Pique Dame, Op. 68 (Vocal score with Russian / German libretto)
Tschaikowsky, Peter
52,00 €
Tschaikowsky, Peter – Pique Dame, Op. 68 (Vocal score with Russian / German libretto)
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“Pique Dame beeindruckt mich nicht, zu diesem Sujet würde ich nur etwas Minderwertiges schreiben können.” So Tschaikowsky in einem Brief vom 28. März 1888 an seinen Bruder Modest. Kaum hätte er ahnen können, wie anders das allgemeine Urteil über seine vorletzte Oper ausfallen würde.
Angefangen hat es mit Pique Dame im Jahre 1887, als sich Modest Tschaikowsky anschickte, für den eher unbedeutenden Komponisten und Theaterdirigenten Nikolai Klenowsky ein Opernlibretto nach Alexander Puschkins berühmter Novelle von 1833 zu verfassen. Bei Puschkins Text, der bereits Fromental Halévy (1850) und Franz von Suppé (1862) als Opernvorlage gedient hatte, handelt es sich um die erschütternde Beschreibung einer seelischen Zerrüttung, die in einem stark ironisierenden Ton verfaßt und von Dostojewsky einmal als Meisterwerk des „kalten Zorns“ bezeichnet wurde. Bei der Auftragsvergabe hatte jedoch die Leitung des Petersburger Mariinsky-Theaters etwas ganz anderes im Sinn: Sie suchte ein aufwendiges „Kostümdrama“, das mit spektakulären Bühneneffekten und Elementen der französischen Grand opéra aufwarten konnte. Um diesen Erfordernissen Genüge zu tun, mußte Modest Tschaikowsky den Handlungsverlauf der Novelle um ein Vielfaches erweitern und grundlegend ändern: Die Zeit der Handlung wurde vom 19. ins späte 18. Jahrhundert des Ancien regimes verlegt, um so historische Tanzeinlagen und Versatzstücke der Grand opéra (einschließlich eines kurzen Auftritts der Zarin Katharina der Großen) unterzubringen; die Liebesgeschichte zwischen German und Lisa wurde stärker in den Vordergrund gestellt und der Schluß in einen Doppelselbstmord der beiden Liebenden umgeändert (bei Puschkin wird German in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, während Lisa eine lieblose Vernunftehe mit einem niedrigen Beamten eingeht). Auch die Person des Fürsten Jelezki kam neu hinzu, und die Gräfin wurde in eine dämonische Gestalt umgewandelt, die imstande ist, die Geschicke der Protagonisten auch nach dem Tod zu lenken. Kurzum: Eine Erzählung voller selbstzerstörerischer Zwangshandlungen im Geiste Edgar Allan Poes wurde zu einer Operntragödie mit stark melodramatischen Zügen. …
| Score Number | 81b |
|---|---|
| Edition | Opera Explorer |
| Genre | Opera |
| Pages | 290 |
| Size | 210 x 297 mm |
| Printing | Reprint |
| Specifics | Vocal Score with Russian & German libretto |
