Bruch, Max

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Bruch, Max

Arminius Op. 43, secular oratorio for three solo voices, chorus, organ, and orchestra (Vocal Score)

Art.-Nr.: 1875b Kategorien: ,

36,00 

Bruch, Max

Arminius Op. 43, secular oratorio for three solo voices, chorus, organ, and orchestra (Vocal Score)

Zu Ende seines Lebens verweigerte sich Max Bruch zunehmend neuen Strömungen, während er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Galionsfigur vor allem im Bereich der deutschen Chorsymphonik war. In Zeiten, da symphonische Chöre eine rare Spezies geworden sind, haben es solche Werke heute schwer, Gehör zu finden. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten wurden verschiedene Werke, zumindest kurzfristig, wiederbelebt, u. a. das Lied von der Glocke, Odysseus, Moses und auch Arminius, das 1875-77 entstandene anderthalbstündige weltliche Oratorium op. 43 für drei Soli, Chor, Orgel und Orchester, das den Sieg des Arminius über Varus im Jahre 9 nach Christus thematisiert.

Die Komposition baut offensichtlich u.a. auf Schumann auf, ist aber in seiner gesamten Gestalt und Gestaltung ein typisches Kind ihrer Zeit. Ganz wie die zeitgleich entstandenen Historiengemälde etwa Pilotis oder anderer ist es ein Zeugnis des musikalischen Historismus, lange verpönt und als „akademisch“, im Grunde uninspiriert abgetan, doch nun langsam endlich wiederentdeckt. Das vierteilige Werk (klar strukturiert in die „Sätze“ Einleitung, Im heiligen Hain, Der Aufstand und Die Schlacht) ist traditionell aus Chören, Rezitativen, Arien, Ensembles und Szenen aufgebaut, wie man dies auch noch Jahrzehnte später bei anderen Komponisten erleben sollte, mit kraftvoller Musiksprache auf ein Libretto des westfälischen Gymnasiallehrers Joseph Cüppers, das Bruch wegen seiner Qualität schätzte: „Die Verse sind prachtvoll, von dithyrambischem Schwung, die Melodien springen überall aus diesem schönen Rhythmus von selbst hervor“. Gerade für die Musikfeste der Zeit schien der Vorwurf bestens geeignet – dennoch rang der Komponist, der sich der in der Musik vorgehenden Umwälzungen durchaus bewusst war, mit dem Text. Seine Uraufführung erlebte das Werk nach verschiedenen Umarbeitungen am 21. Januar 1877 in Zürich, ein Jahr nach der Uraufführung von Wagners Götterdämmerung, doch wäre es unangemessen, einen derartigen Vergleich mit einer genuin anderen Werkgattung weiter zu führen. So wie Wagner nach früheren nur bedingt erfolgreichen Versuchen Chorkantaten hinter sich ließ, so war das weltliche Oratorium für Bruch und viele seiner Zeitgenossen durchaus adäquates Ausdrucksmittel. Dass dies sowohl formal als auch kompositionstechnisch nicht von ähnlicher Radikalität wie Wagners Musikdramen war, ergibt sich schon aus dem Textvorwurf, der nicht auf Charakterausdeutung, sondern Faktengestaltung ausgelegt war. Der erzieherische Gedanke und die Betonung deutscher Traditionen war im Zuge der Reichsgründung allerorten im Schwange, und es war ein kluger Zug, auf einen persönlichen Auftritt Varus‘ zu verzichten, um so Arminius noch klarer als Zentralfigur des Werks hervorzuheben.

Jürgen Schaarwächter, 2016

Aufführungsmaterial zu beziehen bei Simrock, Berlin.

For more information on the piece: Read the preface of the full score / das Vorwort zur Partitur lesen > HERE

Partitur Nr.

1875b

Edition

Repertoire Explorer

Genre

Chor/Stimme & Orchestra

Format

225 x 320 mm

Anmerkungen

Klavierauszug

Druck

Reprint

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