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Kurt Weill - Kleine Dreigroschenmusik
(b. Dessau, 2 March 1900 – d. New York, 3 April 1950)
Ouvertüre p.1
Die Moritat von Mackie Messer p.6
Anstatt daß-Song p.12
Die Ballade vom angenehmen Leben p.17
Pollys Lied p.26
Tango-Ballade p.28
Kanonen-Song p.36
Dreigroschen-Finale p.45
Preface
Kurt Weill was born in Dessau. His father was Cantor of the local synagogue and he had two brothers and one sister. After studies in Berlin, he worked as a jobbing conductor in Dessau and Leipzig before returning to Berlin to take lessons with Busoni, who was an important influence on him. During the 1920s Weill wrote both serious concert works and several one-act operas. His celebrated collaboration with Bertold Brecht began with the Mahagonny-Songspiel (1927), a forerunner of the later full-length opera Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930). Their greatest success was Die Dreigroschenoper (1928). In 1933, following the Nazi seizure of power, Weill left Germany. After some time in France, where he wrote his last collaboration with Brecht, Die sieben Todsünden (1933), he moved to the USA, spending the rest of his life there. In the new home he worked on Der Weg der Verheissung (1934), a pageant about Jewish history, then turning to write musicals. Lady in the Dark (1941), One Touch of Venus (1943), Street Scene (1947) and Lost in the Stars (1949) were among his successes. After his death, his widow, the singer Lotte Lenya, did a great deal to revive his German theatre works, to which he had become indifferent. Thanks to her recordings, and those on the Capriccio label, they are now better known than his American ones.
Die Dreigroschenoper is a reworking by Bertold Brecht of The Beggar's Opera by John Gay from a German translation by Elizabeth Hauptmann. It is set among poor people, including criminals, in London, and the cast is of singing actors, not professional opera singers. Macheath, a gangster, marries Polly Peachum, whose father is a shopkeeper and 'king of the beggars.' Peachum is furious. Macheath flees, is betrayed by the prostitute Jenny, is captured and imprisoned. He is sentenced to death but miraculously reprieved. Brecht's libretto incorporates four songs taken from poems by the French poet François Villon in translations by Karl Anton Klammer. Weill's music takes over one song from the music by Johann Christoph Pepusch for Gay's play but is otherwise original. There is just under an hour of music. The stage band required seven players, but most of them had to double on several instruments. Nowadays a larger ensemble is normal. The premiere was on 25 April 1928, and, after a slow start, was an enormous success, both locally and internationally, with thousands of performances achieved before the Nazis banned it.
The Kleine Dreigroschenmusik is a suite based on Die Dreigroschenoper. However, the eight numbers are not all just straight transcriptions from the opera. The second number combines Die Moritat von Mackie Messer with the Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens and the Finale combines Ruf aus der Gruft, Grabschrift and Chorae. The scoring is for twelve wind instruments, including two saxophones, also banjo, guitar and bandoneon (which could be played all by one player), timpani and percussion (again one player) and piano. This is not a regular small orchestra or chamber ensemble and consequently performances used to be rare, until the arrival of specialist modern music ensembles made it easier to programme. It is, however, brilliantly scored and is much to be preferred to the various other adaptations of the original which have been around at various times.
Stephen Barber, 2025
For performance material please contact Universal Edition, Vienna.
Kurt Weill - Kleine Dreigroschenmusik
(geb. Dessau, 2. März 1900 – gest. New York, 3. April 1950)
Ouvertüre p.1
Die Moritat von Mackie Messer p.6
Anstatt daß-Song p.12
Die Ballade vom angenehmen Leben p.17
Pollys Lied p.26
Tango-Ballade p.28
Kanonen-Song p.36
Dreigroschen-Finale p.45
Vorwort
Kurt Weill wurde in Dessau geboren. Sein Vater war Kantor der örtlichen Synagoge, er hatte zwei Brüder und eine Schwester. Nach seinem Musikstudium in Berlin arbeitete er zunächst als Aushilfskapellmeister in Dessau und Leipzig, bevor er nach Berlin zurückkehrte, um bei Busoni zu studieren, der einen starken Einfluss auf ihn hatte. In den 1920er Jahren schrieb Weill sowohl ernste Konzertwerke als auch mehrere einaktige Opern. Seine bedeutende Zusammenarbeit mit Bertold Brecht begann mit dem Mahagonny-Songspiel (1927), einem Vorläufer der späteren abendfüllenden Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930). Ihr größter Erfolg war Die Dreigroschenoper (1928). Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ Weill 1933 Deutschland und zog nach Frankreich, wo sein letztes gemeinsames Werk mit Brecht, Die sieben Todsünden (1933), entstand. Danach emigrierte er in die USA und verbrachte dort den Rest seines Lebens. In der neuen Heimat arbeitete er an Der Weg der Verheißung (1934), einem Festspiel über die jüdische Geschichte, und wandte sich dann dem Schreiben von Musicals zu. Zu seinen Erfolgen zählten Lady in the Dark (1941), One Touch of Venus (1943), Street Scene (1947) und Lost in the Stars (1949). Nach seinem Tod setzte sich seine Witwe, die Sängerin Lotte Lenya, intensiv für die Wiederbelebung seiner deutschen Theaterwerke ein, denen gegenüber er selbst gleichgültig geworden war. Dank ihrer Tonaufnahmen und den Veröffentlichungen des Labels Capriccio sind diese Werke heute bekannter als seine amerikanischen Schöpfungen.
Die Dreigroschenoper, eine Bearbeitung von Bertold Brecht nach John Gays The Beggar's Opera in einer deutschen Übersetzung von Elizabeth Hauptmann, spielt in London unter armen Menschen, darunter auch Kriminelle. Die Besetzung besteht aus singenden Schauspielern, nicht aus professionellen Opernsängern. Macheath, ein Gangster, heiratet Polly Peachum, deren Vater einen Laden besitzt und "König der Bettler" ist. Er reagiert wütend auf die Hochzeit. Macheath flieht, wird von der Prostituierten Jenny verraten, gefangen genommen und eingesperrt. Er wird zum Tode verurteilt, aber wie durch ein Wunder begnadigt. Brechts Libretto enthält vier Lieder nach Gedichten des französischen Dichters François Villon in Übersetzungen von Karl Anton Klammer. Weills Musik übernimmt nur ein Lied aus der Musik von Johann Christoph Pepusch zu Gays Stück, ist ansonsten jedoch völlig eigenständig. Die Musik dauert knapp eine Stunde. Das Musikerensemble bestand aus sieben Musikern, von denen die meisten mehrere Instrumente spielen mußten. Heutzutage ist ein größere Besetzung üblich. Die Uraufführung fand am 25. April 1928 statt und und wurde – nach einem verhaltenen Beginn – zu einem riesigen Erfolg, sowohl im In- als auch im Ausland, mit Tausenden von Aufführungen, bevor die Nationalsozialisten sie verboten.
Die Kleine Dreigroschenmusik ist eine auf der Dreigroschenoper basierende Suite. Nicht alle der acht Nummern sind jedoch direkte Transkriptionen aus der Oper. Die zweite Nummer kombiniert Die Moritat von Mackie Messer mit dem Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens, und das Finale vereint Ruf aus der Gruft, Grabschrift und Chorale.
Die Besetzung umfasst zwölf Blasinstrumente, darunter zwei Saxophone, außerdem Banjo, Gitarre und Bandoneon (die alle von einem einzigen Spieler gespielt werden können), Pauken und Schlagzeug (ebenfalls ein Spieler) sowie Klavier. Es handelt sich also nicht um ein normales kleines Orchester oder Kammerensemble, weshalb Aufführungen früher selten waren, bis die Entstehung auf moderne Musik spezialisierter Ensembles mehr Aufführungen ermöglichte. Das Werk ist brillant instrumentiert und den verschiedenen anderen Adaptionen des Originals, die im Laufe der Zeit entstanden sind, bei weitem vorzuziehen.
Stephen Barber, 2025
Für Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an Universal Edition, Wien.
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