Schmidt, Franz

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Schmidt, Franz

String Quartet No. 2 in G (parts)

24,00 

Schmidt, Franz

String Quartet No. 2 in G (parts)

II. Streich-Quartett, G-dur (1929) I Molto tranquillo
II Adagio
III Scherzo. Allegro vivace

IV Allegro

Vorwort
Franz Schmidt hat sein II. Streich-Quartett, G-dur 1929 in Perchtoldsdorf bei Wien geschrieben. Widmungsträger ist Arnold Rosé (1863-1946), der berühmte Violinist, der mit seinem Rosé-Quartett das Werk am 22. März 1930 in Wien zur Urauffühurng brachte. Was eigentlich dabei geschah, weiß man dank einer nicht gerade unbefangen-objektiven Kritik des Abends aus der Feder Julius Korngolds: „Rosé wollte zeigen, daß das vorgeschützte Bedürfnis nach zeitgenössischen Novitäten, zumal in der Kammermusik, bei der nicht Szene, nicht Kinobild nachhelfen und die nun einmal ein ernstmusikalisches Publikum hat, nur ein Parteibedürfnis sei“ – und habe daher Freikarten und Gesichtsentrees untersagt. Das Resultat war ein „gähnend leerer Saal“ in dem „jeder Erschienene sich in Beifall zu verzehnfachen wünschte, um den Künstler zu entschädigen.“ Das mag wohl alles stimmen; immerhin ist es merkwürdig, dass Rosé, der für seine Parteinahme für schwierige oder umstrittene Werke, die er für wertvoll hielt, überall bekannt war, kein zweites Mal das Werk aufs Programm setzte. Es war der Verdienst eines zweiten Wiener Ensembles, des Sedlak-Winkler-Quartetts, dessen wiederholte Aufführungen dafür sorgten, dass sich das Wiener Publikum allmählich mit Schmidts neuem Quartett anfreundete.

Denn Schmidts II. Streich-Quartett gehört keineswegs zu den unmittelbar verständlichen seiner Werke. Die Monographien über den Komponisten und seine Werke – z.B. von Andreas Liess (1951), Carl Nemeth (1957), und Norbert Tschulik (1972) – stimmen überein in der Behauptung, Schmidts damals intensive Beschäftigung mit der avantgardistischen Musik, mit der Schönbergs insbesonders – 1929 hat er als Rektor der Wiener Fachhochschule für Musik und Darstellende Kunst einen Schönberg-Abend veranstaltet und dessen Pierrot Lunaire nach zahlreichen Proben aufgeführt – habe sich in der fortgeschrittenen Chromatik dieses Streichquartetts niederschlagen. Das ist allerdings höchstens bedingt richtig. Man soll sich an das berühmte Urteil Hans Pfitzners über das musikalische Schaffen Franz Schmidts erinnern: „Ehrlicher als Richard Strauss, einfallsreicher als Reger und formvollendeter als Bruckner“ – und auch wenn man mit dem Urteil selbst nicht einverstanden ist, muss man zugeben, dass Pfitzner die stilistischen Anhaltspunkte richtig identifiziert hat. Das stimmt auch in Bezug auf das II. Streich-Quartett. Nemeth schreibt, „der erste Satz, in seiner dichten Chromatik und seinen komplizierten harmonischen Situationen, gemahnt eher an Reger,“ was weitgehend für alle vier Sätze gilt. Schmidts Linienführung ist sogar klarer, geschmeidiger als die Regers, mit größerem Wert auf Bewegungskontinuität gelegt. Zwar grenzt der Scherzosatz und Teile des Finales ans Bizarre, aber das Anmutige und sogar (wenn es nicht zu stereotyp anmutet, es zu sagen) Gemütliche fehlen nie gänzlich und bestimmen oft die Ausdrucksweise. Wie Lies zu behaupten, dass der expressionistische Zug am Werk „unverkennbar“ sei, ist eher verfehlt: Merkwürdig ist, wie wenig expressionistisch Schmidts Ausdrucksweise ist. Wie Tschulik zu behaupten,

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Score No.

1178b

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Chamber Music

Printing

Reprint

Specifics

Set of Parts

Size

225 x 320 mm