er sich ans Piano setzte. Bonaventura rühmt dessen Anschlag, der “einzigartig war in seiner exquisiten Weichheit”, verbunden mit der völligen Beherrschung der Klaviertechnik und einen künstlerischen Gebrauch des Pedals.

Sgambati ersuchte Liszt um Klavierunterricht, als jener sich 1861 in Rom niederliess. Auch war er aktiv als Dirigent wie auch in Kammermusikkreisen und spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung der deutsch-österreichischen Musiktradition in Italien (eine seiner bemerkenswertesten Leistungen auf diesem Gebiet war das Dirigat bei der italienschen Uraufführung von Beethovens “Eroica” – Symphonie im Jahr 1866). Als Förderer von Kammermusik gründete er 1867 die Società Romana del Quartetto und war ab 1881 Leiter der Società del Quintetto. Sein eigener Beitrag zur Kammermusik umfasst das hier veröffentlichte Streichquartett (ein früheres, unveröffentlichtes Quartett stammt aus dem Jahre 1864), ein Streichnonett, zwei Pianoquintette und einige Werke für Violine und Klavier. Später widmete er sich zunehmend der Tätigkeit als Musikerzieher, gründete 1877 das Liceo musicale romano und lehrte dort bis zu seinem Tode. 1893 wurde er zum künstlerischen Leiter der Società filarmonica romana ernannt.

Liszt war ganz eindeutig ein kraftvoller Beschützer, Mäzen und Einfluss, was dazu führte, dass Sgambati ihm 1869 nach Deutschland folgte. 1876 gewann er in Wagner einen weiteren Förderer, der im gleichen Jahr in Rom einige seiner Kompositionen gehört hatte und sie Schott zur Veröffentlichung empfahl (wahrscheinlich handelte es sich hierbei um die zwei Klavierquintette, die tatsächlich kurz darauf im Jahre 1877 von Schott veröffentlicht wurden). So ist es nicht weiter erstaunlich, dass auch das vorliegende Streichquartett op.17 gegen Mitte des Jahres 1884 von Schott veröffentlicht wurde (Partitur und Aufführungsmaterial sind nachweislich seit Juli dieses Jahr erhältlich) Die Opuszahl 17 wurde von Schott zugewiesen, Sgambati selbst hatte das Werk ursprünglich als Opus 12 gekennzeichnet.

Opus 17 ist ein Quartett in vier Sätzen, mit einer Gesamtdauer von über dreissig Minuten. Der langsame Satz des Werk erscheint als dritter in der Abfolge. Der erste Satz ist mit Abstand der längste, er dauert über zwölf Minuten und ist auch der mit der grössten Tiefe. Ganz im Gegenteil der zweite Satz, der ein reiner Spass ist: sehr rhythmisch, erinnert er ein Mendelssohnsches Scherzo. Der dritte Satz ist angenehm und melodiös, das Finale hingegen fast ein wenig zu kurz und ereignislos, um zu einem völlig befriedigenden Schluss zu führen. Dennoch war das Quartett zweifellos beliebt zu seiner Zeit und gelangte bis in die englischen Konzertsäle, wo es in Londons Monday and Saturday Popular Concerts im Februar 1897 uraufgeführt wurde.

Eine CD-Einspielung von 1999 auf dem ASV-Label (CD DCA 1030) vereint das Werk mit dem zweiten von Sgambatis Streichquintetten (sein Opus 5 in B), die Wagner so bewunderte. Aufführende sind das Ex Novo Quartett.

M.J. Sunny Zank, Professor of Music, Ohio Northern University, 2010

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München


Preface
While Giovanni Sgambati may not be that well known today, he was an important Italian composer of instrumental music at a time when Italy was still mainly known for opera. In 1950, violinist and musicologist Arnaldo Bonaventura included a chapter on Sgambati, a long-time friend, in his Ricordi e ritratti (fra quelli che ho conosciuto) (Memoirs and portraits of those whom I have known). In this book Sgambati appears in the distinguished company of Puccini, Verdi, and Mascagni, all of whom, of course, were well-known for their stage works. Bonaventura’s account is useful because, rather than being a dry, dictionary-style recitation of biographical facts, it is instead a glimpse into the more private world of his friend, and even includes a photograph of Sgambati, taken in 1911. Bonaventura provides a vivid description of the composer, whom he had first met in Lucca in September 1879 and with whom he retained an “affectionate and sincere friendship” until Sgambati’s death thirty-five years later. He recalls, among other things, that Sgambati resembled an Englishman in his manners and gestures, as well as in his habit of speaking slowly. This is not surprising when we consider that Sgambati’s mother, who was the daughter of a sculptor, was herself English. She surely had a very strong influence on her son, given that his father, a lawyer, died when the boy was just eight years old. Mother and son subsequently moved out of Rome to Trevi, in Umbria.

The young Sgambati’s early musical instruction was in voice and, particularly, in piano. His first piano teacher was Amerigo Barbieri, and he later studied with C. Natalucci. His talents were sufficient to permit him, in 1860, to move back to Rome and begin a career as a concert pianist. Bonaventura is again able to provide some interesting personal details, saying that if Sgambati outwardly resembled an Englishman, when he sat down to play the piano he clearly revealed himself as Italian, having a touch that was “unique for its exquisite softness”, allied with a completely secure technique and an artistic use of the pedal.

Sgambati sought piano lessons from Liszt when the latter settled in Rome in 1861. He was also becoming active both as a concert conductor and in chamber music circles, and played an important role in introducing music of the Austro-German tradition to Italy (one of his principal achievements in this area being his conducting of the first Italian performance of Beethoven’s “Eroica” symphony, in 1866). As a supporter of chamber music he founded the Società Romana del Quartetto in 1867, and from 1881 was director of the Società del Quintetto. His own contributions to the chamber music literature comprise the string quartet published here (an earlier quartet, unpublished, dates from 1864); a string nonet; two piano quintets; and a few pieces for violin and piano. He was later increasingly active as an educator, founding the Liceo musicale romano in 1877 and teaching there until his death. In 1893 he was appointed artistic director of the Società filarmonica romana.

Liszt was clearly a powerful protector, patron, and influence, resulting in Sgambati following him to Germany in 1869. In 1876 he gained a further protector in Wagner, who heard some of his compositions in Rome in November of that year and recommended them to Schott for publication (these were presumably the two piano quintets, both of which were indeed soon published by Schott, in 1877). It is therefore not surprising to find Sgambati’s op. 17 string quartet likewise published by Schott, probably towards the middle of 1884 (score and parts were listed as being available in July that year). The opus number 17 was assigned by Schott; Sgambati himself originally designated his work opus 12.

The op. 17 quartet is in four movements, producing a work of over thirty minutes in length. The slow movement appears third in the sequence. The first movement is by far the longest, at over twelve minutes, and is probably also the most cerebral. By contrast, the second movement is pure fun: very rhythmic, and reminiscent of a Mendelssohnian scherzo. The third movement is pleasant and tuneful, the finale perhaps rather too short and uneventful to bring about a totally satisfying conclusion. However, the quartet was certainly popular in its day, making its way as far as England, where it was premiered at London’s Monday and Saturday Popular Concerts in February 1897.

A CD recording from 1999 on the ASV label (CD DCA 1030) pairs the Quartet with the second of Sgambati’s String Quintets (his op. 5, in B flat) that were so admired by Wagner. The performers are the Ex Novo Quartet.

M.J. Sunny Zank, Professor of Music, Ohio Northern University, 2010

For performance material contact the publisher Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München. Reprint of a copy from the Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.

Score No.

1017

Edition

Repertoire Explorer

Pages

60

Genre

Chamber Music

Performance materials

available

Printing

Reprint

Size

160 x 240 mm