Satie, Erik / arr. Debussy, Claude

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Satie, Erik / arr. Debussy, Claude

Deux Gymnopédies arranged for small orchestra by Claude Debussy

Art.-Nr.: 1899 Kategorie:

12,00 

Erik Satie

(geb. Honfleur, 17. Mai 1866 – gest. Arcueil, 1. Juli 1925)

Deux Gymnopédies
arrangiert für kleines Orchester von

Claude Debussy
(1862 – 1918)

 

Vorwort
Saties Vater war ein wohlhabender Franzose, die Wurzeln seiner Mutter lagen in England und Schottland. Éric Alfred Leslie – so der Name des Vaters – adoptierte Eric, als dieser 18 Jahre alt war. Am Pariser Konservatorium galt er als untalentiert, und man bedeutete ihm, seine einzige musikalische Hoffnung liege in der Komposition. Es folgte eine sehr kurze Karriere beim Militär, während der er sich mutwillig mit einer Bronchitis infizierte, um seine Entlassung zu provozieren. Danach liess er sich in Monmatre nieder und begann ein Leben als Bohémien inmitten eines Kreises von jungen Autoren, Dichtern und Künstlern, die ein Café namens Le Chat Noir besuchten. Einer von ihnen wurde ein enger Freund, der in Spanien geborene J.P. Contamine de Latour, dessen Gedicht Les Antiques Satie zu zu seinen Gymnopédies inspirierten oder das von dieser Komposition inspiriert war.

1888 schrieb Satie drei Stücke für Klavier, genannt Gymnopédies. Das erste in D-Dur, veröffentlicht im August, war begleitet von einigen Zeilen aus Contamines Gedicht:

Oblique et coupant l’ombre un torrent éclatant
Ruisselait en flots d’or sur la dalle polie
Où les atomes d’ambre au feu se miroitant
Mêlaient leur sarabande à la gymnopédie

Die dritte Gymnopédie (in a-Moll) erschien später im gleichen Jahr, während die zweite (in C-Dur) nicht vor 1895 veröffentlicht wurde. Alle drei Stücke scheinen die gleichen musikalischen Ideen aus verschiedenen Blickwinkeln zu erforschen, ohne die Themen weiter zu entwickeln, jedoch in wechselnder harmonischer Umgebung, als betrachte man eine griechische Urne bei unterschiedlichen Beleuchtungen.

In der Zwischenzeit hatte Satie Claude Debussy im Le Chat Noir kennengelernt, und die beiden Männer waren Freunde geworden. Zur Zeit der Veröffentlichung der zweiten Gymnopédie war Saties finanzielle Situation sehr heikel. Debussy bot ihm an, seine Gymnopédies zu orchestrieren, um damit eine grössere Aufmerksamkeit zu erregen. Tatsächlich aber bearbeitete er nur das erste und dritte der Stücke und behauptetet, das zweite sei für eine Orchestrierung nicht geeignet. (Man könnte dies für eine faule Ausrede halten, denn es ist schwerlich etwas zu finden, das es von den anderen unterscheidet und eine Orchesterbearbeitung verhindere. (Aber vielleicht hatte Debussy das Gefühl, er sei nicht in der Lage, der Orchestrierung einen Kontrast zu verleihen, der gross genug ist, um das Werk von den anderen Stücken abzusetzen). Beide Orchestrierungen enstanden im Februar 1897 und erschienen im Jahr darauf. Debussy stellte die Reihenfolge um, das Orchesterstück Nr.1 ist das dritte Klavierstück, Nr.2 somit das erste.

Eine Frage bleibt ungeklärt: was genau meinte Satie mit “Gymnopédie”? Die Antwort darauf ist nicht wirklich eindeutig. Das Wort stammt vom griechischen γυμνός (gymnos) und bedeutet „nackt“ und παιδιά (paedia -“Kinderspiel”, von παῖς – pais – „Kind“). Traditionell bezog es sich auf die Art von Spielen, wie sie in Sparta gepflegt wurden, und bei denen nackte Jugendliche tanzten und Sport trieben – wie man es auf vielen griechischen Vasen sehen kann. Satie mochte das Wort, denn bekanntermaßen benutzte er es bereits in Gesprächen, bevor er die Klavierstücke schrieb. Tatsächlich nannte er sich schon einmal einen „Gymnopédisten“. Satie sagte, dass es sich bei den drei Stücken um langsame Tänze handele, und dass sie durch seine Lektüre von Gustave Flauberts Roman Solammbô angeregt worden seien.

Phillip Brookes, Roxas City 2017

Aufführungsmaterial ist von Musikproduktion Höflich (www.musikmph.de), München, zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars der Sammlung Phillip Brookes, Roxas City.

Partitur Nr.

1899

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

225 x 320 mm

Druck

Reprint

Seiten

12