MacDowell, Edward

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MacDowell, Edward

Piano Concerto No. 1 in A minor Op. 15 (Piano Reduction for 2 pianos, 2 copies)

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MacDowell,

Edward Piano Concerto No. 1 in A minor Op. 15 (Piano Reduction for 2 pianos, 2 copies)

Klavierkonzert Nr. 1
a-moll op. 15
Edward MacDowell, geboren am 18. Dezember 1860, stammt aus der New Yorker Ober-schicht. Sein Vater Thomas war ein Geschäftsmann, der die künstlerische Begabung seiner Kinder förderte. Edward zeigte schon im frühen Alter musikalisches und künstlerisches Talent. Er begann mit Klavierstunden im Alter von acht Jahren; mit 16 war er bereits ein vielseitiger Künstler. Im Amerika des 19. Jahrhunderts gingen begabte junge Musiker oft nach Europa, um dort ihre Ausbildung zu beenden. Begleitet von seiner Mutter, fuhr Edward zunächst nach Paris, um am Conservatoire zu studieren. 1878 zogen beide nach Deutschland; schließlich landete er am Hoch´schen Konservatorium in Frankfurt und studierte dort Klavier und Komposition. Joseph Joachim Raff, ein vorzüglicher Lehrer mit besten Verbindungen zur Musikwelt, übte den wohl wichtigsten Einfluß auf den jungen MacDowell aus, fungierte als sein Mentor und war ihm bei der Planung seiner Karriere als Pianist und Komponist behilflich. Er ermutigte ihn, auf den Errungenschaften der großen Meister aufzubauen, doch zugleich seine eigene Stimme zu finden. MacDowell verließ das Konservatorium 1880 und begann seine Karriere in Deutschland als ausübender Künstler, Lehrer und Komponist. Eine Klavierstudentin namens Marian Griswold Nevins war eigentlich aus Connecticut gekommen, um bei Clara Schumann zu studieren, welche sie jedoch nicht nehmen konnte und MacDowell empfahl. Die Stunden waren wohl erfolgreich, denn beide verliebten sich ineinander. Sie nahm seinen Heiratsantrag nur unter der Bedingung an, daß sie ihn mindestens fünf Jahre lang unterstützen dürfte, damit er in Ruhe komponieren konnte. Nachdem sie 1884 in Connecticut geheiratet hatten, kehrten sie zunächst nach Deutschland zurück, siedelten jedoch 1888 nach Boston über.

MacDowell genoß großen Erfolg bei den Kritikern und Zuhörern – nicht nur als Pianist: er galt rasch als führender amerikanischer Komponist seiner Zeit. 1896 ernannte man ihn zum Chairman des neu eingerichteten Department of Music an der Columbia University in New York City. Dort machte er sich insbesondere für den interdisziplinären Austausch aller Künste stark, da er der Ansicht war, es würde sowohl für Künstler wie auch Publikum eine bereichernde Erfahrung sein, ihre Konzepte auszutauschen. Freilich stieß er mit solchen Ideen keineswegs auf Gegenliebe; sie wurden erst viele Jahre nach seinem Tod Teil des akademischen Lebens. Während seiner Zeit an der Columbia beschränkten sich Konzert-Tätigkeit und Komponieren weitgehend auf die Sommerzeit, die er stets auf seiner 40 Hektar großen Farm in Peterborough, New Hampshire. MacDowell starb 1908, viel zu früh, kurz nach seinem 47. Geburtstag. Seine Witwe machte aus der Farm die MacDowell-Künstlerkolonie, ein friedlicher, abgeschiedener Rückzugsort für Komponisten, Autoren, Maler und Bildhauer. So wurde sein Traum von einer Zusammenführung aller Künste zumindest begrenzt Wirklichkeit.
Das Klavierkonzert Nr. 1 a-moll op. 15 ist ein großartiges Stück; es steht auf einer Höhe mit den Konzerten von Chopin, Mendelssohn, Grieg, Schumann, Dvorak, Tschaikowsky und Liszt. MacDowell schrieb es 1882, als er noch bei Raff in Frankfurt studierte. Eines Tages stattete Raff ihm einen Überraschungsbesuch ab, als er zuhause an der Arbeit war. MacDowall berichtete darüber: »Ich war schlicht überwältigt von dieser Ehre. Er schaute sich ziemlich spöttisch in meinem unaufgeräumten Zimmer um … dann fragte er mich abrupt, was ich da gerade schrieb. Ohne recht zu wissen, was ich da eigentlich redete, stammelte ich etwas von einem Klavierkonzert. Er ging hinaus, drehte sich auf dem Treppenabsatz jedoch nochmals um und forderte mich auf, es ihm bis zum kommenden Sonntag abzuliefern. Ich war verzweifelt, hatte nicht die leiseste Idee, wie ich so eine Aufgabe fertigbekommen sollte, und ackerte wie ein Esel, um einige Ideen, die ich irgendwann einmal zu einem Konzert gestalten wollte, irgendwie in Musik zu bringen. Der Sonntag kam, doch ich hatte nur den ersten Satz fertigbekommen. Ich schrieb ihm irgendeine faule Ausrede, und er verschob die Abgabe um eine Woche. Irgendetwas kam dann dazwischen, und er gewährte zwei weitere Tage Aufschub. Doch dann hatte ich das Konzert fertig.« Raff war zufrieden mit dem Stück und arrangierte es, daß der 21 Jahre alte MacDowell eine zweihändige Einrichtung davon Franz Liszt vorspielen durfte. Der war beeindruckt genug, um die Uraufführung und Drucklegung in die Wege zu leiten. Das Konzert schlug beim Publikum und der Kritik sofort ein und wurde in Europa und Amerika bald häufig aufgeführt.

MacDowells Werke wurden zu seinen Lebzeiten viel gespielt; seine Studenten verehrten ihn als Lehrer und Freund. Er war der erste Komponist, dem man die Mitgliedschaft im National Institute of Arts and Letters anbot (1898); außerdem tat er sich in leitender Funktion mit der Organisation der American Academy of Arts and Letters und der American Academy in Rom hervor. Er wirkte auf viele amerikanische Musikern und Komponisten beispielhaft und ermutigend. Doch nach seinem Tod wurde MacDowells Musik mit Ausnahme einiger Miniaturen bald weitgehend ignoriert. Rasch fanden viele sie zu rückständig, zu europäisch, zu eklektizistisch, zu sehr wie Grieg, Mendelssohn, Schumann, Tschaikowsky, Dvorak etc. Dies sagt jedoch nichts über die Qualität seiner Musik, denn es gibt viele historische Beispiele für solche Ansichten – denken wir nur an Bach, in dessen Musik man Vivaldi, Torelli, Couperin, Buxtehude und viele andere heraushören mag. Erst in den vergangenen Jahren hat sich diese Einstellung dank einiger fantastischer, neuer CD-Einspielungen allmählich geändert, da MacDowells Musik nun endlich für sich sprechen kann.

Karl Hinterbichler, University of New Mexico, July 2006
Deutsche Übertragung: Benjamin-Gunnar Cohrs,
Bremen, © 2006 (Kontakt: artiumbremen@yahoo.de)
Ausgewählte Meinungen heutiger Kritiker
»Beide Klavierkonzerte entstanden in MacDowells europäischen Jahren. Es sind neo-romantische Stücke im besten europäischen Sinn. Wer die Klavierkonzerte von Grieg und Schumann mag, wird auch diese aufregenden und melodieseeligen Stücke lieben. (…) Es [Nr. 1] hat alles, was man von einem romantischen Konzert erwartet – virtuose Kadenzen, großartige Melodien und ein aufregendes, fingerfertiges Finale.« (Robert Moon)
»MacDowell war ein großer Komponist ohne eine sonderlich eigene Stimme – doch was soll´s? Er wurde immerhin in Deutschland ausgebildet und wußte das eine oder andere über die große Orchestrationskunst. Diese Konzerte sind ungeheuerlich und verdienen Gehör.« (Dr. Michael Scott)

»Diese Werke wurden leider nie so populär wie das Grieg-Konzert, mit dem beide (das zweite noch mehr als das erste) seelenverwandt sind. So gesehen müssen sich die beiden Konzerte auch nicht der Nähe zu den Liszt-Konzerten schämen. Sie stehen irgendwo dazwischen.« (Rob Barnett)

»Abgesehen davon, daß die Stücke typisch deutsches Flair vermitteln, finde ich in der Tat ihre Individualität und ihren Melodienreichtum ausgesprochen anziehend. « (John Phillips)

»MacDowells zwei Klavierkonzerte entfalten außerordentlichen Charme und sind melodisch unmittelbar ansprechend. Voller romantischer Bravour, stellen sie hohe Anforderungen an den Pianisten, darin an Saint-Sæns oder gar Liszt erinnernd.« (Opus Notes)

»Der Klaviersatz strotzt nur so von funkelnder Brillianz und scheint wie zugeschnitten auf Seta Tanyels saftige, farbige Klangfülle und ihre mühelos leichte Fingertechnik.« (International Record Review)

Referenz-Literatur
– Gilman, Lawrence: Edward MacDowell: A Study; New York, NY: DaCapo Press, 1969 (Reprint der Ausgabe von 1908)
– Levy, Alan Howard: Edward MacDowell, An American Master; Lanham, Md.: Scarecrow Press, 1998
– Porte, John F.: Edward MacDowell; New York, N.Y.: Dutton, 1922
– Pesce, Dolores: ›MacDowell, Edward.‹ In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, second edition, edited by Stanley Sadie and John Tyrrell; London: 2001
– New Hampshire Individuals of Note: Edward Alexander MacDowell
http://www.johnjhenderson.com/Notables/Biographies/edward_macdowell.htm

Ausgewählte CD-Einspielungen
– Stephen Prutsman, Piano; National Symphony Orchestra of Ireland, Arthur Fagen (Naxos CD 8.559049)
– Seta Tanyel, Piano; BBC Scottish Symphony, Martyn Brabbins (Hyperion CDA67165)
– Donna Amato, Piano; London Philharmonic Orchestra, Paul Freeman (Olympia CD OCD353)
– D. Han, Piano; Chicago Sinfonietta, Paul Freeman (Pro Arte/Fanfare CD CDS3412)
– Thomas Tirino, Piano; Bulgarian Radio Symphony Orchestra, Vassil Kazandjiev (Centaur CRC 2149)

Aufführungsmaterial ist von Breitkopf und Härtel, Wiesbaden zu beziehen. Nachdruck eines Exemplars aus der Sammlung Philipp Brookes, Market Drayton.

Partitur Nr.

607b

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Tasteninstrument & Orchester

Format

225 x 320 mm

Anmerkungen

KLavierauszug & Solo Piano, 2 Exemplare

Druck

Reprint

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