Dvorak, Antonin

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Dvorak, Antonin

Rondo for cello and orchestra

Art.-Nr.: 1962 Kategorie:

16,00 

Antonín Dvorák
(geb. Mühlhausen, 8. September 1841 – gest. Prag, 1. Mai 1904)

Rondo for Cello and Orchestra, Op. 94

Vorwort
Antonín Dvořáks Rondo für Cello und Orchester op. 94 in g-Moll ist ein einsätziges Werk, das ursprünglich für Solo-Cello und Piano geschrieben wurde. Es handelt sich um eines von drei Werken, die der Komponist dem böhmischen Cellisten Hanuš Wihan (1855-1920) widmete. Wihan bestritt die Uraufführung in Chrudrim, Böhmen am 6. Januar 1892 auf einer gemeinsamen Konzertreise durch seine Heimat, mit dem Komponisten als Pianist und Ferdinand Lachner an der Geige. Dvořák war aufgefallen, dass es innerhalb ihres Konzertprogramms kein einziges Stück gab, dass die Qualitäten des Cellisten präsentierte, und so schuf er die Komposition – wie man berichtet – innerhalb nur eines einzigen Tages an Weihnachten 1891.

1893, nur ein Jahr später, während der Komponist in New York arbeitete, setzte Dvořák den Klavierpart für ein Kammerorchester, bestehend aus zwei Oboen, zwei Fagotte, zwei Pauken in G und D und Streicher. Wie Jan Smaczny in seiner Monographie Dvořák: Cellokonzert (1999: 12) schrieb, lässt sich bei diesem Arrangement Dvořáks Gedankenprozess über die wirkungsvollste und angemessenste Instrumentenkombination nachvollziehen, um ein Stück mit einem Cello als Soloinstrument zu gestalten. Aufgrund der neuen und interessanten Klangfarben, die durch das Orchester ermöglicht wurden, ist diese Fassung wesentlich dramatischer als die für Cello und Piano. Das Stück ist in einem relativ hohen Register für das Instrument geschrieben. So ist die Fähigkeit des Cellos, Melodien liedhaft und lyrisch vorzutragen, besonders betont. Wihan war bekannt für seine Vorliebe, Triller in den hohen Registern des Instruments zu spielen, was der Komponist in seiner Schöpfung ausnutzt. Insgesamt stellt die Komposition die Virtuosität des Musikers in den Vordergrund.

Das Werk war eine der wenigen Kompositionen Dvořák’s (zumindest in ihrer Überarbeitung), die das Cello solistisch mit etwas ähnlichem wie einem Orchester präsentierte. Trotz Wihans Bitte um ein Cellokonzert war der Komponist der Ansicht, dass ein Konzert nicht das richtige Medium sei, um das Cello als Soloinstrument zur Geltung zu bringen, denn es gehöre nicht zu den natürlichen Gegebenheiten des Instruments, ein volles Orchester zu übertönen. Am angemessensten hielt er für das Cello eine kammermusikalische Umgebung oder orchestrale Musik, die das Instrument nicht solistisch einsetzt.

Dvořák hatte unverkennbar eine Vorliebe für Kammermusik, und oft entstanden Werke dieser Gattung an Wendepunkten seines Lebens. Neben der Konzertreise hatte Dvořák kurz vor der Schaffung dieses Werks einen Vertrag mit dem National Conservatory of Music in den USA unterzeichnet, der eine zentrale Periode in seinem Berufsleben einläutete. Wie dem Titel bereits zu entnehmen ist, steht das Werk ganz in der klassischen Tradition und benutzt die Form des Rondo, setzt aber ebenso musikalische Mittel ein, die man bei romantischen Komponisten wie Robert Schumann und Johannes Brahms findet. Wie viele Werke des Komponisten präsentiert auch dieses ein fröhliches, tanzartiges Thema mit slawischem Flair, das dem Werk ein heimatverbundenes Element verleiht. Obwohl Dvořák nie direkt Lieder aus der Folklore zitierte, waren seine Themen ebenso wie das vorliegende stilistisch dazu angetan, die Welt der böhmischen Volksmusik zu erwecken. Das Hauptthema des Rondo hat einen traurigen Unterton, und bei jeder Wiederholung werden weitere virtuose Elemente hinzugefügt. Auch präsentiert das Stück zwei kontrastierende Unterthemen, eine lyrische archaische Melodie ist einem Thema mit schnellen Triolen gegenübergestellt. In jeder einzelnen Episode finden sich Wechsel in Tempo und Emotion.

Die Orchestrierung des Werks beinhaltet zahlreiche einzigartige Merkmale wie zum Beispiel den Gebrauch der Pauken am Rande der Hörbarkeit, um durch das gesamte Stück hindurch die Linie des Cello zu unterstützen. Smaczny nennt zahlreiche Ähnlichkeiten zwischen dem Rondo und dem Cellokonzert, das für Wihan komponiert wurde, darunter einige der Figuren für das Solocello und das Orchester-Unisono, das die Eröffnung des Rondothemas begleitet (1999: 13). Das Stück schliesst still und zurückgenommen, eine schwierige Herausforderung für den Solisten. Das Rondo stellt eindeutig einen frühen Versuch dar, das Cello als Soloinstrument vorzustellen, und Dvořák sollte die Erfahrungen, die er bei der Arbeit an diesem Werk machte, in seinem Celloconcerto in h-Moll op. 104 (1894-1895) verarbeiten. Die besondere folkloreähnliche Qualität der Komposition liefert auch einen Vorgeschmack auf seine Neue Welt Symphonie op. 95, die einige wenige Monate nach dem Rondo entstand.

Reba A. Wissner, Ph.D., 2017

Aufführungsmaterial ist von Boosey & Hawkes, Berlin, zu beziehen

Partitur Nr.

1962

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Solo Instrument(e) & Orchester

Format

210 x 297 mm

Klavierauszug

vorhanden

Druck

Reprint

Seiten

32