Nicodé, Jean Louis

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Nicodé, Jean Louis

Introduction and Scherzo (The Pursuit of Fortune) for grand orchestra op.11

Art.-Nr.: 4149 Kategorien: ,

26,00 

Jean Louis Nicodé – Introduction und Scherzo, Op. 11

(geb. Jezyce [Jerczik] bei Poznan [Jersitz bei Posen], 12. August 1853 – gest. Langebrück [Dresden], 14. Oktober 1919)

Vorwort
Nicodé schrieb sein Introduction und Scherzo, Op. 11 im Jahre 1878. Mit einer Spieldauer von ungefähr elf Minuten ist es dem schlesischen Dirigenten Benjamin Bilse (1816-1902) gewidmet; mit Untertitel heisst das Werk Die Jagd nach dem Glück nach dem gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 1868 von Rudolf Henneberg (1825-1876). Gemalt im strengen Stil des 16. Jahrhundert erzählt das Bildnis von einem jungen Ritter, der dem Glück nachjagt. Das Glück ist hier als eine flüchtige Figur dargestellt, die auf einer Kristallkugel balanciert – zu seiner Seite reitet der Tod. Eine weibliche Figur, die von den Hufen seines Pferdes niedergetrampelt wird, ist möglicherweise seine Mutter oder eine Metapher für die Vorsicht (oder beides). Er reitet über eine Brücke, die sich zu einem einzigen, schmalen Brett verjüngt, so dass der Betrachter bereits jetzt das Schicksal sieht, dass den Ritter ereilen wird. Theo Schäfers Monographie über Nicodé beschreibt Introduction und Scherzo als symphonische Dichtung.

Die Musik beginnt mit einer langsamen Einleitung in g-Moll. Ein Thema, das als “mit Pathos” gekennzeichnet ist, erklingt in den Fagotten, wiederholt von einem Horn, das das Ideal des Glücks symbolisiert. Nicodé geht hier noch etwas mehr ins Detail und schickt im Verlauf eines Crescendo das Thema durch unterschiedliche Instrumente, bis sich die Musik zu ihrem Höhepunkt aufgebaut hat. Das Scherzo, das den Ritt des Glücksuchers repräsentiert, ist in seiner Farbigkeit, mit seinen Trillern, Läufen und Pizzicato-Streichern eine Huldigung an Mendelssohn und Raff. Ohne an Schwungkraft zu verlieren, entsteht eine legato-Melodie mit längerem Atem in den Celli (p.37). Nach zahlreichen Steigerungen verjüngt sich der Rhythmus zunehmend und verlangsamt seinen Schritt. Das Thema aus der Einleitung erklingt ein weiteres Mal, nun in cis-Moll, wie eine Erinnerung an das ursprüngliche Ziel. Nach diesem kurzen Zwischenspiel wird das Scherzo wieder aufgenommen, und der Ritter reitet in einem eindeutigen g-Moll in sein Verderben. Als Richard Strauss das Werk im Jahre 1888 hörte, schrieb er an Nicodé: „das Werk hat mir grosse Freude bereitet, mit seinen attraktiven, pikanten Erfindungen und seiner unglaublich geistreichen, würzigen Instrumentation … der strahlende Klang ihres hochaktuellen Orchesters war eine ausserordentliche Erfrischung.“

Jean Louis Nicodé arbeitete als Dirigent und Komponist hauptsächlich in Dresden. Richard Strauss hielt ihn für einen Pionier auf dem Gebiet der Programm-Musik. Er schrieb zahlreiche Werke wie das hier veröffentlichte im romantischen Idiom mit einer gewandten, lebhaften Instrumentation. Seine ehrgeizigsten und besten Kompositionen sind Das Meer (1889), eine Symphonie für Orchester und Männerchor sowie seine mehr als zweistündige Symphonie Gloria! (1904). Dieses Werk verlangt nach einem erweiterten Orchester – inklusive zwölf gestimmter Schiedsrichterpfeifen -, sein Finale ist eine gigantische Autobiographie in Klang. Steffen Fahl hat beide Werke auf Computer simuliert. Für weitere Details über Nicodé lesen Sie bitte online meinen Artikel Jean Louis Nicodé; Three Masterpieces oder besuchen meine Website vonhausegger.com.

Übersetzung: Peter Dietz

Aufführungsmaterial ist erhältlich vom Originalverlag Breitkopf & Härtel, Wiesbaden (www.breitkopf.com).

Partitur Nr.

4149

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Orchester

Format

160 x 240 mm

Druck

Reprint

Seiten

84