Schillings, Max von

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Schillings, Max von

Orestie op.12 (vocal score with speaker)

Art.-Nr.: 1771b Kategorien: ,

19,00 

Max von Schillings
(geb. Düren, 19. April 1868 ‑ gest. Berlin, 24. Juli1933)

Schauspielmusik zu Aeschylos‘ Oresteia, op. 12 (1900)

Vorwort
Die Eröffnung des Kleinen Hauses der Stuttgarter Königlichen Oper 1912 brachte Max Schillings nicht nur den Ruhm der Uraufführung von Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos zusammen mit der Komödie Der Bürger als Edelmann, sondern auch den Adelstitel. Während sich Strauss neoklassische Komposition sich noch weiterentwickelte, hat sich der Adelstitel bis heute derart eingebrannt, dass auch in den unpassendsten Fällen der bedeutende Komponist, Musikadministrator und Dirigent bis heute mit „von Schillings“ tituliert wird (fast alle seine Kompositionen entstanden vor 1912). Gleichfalls wird er – obschon 1933 gestorben – bis heute in hohem Maße mit dem nationalsozialistischen Regime in Verbindung gebracht. Eine ausführliche Erkundung der Situation steht aber ebenso aus wie eine Würdigung seines Schaffens.

1899 hatte der aus dem Rheinland stammende Schillings mit seiner Oper Der Pfeifertag einen beachtlichen Erfolg errungen, neue Kompositionen folgten Schlag auf Schlag. Der Symphonische Prolog zu Sophocles‘ König Oedipus op. 11 entstand anlässlich szenischer Aufführungen 1900 in Berlin, in denen u.a. Albert Heine, der spätere Direktor des Wiener Burgtheaters, in der Titelrolle und der junge Max Reinhardt als Tiresias mitwirkten. Unmittelbar darauf entstand, ebenfalls für Hans Oberländers Akademischen Verein für Kunst und Litteratur, die Schauspielmusik zu Aeschylos‘ Orestie op. 12 – es handelte sich offenbar um die erste Aufführung eines Werks des griechischen Dichters auf deutschen Bühnen überhaupt (Oberländer hatte Ulrich von Wilamowitz-Möllendorffs Übersetzung von 1896 für die Bühne eingerichtet). Schillings selbst dirigierte die Aufführung, von den Darstellern besonders bewundert wurden Louise Dumont als Klytaimnestra und Rosa Bertens als Kassandra (letztere hatte ein Jahr zuvor die Klytaimnestra in Hofmannsthals Elektra gespielt); Max Reinhardt übernahm die Rolle des Boten, der von der Opferung Iphigenies zu berichten hatte. Die Vossische Zeitung kommentierte am 25. November: „Es ist Schillings gelungen, seiner Musik einen stark archaistischen Zug zu verleihen, ohne ihr im übrigen den modernen Musiker zu verleugnen.“ Kritik wurde geübt am Schluss der Eumeniden (dem dritten Teil des Werks), „wo Herr Schillings, der bis dahin so ängstlich taktvolle, seinen Takt verlor und so etwas wie ein Opernfinale zu Wege brachte. Daß der Chor schließlich anfängt zu singen, nachdem er nur immer gesprochen hat, ist eine nicht zu rechtfertigende Stillosigkeit.“ Richard Strauss wohnte der Aufführung von 14 Uhr bis 18:30 Uhr im Theater des Westens bei, und in ihr mag mit der Keim gelegt worden sein für Strauss‘ Elektra, dessen Textvorlage auf dem zweite Teil der Orestie beruht (in der erhaltenen Korrespondenz zwischen Strauss und Schillings wird die Aufführung später mit keinem Wort erwähnt). Noch 1900 erschien (im Selbstverlag) in Berlin eine Erläuterungsschrift zur Musik sowie der Klavierauszug im Druck.

Jürgen Schaarwächter, 2016

Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, München.


Max von Schillings
(b. Düren, 19 April 1868 ‑ d. Berlin, 24 July1933)

Incidental Music to Aeschylus’ Oresteia, op. 12 (1900)

Preface
For Max Schillings, the opening of the Small Auditorium in Stuttgart’s Royal Opera House in 1912 brought not only the fame of the première of Richard Strauss’s Ariadne auf Naxos (together with Molière’s comedy Le Bourgeois gentilhomme) but also a title of nobility. While Strauss went on to transform his neo-classical composition, the title of nobility has become so permanently entrenched that this important Rhenish composer, musical administrator, and conductor has ever since been called “von Schillings” even in the least suitable circumstances (practically all his compositions predate 1912). Similarly, although he died in 1933, his name has been closely linked with the Nazi régime. A detailed examination of this state of affairs has been no more forthcoming than a proper evaluation of his music.

In 1899, Schillings achieved an impressive success with his opera Der Pfeifertag, and new compositions followed in short order. The Symphonic Prologue to Sophocles’ “Oedipus Rex” (op. 11) was composed in 1900 for staged performances in Berlin in which, among other things, the title role was taken by the subsequent director of the Vienna Burgtheater, Albert Heine, and the young Max Reinhardt acted the role of Tiresias. This was immediately followed by incidental music to Aeschylus’ Oresteia (op. 12), likewise for Hans Oberländer’s Academic Association for Art and Literature. It was evidently the very first performance of a work by this Greek dramatist at a German theater (Oberländer had produced a stage adaptation of Ulrich von Wilamowitz-Möllendorff’s translation of 1896). Schillings himself conducted the performance, and special praise was bestowed on the actresses Louise Dumont (as Clytemnestra) and Rosa Bertens (as Cassandra), who one year earlier had played Clytemnestra in Hofmannsthal’s Elektra. Max Reinhardt took the role of the Messenger with the task of reporting the sacrifice of Iphigenia. To quote the Vossische Zeitung of 25 November, “Schillings has succeeded in imparting a starkly archaic tinge to his music without otherwise disavowing the modern musician in it.” Criticism was heaped on the ending of The Libation Bearers (the third part of the trilogy), “where Herr Schillings, previously so timid and full of tact, lost his composure and produced something akin to an operatic finale. That the chorus ultimately begins to sing after having previously only spoken is an inexcusable stylistic lapse.” The performance, held at the Theater des Westens from 2 to 6:30 pm, was attended by Richard Strauss and may well have planted a seed that later became Elektra, whose libretto is based on the second part of the Oresteia. (The surviving correspondence between Strauss and Schillings has nothing to say about this performance.) An introduction to the music and a  vocal score appeared in Berlin in 1900, both self-published by the composer.

Translation: Badford Robinson

Reprint of a copy from the Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek, Munich.

[German]
Partitur Nr.

1771b

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Chor/Stimme & Orchestra

Format

225 x 320 mm

Druck

Reprint

Seiten

58