Donizetti, Gaetano

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Donizetti, Gaetano

Concerto in Re Minore

Art.-Nr.: 1686 Kategorien: ,

16,00 

Domenico Gaetano Maria Donizetti

Concerto in Re Minore
(Doppel)konzert in d-Moll für Violine, Cello und Kammerorchester
(Double) Concerto in D minor for violin, cello, and chamber orchestra

(geb. Bergamo / Italien unter napoleonischer Herrschaft, 29. November 1797 – gest. Bergamo / Italien unter österreichischer Herrschaft, 8. April 1848)

I. Allegro non tanto (6.5-7 Minuten) p.1
II. Andante (1.5-3 Minuten) p.13
III. Rondo: Allegro moderato (3 Minuten) p.15

Orchestrierung
Solo-Violine, Solocello, 2 Flöten, 2 Trompeten, Kammerstreicher

Veröffentlichung
Bergamo-Periode, Datum der Komposition ist unbekannt.
Rekonstruiert von Johannes Wojciechowski für die Edition Peters.

Donizettis Concerto in d-Moll d-Moll für Violine, Cello und Kammerorchester basiert auf dem Autograph, das in der Bibliothèque Nationale (reg. no. Ms. 4142) in Paris liegt. Die Entstehungszeit des Werks ist unklar, aber seine
Konzeption lässt vermuten, dass es eher der frühen Bergamo-Periode denn der späten Zeit in Paris zuzuordnen ist.

Donizetti
Der Komponist wurde in Bergamo geboren (während seines ganzen Lebens ein besetztes Gebiet, zuerst von den Franzosen, dann von den Österreichern), seine Familie war arm, aber er und seine Brüder wurden eingeladen, die beste freie Musikschule Italiens zu besuchen, die in seiner Heimatstadt von Giovanni (Johann) Mayr betrieben wurde. Nach seinem zehnten Lebensjahr förderte Mayr den jungen Caetano, indem er ihn zum Musikstudium nach Bologna zu Padre Mattei schickte; ab seinem zwanzigsten Lebensjahr gaben ihm seine Lehrer ihre Kompositionsaufträge weiter. Gaetanos Bruder Giuseppe wurde der maestro di cappella am Hofe des Sultans in Istanbul, und beide Musiker entwickelten sich zu gross gewachsenen, stattlichen Männern mit lockigem, kastanienbraunen Haar. Neben seinen Dutzenden von Opern schuf Gaetano über 300 Orchesterwerke und Kammermusik, dazu ungefähr 290 Lieder, viele davon im neapolitanischen Dialekt. Die Ehefrau von Felice Romani, Hauptlibrettist der Mailänder Scala, beschrieb den jungen Donizetti: „Seine Anziehungskraft spottet jeder Beschreibung; das schwache Geschlecht ist verrückt nach ihm“.

Verdi war ein grosser Bewunderer Donizettis, und so verhielt es sich auch umgekehrt: Verdis zweite Frau Giuseppina Strepponi sang zweimal L’elisir, und Donizetti leitete die Proben für eine von Verdis früher Opern. Der junge Verdi schrieb an Donizetti: „Sie gehören zu den wenigen Männern, die über ein souveränes Genie verfügen und keines persönlichen Lobs bedürfen.“ Donizetti antwortete in aller Öffentlichkeit: „Meine Blütezeit ist vorüber, und ein anderer muss meinen Platz übernehmen. Ich bin glücklich, an Leute vom Talent eines Verdi zu übergeben.“ Obwohl die Zeit des Belcanto sich dem Ende zuneigte, schrieb Donizetti weiterhin Melodien, um die Gefühle der Darsteller zu kommunizieren, aber in seinen späteren Werken kann man die Dunkelheit, Aufregung und Intensität spüren, die typisch für Verdi werden sollte.

Musik
Mehr als die Hälfte seiner 60 Opern schrieb Donizetti für Neapel, aber schließlich zog es ihn nach Wien, anschliessend nach Paris. Als Zeitgenosse von Rossini (der sich früh in den Ruhestand begab) und Bellini (der tragisch früh verstarb) war er ein schneller Arbeiter: „Rossini schuf seinen Barbier in 30 Tagen? Na ja, er war schon immer ein fauler Kerl!“, bemerkte Donizetti einmal. Der französische Komponist Adolphe Adam fasste die typische Reaktion auf den vitalen Komponisten zusammen: „Kaum war man in seiner Nähe, musste man ihn lieben.“

Wenn Donizetti von „Schreiben“ oder „Komponieren“ sprach, bezog er sich dabei auf die Erstellung der Klavierpartitur, an der er häufig noch Revisionen und Anpassungen vornahm, bevor er schliesslich eine Oper oder ein Instrumentalwerk orchestrierte: Wenn er verkündete, dass er eine Oper in zehn Tagen schreiben könne, war darin nicht die Zeit enthalten, die er für Orchestration, Bearbeitung, das Herstellen der Stimmen (die er für gewöhnlich selbst schrieb) und das Kopieren der Partituren benötigte.

Man erwartete damals von Komponisten, dass sie die ersten drei Aufführungen einer neuen Oper selbst dirigierten. Wenn es zu weiteren Aufführungen kam, übernahm ein Hausdirigent (gewöhnlich ein Musiker aus der Streichergruppe) diese Aufgabe. Opernorchester verfügten über einige Instrumentalvirtuosen, aber manche Instrumente waren zu Donizetti Lebzeiten weit entfernt vom modernen, brillanten Klang (insbesondere Bassgambe, Trompete, Fagott und das Französischhorn).

Donizettis Ruhm gründete sich fast ausschliesslich auf jene Opern, die zum ersten Mal zwischen 1832-1835 (L’elisir d’amore, Lucrezia Borgia, Maria Stuarda und Lucia di Lammermoor) produziert wurden. In den frühen Jahren seiner Karriere schrieb er Werke für Piano, Kammermusik (darunter mindestens 17 Streichquartette) und Kirchenmusik. Auch enthält sein Werkkatalog einige instrumentale Concertinos, die er komponierte, als er ungefähr 20 Jahre alt war: Bis auf ein Concertino für Englischhorn jedoch bleiben diese Kompositionen unvollendet.

Donizettis Instrumentalmusik entwickelte sich aus der Vokalmusik seiner Zeit: die Hauptthemen sind im Wesentlichen fliessende Melodien, die ausführlich variiert werden, um das Interesse des Publikums wach zu halten, und die über den Rest der Orchesterstruktur dahinströmen. Sein ehrgeizigstes Werk mit einer Dauer von 11 1/2 Minuten und auch sein längstes ist das Doppelkonzert in d-Moll für Violine, Cello und Kammerorchester mit bedeutenden Bläserstimmen, insbesondere die für die Flöte.

Doppelkonzerte
Donizettis Doppelkonzert besteht der Tradition gemäß aus drei Sätzen, aber die Verwendung von zwei Streichinstrumenten als Solisten war revolutionär für die romantische Musik seiner Zeit. Das hastig niedergeschriebene Manuskript des Stücks, bestehend aus 44 Seiten, war Teil der privaten Sammlung eines der bedeutendsten Sammler und späteren Archivars der Paris Opéra, Charles Malherbe. Das Manuskript hatte ihn, wie auf der ersten Seite der Partitur vermerkt, die Summe von 30 Francs und 60 Centimes gekostet.

Beispiele von früheren Werken mit dem gleichen Solistenpaar sind:

Sechs Doppelkonzerte von Antonio Vivaldi (1678-1741, Venedig) RV 544, 546-47; op. 20, no. 2; PV 238; PV 308: nur eines von ihnen wurde zu Lebzeiten des Komponisten veröffentlicht.

Symphonies Concertantes in A (C. 79) in B (C. 46) von Johann Christian Bach (1735-1782,
dem „ englischen Bach”)

Concerto in G-Dur für Violine, Cello und Streicher (Badley VII:G1) von Leopold Hofmann (1738-1793,
Kapellmeister der Kathedrale zu Wien zu Mozarts Lebzeiten.

Mozart’s Sinfonia Concertante in Es, K. 364 (1779), arrangiert nach dem Original für Violine, Viola
und Orchester.

Sinfonia Concertante in D-Dur von Carl Stamitz (1745-1801, dem ältesten Sohn von Johann Stamitz,
dem Leiter des Mannheimer Orchesters.

Concerto für Violine und Cello von Antonín Vranicky (1761-1820)

Während der spätromantischen und modernen Ära wurden Doppelkonzerte populär, mit Orchesterwerken für Violine und Cello von Kurt Atterberg (1960), Johannes Brahms (1887), Richard Danielpour (2000), Frederick Delius (1916), Mohammed Fairouz (2010), Philip Glass (2010), Lou Harrison (für Violine, Cello und Gamelan, 1982), James Horner (2014), Ezra Laderman (1986), Julius Röntgen (1927), Miklós Rózsa (1958), Camille Sant-Saëns (1910), Alfred Schnittke (1982), Roger Sessions (1971) und Eugène Ysaÿe (1927).

Literaturempfehlungen
James Cassaro’s Donizetti: A Guide to Research (2000) liefert einen Überblick von leicht zu erreichenden Erst-und Zweitquellen, darunter mehr als ein Dutzend Sammlungen von Briefen und Kapiteln über Besprechungen und Kataloge der Arbeiten des Komponisten. William Ashbrooks Donizetti (1965) und sein detailreiches Donizetti and his Operas (1982) ergeben zusammen die ausführlichste Biographie über das Leben und Werk des Komponisten. Die beiden wichtigsten Sammlungen zu Donizettis musikalischen Manuskripten, Briefen und persönlichen Ephemera finden sich in der Bibliothèque Nationale in Paris und dem Museo Donizettiano in Bergamo.

Aufführungsmaterial ist von Schott, Mainz, zu beziehen.

©2015 Laura Stanfield Prichard
San Francisco Opera and Symphony, Chicago Symphony

Partitur Nr.

1686

Edition

Repertoire Explorer

Sonderedition
Genre

Orchestra

Format

210 x 297 mm

Performance materials
Piano reduction
Anmerkungen
Druck

Reprint

Seiten

34

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