Lortzing, Albert

Zar und Zimmermann

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Albert Lortzing

„Zar und Zimmermann“ Komische Oper in 3 Akten

(geboren am 23. 10. 1801 in Berlin, gestorben am 21. 1. 1851 in Berlin)

Libretto: Albert Lortzing, nach Georg Christian Römer
Uraufführung: Leipzig, 22. 12. 1837.

Vorwort

Gustav Albert Lortzing wuchs in einer bürgerlichen, theaterbegeisterten Familie auf. Die Eltern hatten sich während der Proben an der Berliner Laienbühne „Urania“ kennengelernt. Zum Freundeskreis der Eltern gehörten auch Musiker, darunter der Leiter der Berliner Singakademie, Karl Friedrich Rungenhagen, der dem jungen Albert ersten Unterricht in Musiktheorie gab und den Eltern empfahl, ihrem Sohn Klavier-, Violin- und Cellounterricht angedeihen zu lassen. Als der Vater seine Lederhandlung aufgeben musste, wagten die Eltern den Schritt zu Berufsschauspielern. Sie wurden 1811/12 nach Breslau engagiert, wo auch der zehn Jahre alte Albert in einer Jugendrolle debütierte. Nach Breslau folgten schwierige Jahre als Wanderschauspieler. Man zog von Stadt zu Stadt, nach Coburg, Bamberg, Strassburg und Freiburg im Breisgau, bis die Familie sich 1817 den von Theaterdirektor Derossi geleiteten Bühnen anschloss, nach den Spielorten Aachen, Bonn und Cöln kurz „A-B-C-Theater“ genannt. Der junge Lortzing arbeitete als Notenkopist, erhielt Unterricht von Orchestermusikern, war in den theoretischen Disziplinen aber hauptsächlich Autodidakt. Das Theater lernte er jedoch von Grund auf kennen, wobei er sich im Laufe seines Lebens als Schauspieler, Bariton und Tenor – ohne eigentlich ausgeprägte Stimme, aber mit Musikalität und Ausstrahlung – Cellist, Dirigent, Regisseur, Librettist und Komponist betätigte. Bis zu seiner Heirat mit der Schauspielerin Rosina Regina Ahles im Alter von 25 Jahren ging er mit seinen Eltern auf Tournee. Selbst berichtet er: „In Freiburg im Breisgau wagte ich den ersten öffentlichen Versuch in der Komposition und schrieb einen Chor und Tanz zum Schauspiel Der Schutzgeist, worin ich selbst die Titelrolle spielte… Im Jahr 1824 komponierte ich eine einaktige Oper, Ali, Pascha von Janina, die in meinem nachherigen Engagement bei der fürstlichen Hofbühne in Detmold wie auch in den benachbarten Städten Münster und Osnabrück beifällig aufgenommen wurde.“ 1826 ging er nach Detmold, wo er seine nächsten eher als Singspiele zu bezeichnenden Werke schrieb: Der Pole und sein Kind und Szenen aus Mozarts Leben. 1833 wurde er als Tenorbuffo am Stadttheater in Leipzig verpflichtet, avancierte nach 10 Jahren zum Kapellmeister und verbrachte alles in allem zwölf relativ glückliche Jahre an diesem Haus. Hier schuf er die meisten seiner Opern, in denen er auch selbst als Sänger auftrat. Im Jahr 1837 schrieb er sogar zwei: Die beiden Schützen und die erfolgreichste von allen seinen Werken, Zar und Zimmermann. Bei der Première des Zaren sang er selbst die Partie des Peter Iwanow und seine Mutter die der Witwe Browe. 1845 kündigte die Leipziger Oper seinen Vertrag „aus Rücksicht an (sic!) seine Gesundheit“, wie es hiess, und erst ein Jahr später wurde er als Kapellmeister an das Theater an der Wien berufen. In Wien hatte er jedoch nur mässigen Erfolg und 1848 zwangen ihn die Revolutionsstürme wieder weiterzuziehen. Erst 1850 trat er seine letzte Stelle als Kapellmeister – am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin – an. Zutiefst unzufrieden mit dieser letzten, unspektakulären Station seines Lebens, das auch den finanziellen Tiefpunkt erreicht hatte, erlag er mit 49 Jahren einem Schlaganfall. Er starb am Morgen nach der Uraufführung seiner letzten Oper, der Einakter Die Opernprobe, die weit enfernt in Frankfurt am Main stattfand.
Lortzing ging durch viele Höhen und Tiefen. Er hatte als Komponist vor allem bei seinem Publikum zu Lebzeiten Erfolg und genoss als Sängerschauspieler grosse Beliebtheit; seine Ehe war sehr glücklich. Er kämpfte jedoch immer um die Existenz, um seine Gesundheit und die Versorgung seiner elf Kinder, hatte kein Talent für die praktischen Seiten des Lebens. Er wurde von den berühmten zeitgenössischen Komponisten übersehen, war aber, wie man aus seinen Briefen herauslesen kann, stets positiv und humorvoll, ein helles Gemüt und eine der liebenswürdigsten Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens.
Von seinen dreizehn Opern gingen nur vier in die Musikgeschichte ein: Zar und Zimmermann (1837), Der Wildschütz (1842), Undine (1845) und Der Waffenschmied (1846).

Lortzing kannte das Lustspiel Der Bürgermeister von Saardam oder die beiden Peter (1819) von Georg Christian Römer, da er darin selbst die Rolle des französischen Gesandten gespielt hatte. Römers Stück ging wiederum auf eine Komödie von Duveyrier-Méleville, Merle und Boirie (1818) zurück. Der historisch belegte, geradezu sensationelle Aufenthalt Peter des Grossen als Zimmermann in Holland faszinierte auch andere Dichter und Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts, u.a. Grétry, Joseph Weigel und Donizetti, dessen Borgomastro di Saardam noch während der Arbeit Lortzings an seiner Version des Stoffes im August 1837 am Berliner Königstädtischen Theater in Deutschland erstaufgeführt wurde. Doch während alle anderen Stücke und Opern zu diesem Thema längst in Vergessenheit geraten sind, wird Lortzings „Zar und Zimmermann“ heute noch regelmässig gespielt und gilt als das unbestrittene Meisterwerk des Dichterkomponisten, ja vielleicht der deutschen komischen Oper überhaupt.
Lortzing suchte sich die wirksamsten Szenen der Vorlagen und übernahm diese relativ getreu, fügte aber komische Szenen, Arien und Ensembles hinzu. Er schrieb wie immer selbst das Libretto, nur den Text zum sogenannten Zarenlied, „Sonst spielt’ ich mit Szepter, mit Krone und Stern“, verfasste sein Freund Philipp Reger. Das Lied sollte auf den Rat des Dirigenten der Uraufführung hin gestrichen werden, wurde jedoch bereits am Premièrenabend zur erfolgreichsten Arie der Oper und in der Folge zum deutschen „Volkslied“, weshalb Philipp Reger im Nachhinein noch mehrere Strophen hinzufügte. Lortzings Peter I ist jedoch nicht nur die gütige, sentimentale Majestät wie in diesem Lied; seine dramatische Arie „Verraten! – Die Macht des Szepters“, die leider oft tatsächlich gestrichen wird, zeigt den aufgebrachten, gefährlichen Zaren. Die Gestaltung und Botschaft der Figur des Herrschers in der Rolle eines gewöhnlichen Handwerkers zeugt ausserdem von der politischen Gesinnung Lortzings als Anhänger der wachsenden demokratischen Bewegung der 1830er und 40er und führte zu Problemen mit der Obrigkeit, die Lortzing noch dazu mit der Rolle des Bürgermeisters van Bett persiflierte – ein bombastischer Buffobass wie er im Buche steht, herrlich komisch und dümmlich selbstherrlich, und wie Lortzing selbst meinte: „Nicht umzubringen!“. Es ist jedoch die dramaturgisch gekonnt durchdachte und ausgewogene Mischung zwischen Gefühl und Witz, die Lortzings Erfolg ausmacht. Wort und Musik sind in diesem Vorläufer des Gesamtkunstwerks perfekt aufeinander abgestimmt, Sänger und Orchester teilen sich die vermittelnde Aufgabe, das Fagott lacht mit oder springt ein, wenn van Bett in seinen urkomischen Auftritten den tiefsten Ton genau so wenig erwischt wie den gesuchten Peter. Die Handlung wird in den komischen Szenen angetrieben, um nach der Kulmination der jeweiligen Szene zu einer Zäsur oder einem Besinnungsmoment zu finden, oft durch ein schlichtes Lied, wie z.B. Chateauneufs gefühlvolle Romanze „Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen“, die auf niederländischer Folklore basiert und längst zum Repertoire des deutschen lyrischen Konzerttenors gehört, oder Maries „Brautlied“, im Stile eines russischen Volkslieds.
In den Ensembles aber liegt die wahre Genialität Lortzings. Im Zar und Zimmermann erreicht sie ihren ersten Höhepunkt. Die Duette zwischen Marie und Iwanow, das Sextett „Zum Werk, das wir beginnen“ (Akt II) und die Kantatenprobe (Akt III) sind von meisterhafter Transparenz in den Gesangstimmen wie im Orchester und von einer schönen Leichtigkeit, die an Rossini, aber auch an Mozart erinnert.
Auch einen Holzschuhtanz gibt es (Akt III), der kraftvoll und munter über die Bühne rollt und weltbekannt geworden ist. Die Ouvertüre mit ihren anfänglichen, für eine komische Oper ungewöhnlichen Mollklängen, stimmt den Hörer gleich auf die fremdländische, majestätische Titelfigur ein, ehe sie in Dur übergeht und die Hauptthemen des Werks elegant und mitreissend verbindet.
Die Uraufführung in Leipzig war sonderbarerweise kein durchschlagender Erfolg. Der stellte sich erst nach der Aufführung am 4. Januar 1839 an der Hofoper in Berlin ein. In Leipzig behandelte die Fachkritik Lortzing – wie gewohnt – mit Herablasung oder Nichtbeachtung. Man wollte den Schauspieler-Sänger Lortzing als Opernkomponisten und Librettisten nicht ernst nehmen. Möglicherweise glaubte das obrigkeitstreue Bürgertum auch, dass Lortzing den damaligen Oberbürgermeister parodiert hätte. Erst nach dem rauschenden Berliner Erfolg meldete sich endlich die von Robert Schumann gegründete „Neue Zeitschrift für Musik“ und brachte am 19. März 1839 mit dem Vermerk „Durch Irrung verspätet“ eine Rezension: „Die Oper… ging am 4. Januar bei vollem Opernhause… in Scene und fand, was seit langem keiner neuen deutschen Oper passierte, unbedingten Beifall. Und das mit Recht, denn sowohl das geschickt und effectvoll bearbeitete Sujet… als die melodiöse, oft wahrhaft humoristische Musik, die sich durch natürlichen Fluss der Gedanken, Sangbarkeit und eine discrete, gewandte Instrumentation, die fast nirgends die Singstimmen verdeckt, auszeichnet – musste den Beifall eines unparteiischen Publicums herausfordern.“
Auf Grund der Gestalt des volksnahen Zaren bekam Lortzing in vielen Fällen die Zensur zu spüren; am Dresdner Hoftheater lehnte man sein Gesuch, den Zaren aufführen und dirigieren zu dürfen, mit fadenscheinigen Erklärungen ab, am Hoftheater in Kassel liess man ausrichten, dass die Oper „für die dortigen Verhältnisse nicht passe“. Auch die Wiener Hofoper bereitete grosse Schwierigkeiten und die zaristische Zensur forderte für eine Aufführung in Riga, Zeit, Ort und Namen der handelden Personen gänzlich zu ändern – ähnlich dem späteren Schicksal von Verdis „Maskenball“. Peter I wurde zu Max Starnberger im mittelalterlichen Antwerpen und die Oper kam zur Aufführung.
Bald wurde Zar und Zimmermann auf allen deutschen Bühnen gespielt, darauf in Christiania (Oslo), in Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, Antwerpen, Zürich und Agram (Zagreb). Am 8. April 1853 erlebte sie ihre amerikanische Erstaufführung durch eine Operngesellschaft der deutschen Einwanderer in Milwaukee, Wisconsin.

Zur Handlung

Ort und Zeit: Saardam (Zaandam), Holland, im Jahre 1698

Personen:

Peter I., Zar, Zimmergeselle unter dem Namen Peter Michailow …..Bariton
Peter Iwanow, junger russischer Zimmergeselle……………………………Tenor
Van Bett, Bürgermeister von Saardam…………………………………………Bass
Marie, seine Nichte……………………………………………………………………Sopran
Admiral Lefort, russischer Gesandter…………………………………………..Bass
Lord Syndham, englischer Gesandter…………………………………………..Bass
Marquis von Chateauneuf, französischer Gesandter……………………….Tenor
Witwe Browe, Zimmermeisterin………………………………………………….Alt

Offiziere, Soldaten, Ratsdiener, Seeleute, Zimmerleute, Hochzeitsgäste.

Akt I: Auf dem Schiffswerft im holländischen Saardam arbeitet Zar Peter I unter dem Decknamen Peter Michailow, um das Schiffsbauhandwerk zu erlernen. Sein Landsmann, Peter Iwanow, der ebenso an der Werft beschäftigt ist, vertraut ihm an, dass er aus dem russischen Kriegsdienst desertiert sei und sich im holländischen Exil in Marie, die Nichte des Bürgermeisters van Bett, verliebt habe. Marie kommt dazu. Sie erzählt, dass ihr Onkel von geheimen Briefen und Befehlen spreche und gleich persönlich erscheinen werde. Der Zar glaubt sich entdeckt, der Deserteur auch. Marie verspricht ihrem Geliebten ihre Hilfe, wenn er nur seine Eifersucht zu beherrschen lerne. Als der Zar alleine gelassen wird, nähert sich der russische Gesandte Lefort und berichtet vom drohenden Aufstand der Bojaren und Strelizen – der Herrscher sei seinem Land eben zu lange fort geblieben. Erzürnt beschliesst Zar Peter sofort abzureisen. Nun kommt der Bürgermeister, begleitet von der Zimmermeisterin, Witwe Browe, und zeigt ihr den besorgniserregenden Brief, der besagt, dass ein gewisser Fremder namens Peter beobachtet und in Saardam festgehalten werden muss. Alle Arbeiter werden zusammengerufen, unter vielen Namensvettern melden sich die beiden Russen und van Bett entscheidet, dass Iwanow der geheimnisumwitterte Gesuchte sein müsse. Der englische Gesandte, Lord Syndham, tritt auf und bietet dem Bürgermeister zweitausend Pfund für die Aufdeckung der Pläne des verdächtigen Peters – vor allem in Bezug auf England. Der verwirrte Bürgermeister verhört daraufhin Iwanow, verspricht ihm sogar Maries Hand, wenn er die Wahrheit sage. Auch der französische Gesandte, Chateauneuf, der Marie nachstellt, sucht den Zaren und erkennt ihn. In dem allgemeinen Durcheinander des beginnenden Festes kann er sich Peter I nähern und ihm die Bündnis mit Frankreich anbieten.

Akt II: Der Sohn der Witwe Browe feiert in der Schenke Hochzeit. Alle sind eingeladen. Eifersüchtig sucht Iwanow Marie. Chateauneuf singt ihr zu Ehren ein Lied, „Lebe wohl mein flandrisch Mädchen“, was Iwanow nicht gerade beruhigt. Während Zar Peter mit Chateauneuf verhandelt, wird Iwanow Lord Syndham vorgestellt, der ihn zu van Betts Verblüffung mit Sire anspricht. Der Zar und der französische Gesandte unterzeichnen die Papiere; Lord Syndham glaubt, in Iwanow seinen Bündnispartner gefunden zu haben. Marie gibt gerade ein Brautlied zum besten, als Lefort dem Zaren meldet, dass der Aufstand der Bojaren ausgebrochen sei. Witwe Browe stürzt ihrerseits herein: Soldaten haben das Haus umringt. Sie suchen nach Fremden, die der Werft holländische Arbeiter abwerben wollen. Alle, die sich nicht ausweisen können, sollen verhaftet werden. Jeder verdächtige Fremde, den van Bett der Wache zu übergeben versucht, entpuppt sich als Gesandter eines anderen Landes, und als er Iwanow verhaften lassen will, flüstert ihm Syndham zu, dass dieser Zar Peter sei. Von Chateauneuf erfährt van Bett wiederum, dass Michailow der Zar sei. Überzeugt, dass alle lügen, will van Bett nun alle einsperren lassen. Zar Peter zettelt eine Rauferei an und entkommt.

Akt III: Van Bett bereitet eine Kantate zur Huldigung des Zaren vor. Er und auch Marie glauben noch immer, dass Iwanow der Zar sei. Nach der Chorprobe kommt Peter I und van Bett bestellt ihn eine halbe Stunde später zum Verhör. Marie findet den Zaren alleine und klagt ihm ihr Leid. Als „niedre Maid“ kann sie die Majestät nicht heiraten. Ob Michailow nicht dafür sorgen kann, dass ihr Peter abdankt? Der Zar verspricht, ihr zu helfen, wenn sie ihren Geliebten Peter noch eine Stunde lang mit allem Respekt behandelt – öffentlich und unter vier Augen. Es zeigt sich, dass der Hafen gesperrt ist, Peter I kann nicht nach Russland ausreisen. Iwanow löst das Problem: Lord Syndham hat ihm als Verbündeter Englands Pass und Schiff zur Verfügung gestellt, Michailow kann als „Geheimsekretär“ Iwanows mit dem Schiff abfahren. Zum Dank erhält Iwanow einen Brief, den er erst eine Stunde später öffnen soll. Als van Bett die Kantate aufführen lässt, wird ihm die Abfahrt Peter Michailows gemeldet. Iwanow öffnet nun doch schon den Brief und kann verkünden, dass Michailow der Zar sei und dass er seine „Einwilligung zur Verheiratung des kaiserlichen Oberaufsehers Peter Iwanow mit der Nichte des schwachköpfigen Bürgermeisters“ gebe. Durch die geöffneten Türen des Stadthauses sieht man den Hafen. Der Zar grüsst vom Schiff und bedankt sich für die Zeit, die er unter den Leuten von Saardam als Zimmermann verbringen durfte.

Irmelin Mai Hoffer, 2004

Aufführungsmaterial: Peters, Mainz


 

 

Albert Lortzing

(b. Berlin, 23 October 1801; d. Berlin, 21 January 1851)

Zar und Zimmermann (“Tsar and Carpenter”) Comic opera in three acts
Libretto by Albert Lortzing after Georg Christian Römer
Premièred in Leipzig on 22 December 1837

Preface

Gustav Albert Lortzing grew up in a middle-class family of theater enthusiasts. His parents had met during rehearsals at the “Urania,” an amateur theater in Berlin. Among their friends were musicians such as Karl Friedrich Rungenhagen, head of the Berlin Singakademie, who gave young Albert his first lessons in music theory and urged his parents to let the boy study the piano, violin, and cello. When Lortzing’s father was forced to abandon his leather goods shop, his parents took the plunge and became professional actors. In 1811-12 they received an engagement that took them to Breslau, where Albert gave his stage début in a child role at the age of ten. Breslau was followed by difficult years as itinerant actors. The family traveled from town to town – Coburg, Bamberg, Strasbourg, Freiburg im Breisgau – before joining the “A-B-C Theater” in 1817. This theater, under the aegis of the impresario Derossi, took its name from its venues in Aachen, Bonn, and Cologne. Still a minor, Lortzing worked as a copyist and received instruction from orchestral musicians, though in the theoretical disciplines he was mainly self-taught. In this way he learned the workings of the theater inside and out; in the course of his career he performed as an actor, a baritone or tenor (he did not have a distinguished voice but always sang with musicality and stage-presence), a cellist, conductor, stage director, librettist, and composer. Before marrying the actress Rosina Regina Ahles at the age of twenty-five, he was constantly on tour with his parents. Later he recounted: “In Freiburg im Breisgau I waged my first public attempt at composition and wrote a chorus and dance for the play Der Schutzgeist, in which I myself played the title role…. In 1824 I composed a one-act opera, Ali, Pascha von Janina, which was received with applause in my subsequent engagements at the court theater in Detmold and in the neighboring towns of Münster and Osnabrück.” In 1826 he moved to Detmold, where he wrote his next two works, which might more properly be called singspiels: Der Pole und sein Kind and Szenen aus Mozarts Leben. In 1833 he was retained as buffo tenor at the Town Theater in Leipzig, where after ten years he advanced to the position of conductor. All in all, he spent twelve relatively happy years at this theater. It was here that he created most of his operas, in which he also appeared in singing roles. In 1837 he even wrote two operas: Die beiden Schützen, and the most successful of all his works, Zar und Zimmermann. At the première of the latter, he sang the part of Ivanov while his mother took the role of Widow Browe. In 1845 the Leipzig Opera gave him notice – “out of concern for his health,” as they put it. A year had to pass before he was appointed conductor at the Theater an der Wien in Vienna. Here, however, he was only moderately successful, and in 1848 the turmoil of the revolution caused him once again to take to the road. It was not until 1850 that he found his final appointment as a conductor at the Friedrich Wilhelmstadt Theater in Berlin. Deeply dissatisfied with this unspectacular final station in his career, which also represented his financial nadir, he died of a stroke at the age of forty-nine. His death occurred the morning after the first performance of his final opera, a one-acter entitled Die Opernprobe, premièred in faraway Frankfurt am Main.

Lortzing knew life from both sides. During his career he was successful as a composer, especially with his audience, and enjoyed great popularity as a singer-actor. He also led a very happy marriage. But he always struggled to make ends meet, to fight off illness, and to feed his eleven children. He showed no talent for the practical sides of life. Though ignored by famous contemporary composers, his letters reveal that he always retained a positive outlook and sense of humor, a bright disposition, and one of the most likeable personalities in German music. Of his thirteen operas, only four have gone down in music history: Zar und Zimmermann (1837), Der Wildschütz (1842), Undine (1845), and Der Waffenschmied (1846).

Lortzing was familiar with Georg Christian Römer’s comedy Der Bürgermeister von Saardam oder Die beiden Peter (1819), having himself played the role of the French ambassador. Römer in turn had based his play on a comedy of 1818 by Duveyrier-Méleville, Merle, und Boirie. The almost sensational appearance of Peter the Great as a carpenter in Holland is based on historical fact and exercised a magnetic attraction on other eighteenth- and nineteenth-century writers and composers, including Grétry, Joseph Weigel, and Donizetti, whose Borgomastro di Saardam received its German première at Berlin’s Königstadt Theater in August 1837 while Lortzing was at work on his own version of the material. Yet all the other plays and operas on the subject have long fallen into oblivion, whereas Lortzing’s Zar und Zimmermann is still heard regularly in performance and is considered its author’s uncontested masterpiece, perhaps even the greatest of all German comic operas.

Lortzing extracted the most effective scenes from his models and adopted them with relatively few changes, merely augmenting them with comic scenes, arias, and ensembles. As always, he wrote the libretto himself, apart from the text to the so-called “Tsar’s Song,” “Sonst spielt’ ich mit Szepter, mit Krone und Stern,” which was written by his friend Philipp Reger. Although slated to be cut by the conductor of the première, the song proved to be the opera’s most successful number from the day of its first hearing. Later it became a German “folk song,” prompting Philipp Reger to add a few more stanzas ex post facto. Lortzing’s Peter the First is not, however, the kindly and sentimental monarch presented to us in this song: his dramatic aria “Verraten! – Die Macht des Szepters” – which is indeed, unfortunately, often cut in performance – depicts him as a dangerous man of wrath. The delineation and message of a ruler who assumes the role of a simple artisan bear witness to Lortzing’s own political convictions as an adherent of the burgeoning democratic movement of the 1830s and 1840s. They also led to problems with the authorities, whom Lortzing satirized in the role of the Burgomaster Van Bett, a bombastic basso buffo in the classical mold – delightfully comic, inanely self-important, and, as Lortzing himself put it, “always with us!”

Yet Lortzing’s ultimate success lies in his skillfully conceived dramaturgy and his balanced mixture of emotion and wit. The words and the music perfectly dovetail in this forerunner of the Wagnerian Gesamtkunstwerk; the singers and the orchestra share the task of communication; the bassoon joins in the laughter or enters the fray when Van Bett, in his riotously funny appearances, finds his lowest notes to be just as elusive as the Tsar. These comic scenes drive the plot forward only to seek refuge, after the scene’s climax, in a hiatus or moment of contemplation. Often these movements are brought about by a simple song, such as Châteauneuf’s heartfelt romance “Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen,” which draws on Dutch folk music and has long had a permanent place in the repertoire of German lyric tenors, or Marie’s “Bridal Song” in the style of a Russian folk melody. Lortzing’s true genius is found, however, in his ensembles, and those of Zar und Zimmermann show him at the initial zenith of his craft. The duets between Marie and Ivanov, the sextet “Zum Werk, das wir beginnen” in Act 2, and the cantata rehearsal in Act 3 are masterly in the clarity of their vocal and orchestral writing and reveal a lightness of touch reminiscent not only of Rossini but of Mozart. The opera can even boast of a Clog Dance (Act 3) that rolls lustily and merrily across the boards and has achieved worldwide fame. The Overture, with its initial minor sonorities (a rarity in comic opera), prepares the listener for the exotic and majestic title figure before passing to the major and uniting the work’s principal themes in a manner at once elegant and exhilarating.

Oddly, the première in Leipzig was not an unqualified success. The work’s breakthrough had to wait for the performance of 4 January 1839 at the Berlin Court Opera. In Leipzig, the critical establishment treated Lortzing with the usual condescension and ostracism, refusing to take the singer-actor seriously as an opera composer and librettist. Perhaps the straight-laced bourgeoisie also felt that Lortzing had parodied the town’s major. Only after the opera’s uproarious success in Berlin did the Neue Zeitschrift für Musik, the journal founded by Robert Schumann, finally take notice and publish a review, “delayed by mistake,” on 19 March 1839: “The opera … went on the boards before a full house on 4 January … and met with unstinting applause – a response long withheld from new German operas. The approval was fully justified, for no impartial audience could fail to applaud the clever and effective handling of the subject-matter … or the melodious and often truly jocular music, which is distinguished by a natural flow of ideas, an ease of delivery, and a discrete and deft instrumentation that almost nowhere conceals the voices.”

Because of his depiction of the Tsar as a man of the people, Lortzing often had to grapple with censorship. His petition to stage and conduct the opera at the Dresden Court Theater was turned down with lame excuses, and the Court Theater in Kassel informed him that the work “was unsuitable for our local circumstances.” The Vienna Court Opera likewise created great difficulties; and Tsarist censors demanded a complete alteration of the opera’s time, location, and the names of its characters for a performance in Riga – a fate similar to the one that Verdi would later suffer with Un Ballo in Maschera. Peter the Great was transformed into “Max Starnberger” of medieval Antwerp, and the opera was duly mounted.

Before long, Zar und Zimmermann was being performed on all German-language stages, followed by Christiania (Oslo), Stockholm, Copenhagen, Amsterdam, Antwerp, Zurich, and Agram (Zagreb). On 8 April 1853, it was given its American première in Milwaukee, Wisconsin, by an opera company of German emigrés.

Summary of the Plot

Place and time: Saardam (Zaandam), Holland, 1698

Characters:

Peter I, Tsar, disguised as journeyman carpenter
under the name of Peter Michaelov Baritone
Peter Ivanov, young journeyman carpenter from Russia Tenor
Van Bett, Burgomaster of Saardam Bass
Marie, his niece Soprano
Admiral Lefort, Russian ambassador Bass
Lord Syndham, English ambassador Bass
Marquis de Châteauneuf, French ambassador Tenor
Widow Browe, master carpenter Alto

Officers, soldiers, town officials, sailors, carpenters, wedding guests

Act 1: Tsar Peter I is working at a Dutch shipyard in Saardam under the assumed name of Peter Michaelov in order to learn the craft of shipbuilding. His countryman and fellow-worker at the shipyard, Peter Ivanov, confides to him that he has deserted from Russian war duty and has sought exile in Holland, where he has fallen in love with Marie, the niece of Burgomaster Van Bett. Marie enters. She mentions that her uncle talks about secret brevets and instructions and is about to arrive in person. Both the Tsar and the deserter believe that they have been discovered. Marie promises to come to her lover’s aid only if he learns to master his jealousy. Left alone, the Tsar is approached by the Russian ambassador Lefort, who speaks of an impending revolt of the boyars and streltsy: the ruler has been away from his country too long. Enraged, the Tsar resolves to depart at once. Now the Burgomaster arrives, accompanied by the master carpenter, Widow Browe. He shows her the alarming letter, which claims that a certain foreigner named Peter must be kept under surveillance and not allowed to leave Saardam. All the workers are summoned. Among those answering to the name of Peter are the two Russians, and Van Bett decides that the mysterious miscreant can only be Ivanov. The English ambassador, Lord Syndham, appears and offers the Burgomaster two-thousand pounds if he can expose the designs of the suspected Peter, particularly as they relate to England. Confused, the Burgomaster interrogates Ivanov and even promises him Marie’s hand in marriage if he tells the truth. The French ambassador Châteauneuf, another of Marie’s admirers, is also searching for the Tsar and now recognizes him. In the general tumult at the opening of the festival, he approaches Peter I and offers him an alliance with France.

Act 2: The son of Widow Browe is celebrating his wedding in the tavern. All are invited. Ivanov, consumed with jealousy, searches for Marie. Châteauneuf sings a song in her honor: “Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen,” which does not exactly console the ruffled Ivanov. While Tsar Peter negotiates with Châteauneuf, Ivanov is presented to Lord Syndham, who, to Van Bett’s consternation, addresses him as “Your Majesty.” The Tsar and the French ambassador sign their papers; Lord Syndham believes that he has found his ally in Ivanov. Marie is in the process of singing a bridal song when Lefort reports to the Tsar that the rebellion of the boyars has broken out. Widow Browe now bursts onto the scene: soldiers have surrounded the house in search of foreigners seeking to hire Dutch workers from the shipyard. All those unable to identify themselves are to be arrested. Every suspicious-looking foreigner that Van Bett tries to hand over to the constables turns out to be an ambassador from a different county. When he attempts to have Ivanov arrested, Syndham whispers to him that the young man is Peter the Great. Van Bett is then told by Châteauneuf that Michaelov is the Tsar. Convinced that everyone is lying, he tries to have them all arrested. Tsar Peter provokes a brawl and escapes.

Act 3: Van Bett rehearses a cantata in honor of the Tsar, whom he and Marie still believe to be Ivanov. After the rehearsal, Peter I arrives and Van Bett orders him to appear for interrogation in half an hour. Marie, finding the Tsar alone, confides her sufferings to him. Being a “maid of low birth,” she cannot hope to marry royalty. She asks whether Michaelov might induce Peter to abdicate. The Tsar promises to help her if she will treat her beloved Peter with every respect for one more hour, both in public and in private. It transpires that the harbor is blockaded, and Peter I cannot set sail for Russia. Ivanov puts this problem to rights: Lord Syndham has placed a passport and a ship at his disposal as England’s ally. Michaelov can depart with the ship as Ivanov’s “privy secretary.” In gratitude, Ivanov is handed a letter that he is not to open until an hour has elapsed. As Van Bett performs the cantata, he is informed of Peter Michaelov’s departure. Ivanov now opens the letter and can announce that Michaelov is the true Tsar and has granted his “consent for the marriage of the imperial superintendent Peter Ivanov and the niece of the dimwitted burgomaster.” The harbor becomes visible through the opened doors of the town hall; the Tsar is seen waving from the ship and proffering thanks for the time he spent as a carpenter among the burghers of Saardam.

Irmelin Mai Hoffer, 2004
Translation: Bradford Robinson

Performance material: Peters, Frankfurt

Score No.

16

Edition

Opera Explorer

Size

160 x 240 mm

Printing

Reprint

Genre

Opera

Pages

426

Title

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