Stanford, Charles Villiers

Alle

Stanford, Charles Villiers

Symphony No. 5 in D-Major „L’Allegro ed il Penseroso“, Op. 56

Art.-Nr.: 4154 Kategorie:

35,00 

Charles Villiers Stanford – Sinfonie Nr. 5, D-Dur „L’Allegro ed il Penseroso“, op. 56

(geb. Dublin, 30. September 1852 – gest. London, 29. März 1924)

Vorwort
Charles Villiers Stanford ist heute in Deutschland hauptsächlich als Lehrer etwa von Ralph Vaughan Williams, Gustav Holst, Frank Bridge, Gordon Jacob und zahlreichen anderen bedeutenden britischen Komponisten bekannt, viel weniger durch seine eigenen Kompositionen. Als Sohn eines Prüfers am Kanzleigericht in Dublin und begeisterten Amateursängers und -cellisten geboren, kam er schon als Kind im Elternhaus mit den gebildeten Kreisen seiner Zeit in Kontakt. Bereits im Alter von zehn Jahren erhielt er in London Kompositions- und Klavierunterricht, 1870 matrikulierte er am Queen’s College in Cambridge, von wo er 1873 ans hoch renommierte Trinity College wechselte, wo er ab 1874 als Organist tätig war (nur kurz führten ihn seine Studien auch zu Friedrich Kiel nach Berlin); bald darauf war er auch als Dirigent in Cambridge aktiv. Bei der Gründung des Royal College of Music in London wurde er 1883 Gründungsprofessor für Komposition, 1886 Leiter des Bach Choir London und 1887 Professor für Musik an der Universität Cambridge – um nur seine wichtigsten Positionen zu nennen. 1902 wurde er zum Ritter geschlagen. Stanford hat ein reiches und vielfältiges Oeuvre geschaffen, das aber nur in schmalem Maße vornehmlich in England gepflegt wird.

Nicht alle von Stanfords sieben Sinfonien waren zeit seines Lebens erfolgreich, und dieses Schicksal haben sie bis heute nicht abgelegt. Wenige Jahre vor seinem Tod hob sein Biograf John Francis Porte unter seinen einfallsreichsten Werken unter anderem die Sinfonien Nr. 3 und 5 hervor, obschon die Werke der reiferen Periode als großartiger bezeichnet wurden. Die Fünfte Sinfonie mit dem Beititel „L‘Allegro ed il Penseroso“ entstand 1894 und erlebte ihre Uraufführung am 20. März 1895 in der Londoner Queen’s Hall in einem Konzert der Philharmonic Society unter der Leitung des Komponisten. Ursprünglich trug die Partitur eine Widmung an die Philharmonic Society und ihren Dirigenten Alexander Campbell Mackenzie, die aber schon im Manuskript ausgestrichen wurde und in der Erstausgabe, die erst 1923 bei Stainer & Bell erschien, fehlt. Das Werk wurde inspiriert durch Miltons berühmtes Doppelgedicht, und jeder Satz ist mit einem Zitat aus dem Versepos überschrieben, obschon Stanford nicht als Programmmusiker bezeichnet werden kann. Stanfords Maxime „Musik entsprang zwei essenziellen Elementen – Rhythmus und Melodie. Viele können eine schön klingende Partitur fabrizieren, aber wenige können eine gute Melodie hervorbringen“ kommt in dem entspannten Werk besonders glücklich zur Geltung. Der langsame Satz (bei Stanford durchgehend fälschlich „Il Pensieroso“ überschrieben) beeindruckt nicht nur durch die Melodiegestaltung und die Materialverarbeitung, sondern auch durch die Originalität der Rekapitulation. Das finale Sonatenrondo hat Jeremy Dibble mit den Schlusssätzen von Elgars Erster und Parrys Fünfter Sinfonie verglichen.

Jürgen Schaarwächter, 2019

Partitur Nr.

4154

Genre

Orchester

Format

210 x 297 mm

Druck

Reprint

Seiten

154