Passacaille et Gigue, op. 90
Jongen, Joseph
25,00 €
Joseph Jongen – Passacaille et Gigue, op. 90
(geb. Lüttich, 14. Dezember 1873 – gest. Sart-lez-Spa, 12. Juli 1953)
Passacaille (Assez Lent) p.3
Gigue (Allegro modéré) p.29
Vorwort
Marie Alphonse Nicolas Joseph Jongen wurde 1873 in Lüttich, Belgien, geboren. Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung, und er schrieb sich am Lütticher Konservatorium ein, wo er Klavier bei Jules Ghymers, Harmonielehre bei Sylvain Dupuis, Orgel bei Charles-Marie Danneels und Fuge und Komposition bei Jean-Theodore Radoux studierte. Als er 1898 Belgien verließ, um vier Jahre lang bedeutende musikalische Zentren in Italien, Deutschland und Frankreich zu besuchen, war er bereits ein erfolgreicher Komponist, der 1894 den ersten Preis der Königlichen Akademie von Belgien für sein Streichquartett op. 3 und 1897 den renommierten Prix de Rome für die Kantate Comala op. 14 gewonnen hatte.
Nachdem er als Organist und Professor für Harmonielehre in Lüttich gearbeitet hatte, zog Jongen bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 mit seiner Familie nach Großbritannien. Dort blieb er während des ganzen Krieges aktiv mit dem von ihm gegründeten Klavierquartett und gab auch Orgelkonzerte. Zurück in Belgien übernahm er 1920 eine Professur für Fuge am Königlichen Konservatorium in Brüssel und dirigierte von 1919 bis 1926 die «Concerts spirituels» in Brüssel, bei denen er dem Publikum zahlreiche wichtige neue Werke vorstellte. 1925 wurde er Direktor des Königlichen Konservatoriums von Brüssel, bevor er 1939 in den Ruhestand ging und von seinem jüngeren Bruder Léon Jongen (1884-1969), ebenfalls Komponist, abgelöst wurde. Joseph Jongen war Mitglied der Académie royale de Belgique und korrespondierendes Mitglied des Institut de France.
Jongen galt zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten belgischen Komponisten. Er schuf ein reiches und vielfältiges Oeuvre, das Orchester- und Kammermusik sowie geistliche und weltliche Vokalwerke umfasst. Seine Passacaille et Gigue op. 90 für Orchester, in der die thematische Arbeit, die Orchestrierung und die wunderbare Kunstfertigkeit des Komponisten deutlich zum Ausdruck kommen, entstand zwischen 1929 und 1930. Jongen widmete das Stück Hélène und Gustave Alexander, der Schwester seiner Frau und deren Ehemann, und ließ es 1932 bei Cranz in Brüssel erstmals veröffentlichen. Passacaille et Gigue wurde vom Orchestre de Liège unter der Leitung von Fernand Quinet (Decca) und von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Martin Haselböck (CPO) aufgenommen.
Maria Theofili, 2024
Quellen
– Musique Belge Contemporaine. Guillaume Lekeu, Fernand Quinet, Joseph Jongen. Fernand Quinet, Orchestre de Liège. Decca 173395. LP.
– Pirenne, Christophe. “Joseph Jongen. Pages intimes“, übersetzt von Celia Skrine. Covertext für Joseph Jongen, Pages intimes. Nathan Braude, Jean-Pierre Haeck, Liège Philharmonic Orchestra. Musique en Wallonie MEW1575. CD.
– Van der Linden, Albert. „Jongen, Joseph-Marie-Alphonse-Nicolas“. In Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Band 7, herausgegeben von Friedrich Blume, 170-73. Kassel-Basel-London-New York: Bärenreiter, 1958.
– Whiteley, John Scott. “Jongen, (Marie Alphonse Nicolas) Joseph.” Grove Music Online. 2001 [Eintrag aktualisiert und überarbeitet 2014]. https://www.oxfordmusiconline.com/grovemusic/view/10.1093/gmo/9781561592630.001.0001/omo-9781561592630-e-0000014472.
Für Aufführungsmaterial wenden Sie sich bitte an Schott Music.
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| Partitur Nummer | 4942 |
|---|---|
| Edition | Repertoire Explorer |
| Genre | Orchester |
| Seiten | 80 |
| Format | 210 x 297 mm |
| Druck | Reprint |
